Was steckt drin – Wissenswertes zum (Oster-) Ei

Genau wie der Hase gehört auch das Ei zu Ostern. Daher wollen wir in diesem Blogbeitrag einmal im Rückblick auf die Osterzeit, auf einige Fragen zum Thema Ei beantworten, insbesondere im Kontext unserer Ernährung und Leistungsfähigkeit.

Gegenüber (Hühner-) Eiern werden viele Vorbehalte gepflegt. Schlagworte wie Fipronil, Cholesterin, Salmonellen und Tierwohl prägen die Diskussion zum Ei. Zu jedem der Themen gab und gibt es einen kleinen oder großen Skandal. Hinzu kommt, dass wir wohl mehr Eier zu uns nehmen als uns bewusst ist. Denn sie stecken nicht nur im Omelette oder Spiegelei, sondern auch in Gebäck, Saucen oder Nudeln. Daher verzehrte, laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, jeder Deutsche im Jahr 2016 auch rund 231 Eier – das macht vier bis fünf Eier pro Woche.

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Doch ist das noch gesund? JA! Die Inhaltsstoffe sprechen da für sich, besonders die des Eigelbs. Gesundes Fett in Form von Omega-3-Fettsäuren, sowie Mineralien und Vitamine sind im Eigelb zu finden. Darunter das Vitamin A, wichtig für Wachstum und Augenfunktion, alle B Vitamine und das Antioxidant Vitamin E. Rund 13% reines Protein stecket im gesamten Ei, der größte Teil im Eiklar. Das Protein, umgangssprachlich auch Eiweiß, ist besonders gut verwertbar da es aus allen neun essentiellen Aminosäuren aufgebaut ist. Das Ei ist auch eines der größten Quellen für Cholin, (auch als Vitamin B4 bezeichnet) einem Stoff den wir zwar in geringen Mengen selbst produzieren können, aber auch notwendigerweise durch die Nahrung aufnehmen müssen. Viele Menschen leiden an einem Mangel dieses Nährstoffs, obwohl er für wichtige Schlüsselfunktionen in Zellen, Herz, Gehirn und Leber zuständigen ist. Vitamin D brauchen wir für die Aufnahme von Mineralstoffen und Eier gehören zu den wenigen Lebensmitteln die natürliches Vitamin D enthalten. Wer also einige Eier in der Woche zu sich nimmt, kann sich die Multivitamintablette sparen!

Eine Tabelle aller wichtigen Inhaltsstoffe finden Sie hier: http://www.eier.de/Seiten/Ei/ei_nahr.htm

Eiqualität
Die Frage wie es dem Huhn ergangen ist lässt sich auf den ersten Blick aufs Ei nicht erkennen. Der Aufdruck gibt da schon mehr her. Die erste Zahl des Aufdrucks gibt Auskunft über die Haltung der Hühner:

  • 0 steht für Bio
  • 1 steht für Freilandhaltung
  • 2 steht für Bodenhaltung
  • 3 für Käfighaltung

Danach folgt das EU Herkunftsland in einem Länderkürzel, wie z.B. DE, AT, CZ oder NL. Anschließend eine zweistellige Zahl zum Bundesland, Baden-Württemberg und Bayern haben z.B. die 08 bzw. 09. Zuletzt eine fünfstellige Nummer für den Betrieb und den Stall im Betrieb. Bequem lässt sich der Code auch auf https://www.was-steht-auf-dem-ei.de/ entschlüsseln.

Beim Preis-/Leistungsverhältnis sind Eier kaum zu schlagen, das gilt auch für die teureren Bio-Eier. Denn ein Vergleich der Eier von in Käfig- und Bodenhaltung lebenden Hühner und Freilandeiern zeigt große Unterschiede im Nährwertgehalt. Hühner die statt ausschließlich Kraftfutter wie Körnern und Soja-Schrot auch frische Pflanzen, Würmer, Insekten und Schnecken fressen, legen Eier die ⅔ mehr Vitamin A, 2× mehr Omega-3-Fettsäuren, 3× mehr Vitamin E, 4 bis 6× mehr Vitamin D, 7× mehr Beta-Carotin, ⅓ weniger Cholesterin sowie ¼ weniger gesättigte Fettsäuren enthalten.

Doch Freilandhaltung sagt erst einmal nichts über die Fütterung der Tiere aus, sondern nur über die Haltung. Die Regeln für Eier mit Bio Siegel gehen da schon weiter: Freilandhaltung ist verpflichtend und die Hühner bekommen ökologisches Futter ohne Antibiotikazusatz und Gentechnik.

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Das Problem der Ostereier
Zur Osterzeit werden sie einem beim Bäcker oder an der Tankstelle geschenkt, sie sind hartgekocht, und knallbunt marmoriert. Wir möchten hier niemandem etwas unterstellen, aber diesen bunten Ostereiern fehlt der Kennzeichnungscode, wie alt sie sind, woher sie stammen und wie sie produziert wurden können wir nicht wissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um billige Eier aus Massentierhaltung mit vielleicht sogar schädlichen Farben handelt, ist hoch.

Eine bessere Variante ist selbst färben. Man verbringt nicht nur Zeit mit den Liebsten und hat gemeinsam Spaß, sondern weiß woher die Eier stammen. Einfach Bio-Freiland Eier kaufen und für ca. 10 Minuten kochen, nicht abschrecken und dann bemalen oder in einem Bad bunt färben. Wenn die Schale keine Risse hat sind die Eier im Kühlschrank etwa ein bis zwei Wochen haltbar.

Streitfall Cholesterin
Das Fettmolekül Cholesterin ist ein für den Organismus unverzichtbarer Baustein, weil er für den Zellstoffwechsel, den Aufbau der Zellwände und als Grundsubstanz für Hormone benötigt wird. Befeuert durch das 2002 erschienene Buch „Die Cholesterin-Lüge: Das Märchen vom bösen Cholesterin“ streiten sich Experten, Ärzte und Wissenschaftler. In seinem Buch behauptet der Autor Walter Hartenbach, dass die Cholesterinsenkung für Pharmafirmen, Ärzte und Margarineindustrie ein Milliardengeschäft ist. Auf Cholesterinhaltige Lebensmittel zu verzichten und den Cholesterinspiegel durch Tabletten zu senken ist schädlich und schwächt den Organismus. Ärztliche Verbände und die Herzstiftung sehen hingegen das Cholesterin als einen großen Risikofaktor für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, einer Arterienverengung die zum Herzinfarkt führen kann. Menschen mit Arterienverhärtungen am Herzen müssen daher besonders aufpassen und Ihre Ernährung umstellen. Der Streit um die Auswirkungen des Cholesterins ist aber mittlerweile zu einer Glaubensfrage geworden.

Cholesterin im Ei
Ein mittelgroßes Ei enthält 200 bis 230 mg Cholesterin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehl im Jahr 2010 noch, nicht mehr als etwa 300 mg Cholesterin pro Tag zu sich zu nehmen. In tierischen Lebensmittel wie Milcherzeugnissen und Fleischwaren befindet sich ebenso Cholesterin, da ist das Maximum schnell erreicht. In aktuelleren Empfehlungen der DGE wird das durch die Nahrung aufgenommene Cholesterin nicht mehr so kritisch gesehen, da sich die Zufuhr über die Nahrung bei den meisten Menschen nur geringfügig auf die Werte im Blut auswirkt. Da der Körper das Cholesterin ansonsten selbst bildet, wird bei erhöhter Aufnahme durch die Nahrung die körpereigene Produktion heruntergefahren und überschüssiges Cholesterin über die Leber entsorgt. Funktioniert dieses System jedoch nicht, etwa durch Krankheit oder Veranlagung, zirkuliert das Cholesterin lange im Blut und kann dort Schäden an den Gefäßen verursachen.

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Doch wieviel Eier sind Ok?
Ernährungsexperten sind der Meinung „Selbst 15 bis 20 Eier pro Woche sind kein Problem, sofern man keine rheumatischen Erkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen hat, die zu chronisch erhöhtem Cholesterinspiegel führen. Vegetarier können sogar noch mehr Eier zu sich nehmen. Es gilt also auf die eigene körperliche Verfassung und Ernährung zu schauen, zum Beispiel mittels eines regelmäßigen ärztlichen Check-Ups.

Fazit
Eier sind wahre Protein-, Mineralien- und Vitaminbomben, sie unterstützen, speziell nach dem Sport, den Muskelaufbau und sättigen langanhaltend und können so einen effektiven Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten. Die gesättigten Fettsäuren des Eis steigern das Erinnerungsvermögen und verbessern die Leistungsfähigkeit des Gehirns. In erster Linie sind das im Eigelb enthaltene Cholin und Lecithin dafür verantwortlich. Sie sind wesentlicher Bestandteil unserer Neurotransmitter, Gehirn- und Nervenzellen. Cholesterin wirkt ebenso positiv auf das Gehirn und trägt zum Beispiel zur Bildung von Sexualhormonen bei. Unbegründete Angst vor dem Cholesterin im Ei ist nicht angebracht, viel kritischer sind hingegen die Wirkungen von Getreide, Milch und Bewegungsmangel auf unsere Leistungsfähigkeit zu betrachten.

Ernährung im Herbst: Von Kürbis und Kartoffel

So langsam steht uns der der Herbst ins Haus. Die Blätter an den Bäumen färben sich herbstlich bunt, der Wind bläst stärker und wir packen die warmen Klamotten im Schrank nach vorn. Die kälteren Tage verlocken jedoch dazu Winterspeck anzulegen. Fettes und schweres Essen macht satt und hält warm, ist aber meist vitaminarm. Daher ist es gerade zu dieser Jahreszeit, besonders wichtig, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Denn mit dem Herbst steht auch die Erkältungszeit vor der Tür. Geeignete Speisen sind da der Eintopf oder eine Suppe mit viel Gemüse, die lecker schmeckt und schön von innen wärmt. Grundbestandteil dieser flüssigen Speisen ist  traditionsgemäß die Kartoffel.

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Vitamin C beugt vor
Die aus dem Hochland Südamerikas stammende Kartoffel wurde 1526 vom spanischen Eroberer Pizarro nach Europa gebracht. Anfangs wussten die Europäer nicht viel mit der Knolle anzufangen. Viele Jahre später setzte sich die Kartoffel als Heilmittel durch, denn eine mit der Schale gekocht Kartoffel enthält noch etwa 14-17mg Vitamin C. Damit gehört sie zwar nicht zu den Spitzenreitern unter den Vitamin C haltigen Nahrungsmitteln, gegen Skorbut war sie aber schon damals erfolgreich.

Herbst, Hormone und die Kartoffel
Wenn die Tage im Herbst kürzer werden fühlen wir uns oftmals müde, traurig und lustlos. Das liegt an dem Hormon Melatonin welches sich durch weniger Sonnenlicht auf unserer Haut und den Augen vermehrt bildet. Es steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus und ist wichtig für gesunden Schlaf. Grund dafür ist das Melatonin in der Zirbeldrüse unseres Gehirns unter anderem aus dem Glücklich-Macher Serotonin gebildet wird. Serotonin wirkt unter anderem auf unser zentrales Nervensystem und dort direkt auf unsere Stimmungslage. Serotonin ist in Lebensmitteln enthalten, kann dem Körper bzw. Gehirn aber nicht einfach so zugeführt werden, es muss der Körper im Gehirn erst selbst bilden. Hauptsächlich wird Serotonin aus den in Lebensmittel enthaltenen Aminosäure Tryptophan gebildet, dazu braucht es aber auch Kohlenhydrate. Die durch die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate regen die Insulinausschüttung an was wiederum dafür sorgt das die Muskeln für ihre Aktivität vermehrt andere Aminosäuren aufnehmen. So kann die Aminosäure Tryptophan ohne Probleme und in größerer Menge in unser Gehirn gelangen und dort in Serotonin umgewandelt werden. Schokolade und andere zuckerhaltigen Süßigkeiten sorgen für einen schnellen Anstieg des Insulins und damit auch für eine hohe Bildung von Serotonin. So schnell wie sich das Hormon bildet, genau so schnell baut es sich aber auch wieder ab. Besser sind da Produkte mit komplexeren Kohlenhydraten, wie Vollkorn oder eben die Kartoffel. Diese werden langsam verdaut und halten den Blut-Zucker-Spiegel sowie die Insulinausschüttung konstant.

Die Kohlenhydrate der Kartoffel
Neben den komplexen Kohlenhydraten, in Form von Stärke, enthält die Kartoffel auch leicht zerlegbare Kohlenhydrate. Wie sich Kartoffeln auf den Blutzuckerspiegel auswirken hängt von Sorte und Zubereitung ab. Festkochende Sorten wie Sieglinde oder Nicola enthalten resistente Stärken, die langsamer aufgespalten werden und dementsprechend den Blutzuckerspiegel langsamer steigen lassen. Festkochende Kartoffelsorten wie Adretta oder Augusta sind weniger resistent und können so für einen schnellen Blutzuckeranstieg, überhöhter Insulinproduktion und Heißhungerattacken führen. Bei der Zubereitung gilt, je weniger die Knollen verarbeitet sind desto komplexer bleiben die Kohlenhydrate. Das Maß für die Wirkung von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel wird Glykämischer Index (GI) genannt. Produkte mit einem hohen GI enthalten Kohlenhydrate, die schnell ins Blut übergehen und den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen lassen. So hat Kartoffelpüree einen hohen GI im Gegensatz zu Brat- oder Pellkartoffeln, da die Kartoffeln zerstampft wurden. Püree aus der Tüte hat, dank seiner industriellen Verarbeitung zu Pulver, einen noch höheren GI wie das selbst zubereitete Pendant. Neben Sorte und Zubereitung hängt die Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel auch davon ab in welcher Kombination die Kartoffel gegessen wird. Fett verlängert die Verweildauer der Speisen im Magen und verzögert so die Verdauung und sorgt so für einen kontinuierlichen, langanhaltenden Anstieg des Blutzuckers. Gerade Menschen die ein Problem mit ihrem Blutzuckerspiegel haben, insbesondere Diabetiker, müssen beim Thema Kartoffeln also ein paar Dinge mehr beachten.

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Die Alternative Kürbis
Wer eine Alternative zur Kartoffel bzw. Süßkartoffel sucht, findet gerade im Herbst mit dem Kürbis ein tolles Gemüse. Kaum ein Lebensmittel verbinden wir so sehr mit dieser Jahreszeit. Es gibt zahlreiche Gründe zum Kürbis zu greifen: Regionale und vor allem saisonale Produkte sind nicht nur nachhaltig sondern auch besonders schmackhaft und sehr gesund. Der Kürbis enthält Vitamine wie die Vorstufe des Vitamin A, das Beta-Carotin, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen sowie viele sättigende Ballaststoffe. Mit gerade mal 27 Kalorien auf 100 Gramm Fruchtfleisch macht er satt und belastet nicht. Die Wirkstoffe im Kürbis sind zudem leicht entwässernd, was sich positiv auf Bluthochdruck auswirkt. Zugegeben – die wenigsten wählen ihr Essen nach hauptsächlich gesundheitlichen Aspekten aus. Schlussendlich zählt doch der Geschmack. Vorteil des Kürbis: Er nimmt leicht den Geschmack von Gewürzen an und lässt sich so beliebig verfeinern. Wir empfehlen den milden, leicht nussig schmeckenden Hokkaido-Kürbis. Der orange oder grüne Kürbis hat dieselbe Konsistenz wie mehlig kochende Kartoffeln und ist somit eine gute Alternative zum Standartgemüse. Online findet man viele kreative. Wie wäre es mit einem Kürbis-Risotto, Kürbisbrot, Kürbisgnocchi, Ofenkürbis oder dem Klassiker die Kürbissuppe?

Insbesondere für alle Diabetiker birgt der Kürbis Hoffnung: chinesische Wissenschaftler haben herausgefunden das die Antioxidantien und das sogenannte D-Chiro-Inositol im Kürbis dafür sorgt das die beim Typ-1 Diabetes geschädigten Zellen der Bauchspeicheldrüse sich teilweiße erholen und wieder vermehrt das lebensnotwendige Insulin produzieren. Auf Insulininjektionen kann man durch eine Kürbisdiät nicht verzichten, aber diese möglicherweise drastisch reduzieren. In einem frühen Krankheitsstadium können die Wirkstoffe aus dem Kürbis den Krankheitsverlauf deutlich abschwächen.

Einen Überblick über all die verschiedenen essbaren Kürbissorten finden Sie hier:
https://www.daskochrezept.de/magazin/ernaehrung/warenkunde/kuerbissorten-kleine-kuerbis-kunde_150349.html