Leistung und Leistungsverlust in der Berufswelt

Leistungseinschränkungen und –verluste von Mitarbeitern kosten die Gesamtwirtschaft nach Berechnungen unabhängiger Institute jährlich über 100 Milliarden Euro, ein beträchtlicher Kostenfaktor der betrieblichen Rendite. Durchschnittlich ein Jahresgehalt müssen die Firmen für den Ersatz einer ausgefallenen Führungskraft aufwenden. Wie das Zentrum für Leistungsmanagement in seinen Seminaren erklärt, muss das nicht sein. Mit den einfachsten Methoden und ohne großen Aufwand können Leistungsverfall und Burnout vermieden werden.

Aufgrund dieser Möglichkeiten und der damit verbundenen Vermeidung von zusätzlichen hohen Kosten im Krankheitsfall sollte es Ziel jedes Unternehmens sein, Burnout-Fälle durch stringente Prävention zu vermeiden. Allerdings fehlen hierfür ein ganzheitlicher Ansatz und allgemeingültige Standards für die Prävention solcher Leistungsdefizite.

Hier möchte das Erste Deutsche Zentrum für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention gemeinsam mit der Gesellschaft für Prävention e.V. ansetzen. Im Rahmen des Kongresses „Leistung und Leistungsverlust in der Berufswelt“ vom 23.-24. November 2012 in den Räumen des Schlosses zu Hopferau möchten wir gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern Fragestellungen aus dem Alltag der Burnout-Prävention erörtern. Dabei stellen führende deutsche Präventionsforscher wie Prof. Dr. Johannes Siegrist von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Prof. Dr. Rainer H. Straub vom Universitätsklinikum Regensburg und Prof. Dr. Pasquale Calabrese von der Universität Basel Ansätze und Theorien aus unterschiedlichsten Disziplinen vor. Die Erkenntnisse aus Vorträgen und Diskussionen sollen in einem Manifest münden, das Standards für den Leistungserhalt in Unternehmen definiert.

Der Kongress wird vom renommierten deutschen Präventionsforscher Professor Dr. med. Alfred Wolf geleitet.

Projekt Metabolic Lifestyle – Tag 8

Die Zielgerade in Sicht

Der eine  oder die andere wird das Gefühl kennen, wenn es nach einem langen Lauf auf die Zielgerade geht und die Dusche wartet oder ein kühles Getränk oder das wohlige Gefühl, ganz entspannt zu sein, vielleicht ein bisschen euphorisch über das Geleistete.

So ähnlich wird es den Probanden heute gehen, wenn sie aus der „Steinzeit“ zurückkehren. Vielleicht wird mancher auch ungläubig angesichts der vielen Menschen, Zivilisationsgeräusche und Autos die Stirn runzeln …

Pech am Sonntag

Für zwei Teilnehmer war das Projekt bereits gestern zu Ende. David verletzte sich im Laufe des Tages und eine ungesunde Färbung an der Verletzung ließ eine Blutvergiftung vermuten, so dass Sebastian Spörer und er sofort nach Hindelang zum Arzt abstiegen, wo sie auch übernachteten. Heute stoßen sie wieder zur Gruppe.

Die anderen stiegen heute Morgen nach einer letzten Übernachtung in den Bergen von der Zipfelsalpe in etwa 1,5 Stunden ab nach Hinterstein. Dort ging´s mit bereitgestellten Autos  zurück in das Füssen des 21. Jahrhunderts, an den Ort, an dem alles vor einer Woche begann: das Klinikum.

Lechfall Füssen
Ein letztes Grillen am Lech

Nach der dortigen Blutabnahme gibt es ein letztes Mal deftige Proteine vom Grill. Vielleicht reicht die Zeit bis 15:30 Uhr dann auch noch für frische Kleidung und eine Dusche, bevor die Gruppe – leicht gezeichnet von den Anstrengungen der Woche – beim Bürgermeister in Füssen erscheint. Er bekommt einige Infos über das Projekt und ehrt die Teilnehmer für ihren Einsatz am Freitag bei der Steineräumung.

Bilder wird es heute Mittag geben. Ebenso wie einen Ausblick, wie es mit der Studie weitergeht.

Metabolic Lifestyle – Tag 7

Zu sich selber finden

Nach dem großen Steinesammeln am Freitag gab es am Samstag einen „Persönlichkeitstag“. Jeder der Mitwirkenden unternahm eine Tour auf eigene Faust und konnte sich ein eigenes Ziel suchen. Mittlerweile klappt es auch besser mit der Orientierung, so dass tatsächlich niemand verloren ging ;-).

Gründe dafür: Nicht nur das Terrain ist schon bekannter, sondern auch der natürliche Orientierungssinn anhand von Sonnenstand etc. entwickelt sich wieder. Tatsächlich fanden sich am späten Nachmittag alle wieder zusammen – vielleicht trieb aber auch der Hunger alle wieder zurück 😉 Die individuelle Wanderung gab aber auch jedem Teilnehmer die Möglichkeit, sein eigenes Tempo bei der Nahrungssuche zu finden und – falls er etwas Essbares entdeckt hat – zu verweilen, ohne die Gruppe aufzuhalten.

Langeweile ist übrigens kein Thema in der Gruppe – das Wandern bzw. die Beseitigung der Murmeltierschäden sorgen abends für ein hohes Müdigkeitsniveau.

Alle wohlauf

Trotz der Anstrenungen sind alle Steinzeit-Metabolen wohlauf – sowohl körperlich als auch moralisch. Der Samstag dürfte sich zudem als bisheriger Höhepunkt des Projekts verewigt haben: Der erste Abend, an dem kein Gewitter bzw. Regen aufzog – klarer Himmel mit grandiosem Ausblick setzte ein deutliches Ausrufezeichen hinter den 7.7.2012.

Dafür ziehen heute am Sonntag die nächsten Gewitter-Wolken heran – an einen  Abstieg am  Sonntag ist wegen der Gefahren nicht zu denken. Morgen endet das Projekt bereits und wir sind sehr gespannt, was die Teilnehmer erzählen werden. Und auch auf die endgütligen und kompletten Werte. Diese werden wir hier nach der Auswertung ausführlich darstellen.

Der BLR-Radiodienst hat zwei kurze Beiträge produziert – am Anfang und während des Projektes, die demnächst auf die Homepage des Zentrums für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention kommen.

vor dem Projekt

während des Projekts (leckere Brennnesselsamen ;-))

Metabolic Lifestyle – Tag 6

Auf Murmeltierjagd

… und täglich grüßt das Murmeltier, heißt es auf der Zipfelsalpe. Die kleinen, drolligen Säugetiere entfachen in den Alpen durchaus ein wenig zerstörerisches Potenzial. Sie dulden in ihren unterirdischen Behausungen keine Steine.  Die werden ausgebuddelt und dann rausgeschmissen. Eine Art kontinuierlicher Frühjahrsputz. Die Steine und die entstehenden Hohlräume sorgen aber bei den Almbewirtschaftern für Sorgenfalten. Denn es kommt durchaus vor, dass das Vieh in die Löcher einbricht. Im Schlachthaus endet dann die Geschichte. Die Regel ist aber, dass unter den Steinen nichts Grünes mehr wächst und die Almen dadurch nicht mehr bewirtschaftet werden können. Früher hätte man zu Gift oder Gewehr gegriffen. Doch heute stehen die Murmeltiere unter Naturschutz – zumindest in Deutschland. Auf der anderen – der österreichischen – Seite des Berges sieht das anders aus.

„Wenn wir schon in den Bergen sind, können wir hier helfen. Das verschafft uns Bewegung und wir können mit unserer Arbeitskraft noch helfen“, erklärt Sebastian Spörer, „damit passt das Engagement perfekt in den Zeitplan des Metabolic Lifestyle Projekts.“ An der Ernährung ändert sich damit übrigens nichts – es wird am Abend kein Murmeltiersteak geben.  In der Steinzeit wäre das aber absolut denkbar gewesen. Stattdessen wurden zwei Lammkeulen geliefert, von denen eine direkt zum Mittagessen gegrillt wurde. Die Murmeltiere indes sahen sowohl beim Grillen als auch beim Steineräumen interessiert zu – und überlegen wohl aktuell, wo sie die neuen Brocken platzieren 😉

Harte, körperliche Arbeit

Beim Arbeitseinsatz kommt es darauf an, die heraugegrabenen Steine von der Weide zu entfernen. Die Teilnehmer spürten also am Freitag Abend ihren Rücken – und das nicht zu knapp. Ein Vertreter der Nachrichtenagentur dapd war vor Ort und hat trotz des wechselhaften (Originalton: „durchwachsenen“) Wetters einige Aufnahmen der Steinräumer gemacht, die einen schwer zugänglichen Steilhang räumten – echte Knochenarbeit. Vor dem Eintreffen der Burnout-Tester hatten sich bereits zwei Gruppen beim Steineräumen engagiert – aber natürlich ganz ohne Steinzeit-Lifestyle.

Bilder vom Steineräumen gibt´s auf Flickr

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Viel Bewegung, Ernährung mit Proteinen und Fetten sowie Leben im Rhythmus des natürlichen Lichts sind die drei Hauptfaktoren der Metabolic Lifestyle Studie. Sebastian Spörers These ist, dass diese drei Faktoren sich positiv auf die Stressparameter auswirken und dem Burnout verbeugen.

Am Freitag Abend hat Miriam Fühler die bisherigen Daten zusammengeführt und aufbereitet. Schon jetzt zeigt sich, dass sich die Stressparameter am Freitag signifikant verbessert haben, während der Verlauf von Dienstag bis Donnerstag noch sehr uneinheitlich war.

Die Blutzucker-Daten – aufgenommen jeweils nüchtern am Morgen – belegen die Uneinheitlichkeit ziemlich gut. Wichtig für die Gesamtstudie sind auch noch die Werte, die am Montag in der Klinik aufgenommen wurden. Diese liegen aber noch nicht vor.

Bei vier Teilnehmern sanken die Blutzuckerwerte, z.T. sogar drastisch, bei dreien stiegen sie und eine/r hielt sich konstant. Die nächsten Tagen werden spannend.

Blutzuckerwerte
Die Blutzuckerwerte von Dienstag bis Donnerstag

Projekt Metabolic Lifestyle – Tag 5

Steinzeit-Urlaub

Die schönen Seiten der SteinzeitDass Urlaub die Stressparameter in der Regel senkt – es sei denn, man ist mit Kindern unterwegs 😉 – kann als goldene Regel des Arbeitslebens gelten. Sebastian Spörer gönnte zumindest einem Teil der Gruppe hinsichtlich der Bewegung gestern einen Ruhetag. Nur vier Freiwillige stiegen über 1,5 Stunden hinweg nach Hinterstein ab, wo sie die Essensrationen entgegen nahmen und die Testergebnisse ablieferten. Und dann ging es wieder zwei Stunden bergauf. Der relaxende Teil der Probanden beschäftigte sich mit Wasser:

Sie begaben sich bei strahlendem Sonnenschein freiwillig in die Fluten und nahmen ein Bad im Wasserfall (s. Bild). „Ein Wahsinnsgefühl für den Körper, das Muffelaroma abzulegen“ 😉

An der Essensfront gab es nichts Neues: Wieder mal einem „Salat“ mit Wildzutaten: Löwenzahn, Brennnessel – ob man sich daran gewöhnen kann? Man kann – oder: man ist mit weniger zufrieden. Mittlerweile freuen sich die „Steinzeit-Metabolen“ über alles Essbare, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. „Die normalerweise abgestumpften Geschmacksnerven nehmen den Eigengeschmack der Wildkräuter besser wahr“, weiß Miriram Fühler, die wissenschaftliche Begleiterin des Projekts vom Zentrum für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention, „Salz, Essig und Öl sind nicht mehr nötig. Aber auch das Kochen eines Suds aus Kräutern und Fleisch ergibt ein intensives Aroma.“

Als „Fleischration“ gab es abends Forelle und zur Feier des Tages wieder mal ein Ei sowie einige Aprikosen und Äpfel. Die einzigen Früchte, die in den Alpen zu finden sind, sind Heidelbeeren. Aber die sind erst frühestens Ende Juli reif.

Zwischen-Ergebnisse

Die Herzfrequenz-Variabilität hat sich bereits erholt, die morgendlichen Blutzuckerwerte sind bei allen Teilnehmern gesunken. Das ist ein gutes Zeichen. Fühler: „Beim Zivilisationsmenschen mit seinem hohen Zucker-/Kohlenhyratkonsum ist der morgendliche Blutzuckerspiegel zu hoch – auch das ist ein Faktor, über den das Risiko für Burnout gesenkt werden kann.“

Bewegte Bilder vom Metabolic Lifestyle Projekt gibt es jetzt auch. Entgegen unseren Infos lief der Beitrag im Bayerischen Rundfunk aber schon gestern Abend. Zum Glück ist er noch einige Tage im Web verfügbar.

Klaus Treude hat auch noch einige Bilder aus den Alpen mitgebracht, die hier in der Diashow zu sehen sind:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Studie Metabolic Lifestyle – Leben wie vor 12.000 Jahren läuft noch bis Montag, den 9. Juli 2012 und untersucht, wie sich ein archaischer Lebensstil auf die Burnout-Prävention auswirkt.