Neue Arbeitswelt – Neue Führung [Video]

Neuroleadership-Experte Dr. Markus Ramming sprach beim BusinessForum auf dem Bürkert Campus in Criesbach zum Thema „Neue Arbeitswelt – Neue Führung“. Mit seinen Impulsen aus der Hirnforschung regte er die Gäste zum Nachdenken und Diskutieren an.

Ramming stelle gängige Führungsprinzipien aufgrund neuester wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gehirnforschung infrage. So lautete eine seiner zentralen Aussagen: „Kontrolle und Stabilität passen nicht zur neuen Arbeitskultur, die von permanentem Wandel und agilen Arbeitsmethoden geprägt ist, denn Veränderung ist das Normale.“.

Die wesentliche Erkenntnis des Abends: „Wichtig ist es, die Einstellung in unseren Köpfen zu ändern. Erfahrungen und Herausforderungen verändern die Architektur des Gehirns und entwickeln uns weiter“, so der Neurowissenschaftler. „Unser Gehirn wird glücklich und zufrieden, wenn wir es entwickeln.“ Ramming forderte daher auf, sich mit Zielen, nicht mit Problemen zu beschäftigen und zu reflektieren welche Gedanken uns füttern – gute oder schlechte?

Nehmen auch Sie wertvolle Anregungen und inspirierende Impulse für die zukunftsorientierte Gestaltung Ihrer Führungsarbeit mit!

Der Referent Dr. Markus Ramming
Der promovierte Neurobiologe war über 15 Jahre in verschiedenen Führungspositionen der pharmazeutischen Industrie tätig. Seit 2008 arbeitet er als Neuroleadership-Experte, Trainer und Berater bzw. als Dozent am Ersten Deutschen Zentrum für Leistungsmanagement und an verschiedenen bayrischen Hochschulen.
Darüber hinaus betreut Dr. Ramming Change-/Entwicklungsprojekte und hat gerade sein neuestes Buch „Neuro-Change“ veröffentlicht.

Die Initiatoren
Das BusinessForum wurde vom HR-Spezialisten BERA, der Sparkasse Hohenlohekreis und dem Wirtschaftsmagazin RegioBusiness ausgerichtet. Die drei Veranstalter präsentieren innovative Themen, hochkarätige Referenten und bieten wertvolle Impulse sowie ein lebendiges Netzwerk für Unternehmensvertreter.

Neuroleadership – Motivation und Führung

Dem spannenden Vortrag des Neuroleadership-Experten und Trainer des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement Dr. Markus Ramming lauschten über 100 Unternehmensentscheider und Vertreter aus Wissenschaft und Politik beim Business-Forum in Tauberbischofsheim, über den dann auch Focus Online berichtet. Daher werfen wir mit Ihnen in unserem heutigen Blogbeitrag ebenfalls einen Blick auf die Themen Motivation und Führung.

Dr. Ramming Vortrag - Motivation aus der Sicht des Gehirns

Der promovierte Neurobiologe setzt sich mit Herz und Seele für das Thema Neuroleadership ein und hat selbst über 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft in der Pharmaindustrie. So kennt er die Probleme, Belange und auch Lösungen für und von Organisationen und Entscheidern in Unternehmen. Mit seinem Wissen und Erfahrung schafft er es Veränderungen voran zu treiben.

Der Vortrag
In seinem Impulsvortrag beschäftigt sich Dr. Markus Ramming nicht mit der kreativitätsfördernden „Hardware“, sondern mit unserer „Software“, dem Gehirn. Zum Einstieg erläuterte er die Grundfunktionen des Gehirns und des Lernens. Etwa 100. 000.000.000 Nervenzellen machen unser Gehirn aus, diese Nervenzellen verbinden sich wiederum mit etwa 10.000 anderen Nervenzellen so entsteht ein gigantisches Netzwerk aus durchschnittlich eine Billiarde (eine 1 mit 15 Nullen) Verbindungen. Dieses Geflecht ist verändert sich im Laufe unseres Lebens, zu aller erst nimmt es in den ersten Lebensjahren enorm zu und spiegelt später uns „Nutzungsverhalten“ wieder. Denn das Gehirn wird zu dem, für das wir es nutzen. Diese Eigenschaft wird Neuroplastizität genannt, es ist Eigenart von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich zwecks der Optimierung laufender Prozesse in ihrer Anatomie und Funktion zu verändern.

Ohne Fachchinesisch
Dr. Ramming ist stets bemüht seine Aussagen so verständlich wie möglich zu formulieren. Denn wenn Wissenschaftler vom Gehirn reden, tun sie das oft detailverliebt und langweilig, so hat sich das Bild vom Gehirn als kompliziertes und schwer begreifbares Organ gefestigt. Mit dem methodischen Ansatz des Neuroleadership legt er die Arbeitsweise des Gehirns dar und zeigt die daraus folgenden Konsequenzen für die Praxis auf.

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Geld ist ein schlechter Motivator
Eine in der Praxis weit verbreitete Methode, Mitarbeiter zu motivieren ist der Weg über das Geld, ein großzügiges Gehalt oder Bonuszahlungen bei Erreichen eines (Projekt-) Ziels. Solche Belohnungen sind nach Dr. Ramming für eine nachhaltige und langfristige Motivation der Mitarbeiter kaum geeignet. Im Gegenteil können finanzielle Anreize Qualität und Quantität eines Ergebnisses sogar negativ beeinflussen, so rückt zum Beispiel das bloße Erreichen des Ziels in den Vordergrund, Umwege, Lernen und kreative Lösungen abseits der etablierten Strukturen bleiben dann aus.

Der Blick auf den ausgeschütteten Bonus auf dem Kontoauszug oder das Glücksgefühl beim Kaufen eines neuen Schuhs, wirken nur für etwa 12 Sekunden auf dem Dopamin ausschüttenden Teil (Nucleus Accumbens) des Gehirns. Wir haben ein kurzes Hoch und unter Umständen entwickelt sich ein Gewöhnungseffekt, jede Belohnung muss ein wenig höher ausfallen. Nachhaltige Freude, Motivation und Lernen bleibt da aus.

Die Grundbedürfnisse für Motivation
Viel wichtiger für die Motivation sind nach Dr. Ramming ist die Befriedigung einiger Grundbedürfnisse, die er mit diesen Begriffen definiert: Kontrolle, Lust, Bindung und Selbstwerterhöhung.

Kontrolle meint den Mitarbeitern, Entscheidungsspielraum zu geben, über Aufgaben, Herangehensweisen, Lösungen und die eigene Arbeitszeit. Im Bereich der Lust kann ein Arbeitgeber wenig beisteuern, denn hier geht es um Bedürfnisse wie Schlaf, Unterkunft, Ernährung und Sex. Bindungen hingegen kann eine Führungskraft hingegen stark beeinflussen, ein Betriebsklima auf Augenhöhe, gegenseitiger Respekt aber auch Raum und Zeit für die Ausbildung von persönlichen Beziehung der Kollegen untereinander ist wichtig. Eine Selbstwerterhöhung kann von außen angestoßen werden geschieht aber schlussendlich im inneren unseres Selbst. Anstoß kann ein begründetes Lob sein, was Sie aber beim Lob beachten müssen können Sie auch in unserem Beitrag „Richtig Loben“ einmal nachlesen. Wirksamer wird es die richtigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Selbstwert zu geben, Wege und Lösungen andeuten, die Mitarbeiter den Weg aber selbst gehen lassen. Projekte und Aufgaben so zu definieren, dass sie eine Herausforderung sind, die zwar Anstrengung bedeutet aber zu meistern ist. Denn selbst erreichte Erfolgserlebnisse steigern nachhaltige den Selbstwert.

Neuroleadership erleben
Wie gut oder schlecht Belohnungen funktionieren und welche wichtigen Bedürfnisse der Motivation zu Grunde liegen waren nur die beiden wichtigsten Punkte aus dem Vortrag von Dr. Ramming, welcher mit einigen anschaulichen Beispielen aus Studien, Literatur und der eigenen Berufserfahrung, Dr. Rammings gefüllt war. Viele Inhalte aus dem Vortrag finden sich auch in seinem Büchlein „Hirn-Anschalter Neuroleadership 2.0“ welches über den tredition-Verlag zu erwerben ist.

Persönlich zu erleben ist Dr. Ramming auch über die offenen Neuroleadership-Seminare des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement.

Schlusswort
Dr. Markus Ramming: „Ich glaube, ich habe alle guten und schlechten Ratgeber gelesen. Die wichtigste Botschaft: Es gibt kein festgelegtes Muster, dem Sie folgen können. Sie können nur Ihre eigenen Stärken finden und entwickeln. Ich kann den Prozess begleiten, seinen Weg finden muss jeder allein. Aber es gibt eine Menge Tricks und Methoden, wie man das am besten macht.“