Vernetzt Denken – Zukunft der Arbeit

Willkommen in 2020 – das hört sich schon futuristisch an und ist es wohl je nach Perspektive auch. Wir hoffen Sie sind gut in das neue Jahr gestartet und haben Ihre Ziele und Projekte fest im Blick. Auch wenn in den letzten Jahren viel davon geredet wurde, ja schon fast zu viel, ist im Jahr 2020 die Digitalisierung wohl endgültig im Alltag und in der Wirtschaft angekommen. Vom Landwirt, Handwerker, mittelständischen Dienstleister bis zur produzierenden Industrie. Unsere Kommunikation läuft schon längst digital – E-Mail, Whats-App, Social-Media. Dokumente, Prozesse, Kooperationen und Hierarchien sind es schon oder werden kurzfristig folgen.

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Digitale Arbeitswelt?
Doch was zeichnet das Digitale aus? Größter Faktor ist wohl das Netzwerk das gleichberechtigt Wissen, Macht und Verantwortung allen Beteiligten zugängig macht. Zumindest in der Theorie wird es die Hierarchien und Strukturen, die in Unternehmen und Organisationen lange ein Erfolgsfaktor waren, aufbrechen. Agilität, Interdisziplinarität, Kooperation und Teamarbeit prägen den Arbeitsalltag. So entstehen auch neue Herausforderungen an die Führungskräfte die neue Organisations- und Arbeitseinsatzkonzepte für die von Virtualisierung, Netzwerkstrukturen sowie der Teilung von Macht und Verantwortung gekennzeichnete Arbeitswelt entwickeln müssen. Denn die üblichen Hierarchien funktionieren nicht mehr. Der Brockhaus der die Welt nach dem Alphabet geordnet hat wird schon lange nicht mehr gedruckt. Wikipedia vernetzt Artikel untereinander und hat damit die Suche nach Informationen und Zusammenhängen vereinfacht. Unternehmen ersetzen hingegen noch nicht die gesamte „Enzyklopädie“ sondern auf Lösungen oder Tools: cloud, blockchain usw. – digitale Inseln. Viel wichtiger ist es aber die Menschen zusammen zu bringen.

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Veränderungen angehen und Netzwerke nutzen
Je größer eine Organisation, desto schwieriger wird es. Aber auch dort können kleine Testballons des vernetzten Arbeitens gestartet werden. Doch am besten setzt man dabei nicht auf etablierte Abteilungen und Strukturen sondern fängt direkt damit an, aus unterschiedlichen Bereichen die Kompetenzen zu mischen (Kompetenzcenter o.ä. bilden). So wird direkt vermieden, wieder in den starren Strukturen von Gestern zu verharren. Auch wenn dann die einzelnen Säulen einer Organisation vermeintlich vernetzt und innovativ sind, fehlt der interdisziplinäre Austausch über die Abteilungs- und Bereichsgrenzen hinweg. Die gesamte Organisation wird in Ihren Bereichen digitalisiert, doch die Bereiche von A bis Z untereinander werden nicht als sinnvolles Netzwerk genutzt. Und genau das ist eben auch nicht Sinn der Sache. Trotzdem empfiehlt es sich klein anzufangen und bei Erfolg die Konzepte zu skalieren.

Veränderung kommt privat wie beruflich nicht von allein. Jeder muss sich dafür anstrengen und etwas tun. Andere zu ändern ist noch schwieriger wahrscheinlich aber wohl eher unmöglich. Was bleibt ist die Veränderung der Umgebung. In unserem Blogbeitrag „Nudging – Ein kleiner Schubs zur Motivation“ haben wir gezeigt wie Verhalten, Sprache, Sichtweisen und vor allem die Umwelt eine große Rolle spielen. Die Wirkung dieser Einflüsse ist nicht zu unterschätzen, sie führen zu positiven Veränderungen und sind für Unternehmen ein wichtiges Werkzeug die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt zu meistern. Denn Unternehmenskultur färbt ab – auf Mitarbeiter, Kunden und Kooperationspartner.

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Die Digitalisierung umsetzen aber wie?
Was sicher ist – die Veränderung kommt mit der Digitalisierung von allein. Die Entscheidung die bleibt ist, ob man dabei ist oder sich vor den Möglichkeiten verschließt. Eine Gefahr ist auch, vor den immer komplexer werdenden Problemen zu scheitern. Eine Reaktion auf die Probleme der globalisiert, vernetzten Welt ist sich selbst zu vernetzen. Damit ist aber nicht Social Media gemeint, sondern die fachliche Vernetzung innerhalb und zwischen Unternehmen, die Kompetenzen zusammenführen und sich gegenseitig ergänzen und vor allem inspirieren. Professoren wie u. a. Ulrich Weinberg die an „Arbeit 4.0“ oder „Design Thinking“ forschen, nennen diesen Ansatz „Team of Teams“. Weg von den auf konkurrierenden Individuen basierenden Hierarchien hin zu kooperierenden Experten aus allen Fächern. So gelingt eine vernetzte, digitale und agile Arbeitsweise nicht nur technologisch sondern auch in den Köpfen.

Zum selben Ansatz gehören auch neue Methoden die Probleme vom Nutzer heraus denken, die Raum geben für Fehler und das Entwickeln von Prototypen. Dieses Ausprobieren oder „mit den Händen denken“ sorgt dafür, dass fast alle Hirnbereiche stimuliert und genutzt werden – der analytische sowie der kreativ-intuitive Bereich. Dieser iterative Ansatz ist sicher nicht für jede Tätigkeit oder Abteilung möglich – bietet aber sinnvoll eingesetzt nachhaltige Lösungen für zukünftige Prozesse, die wiederum in diesen Abteilungen eingesetzt werden können.

Team, Meeting, Gruppe, Besprechung

Individuum und Team
Mit den Erkenntnissen der Neurobiologie im Blick sollte für die Arbeitswelt von heute und morgen auf die Veränderungsbereitschaft und Lernfähigkeit des Einzelnen gesetzt werden und diese gezielt gefördert werden. Die Selbstorganisation von Individuen und Teams, durch das Übertragen von Verantwortung, ermöglicht werden. Sind diese Möglichkeiten gegeben, können sich die Potentiale der Mitarbeiter entfalten – noch stärker ist dies in den schon angesprochenen gemischten Teams möglich. Dabei ist nicht nur auf eine fachlich unterschiedliche Expertise zu achten, sondern auch die unter dem Stichwort Diversität geführten Eigenschaften von Teammitgliedern sind wichtig. Menschen verschieden Alters, Geschlechts, kulturellen und gesellschaftlichen Hintergrunds bringen neue Perspektiven, Probleme und Lösungen in ein Team.

Wenn Inspiration, Kreativität und Engagement vom Management gewürdigt und gefördert werden gelingen anstehende Projekte mit Spaß und Energie. Wichtig dabei ist, sich selbst als auch die Anderen als Wesen mit vielen Fähigkeiten, Stärken und Bedürfnissen zu erkennen.

Glaubenssätze – Was ich denke bin ich

Wie im letzten Blogbeitrag angekündigt, geht es heute um Glaubenssätze. Was sind diese genau? Wir sammeln im Laufe unseres Lebens Überzeugungen, die sich tief verankern und Einfluss auf unsere Selbstwahrnehmung, unser Selbstbewusstsein wie auch Weltbild haben. Diese Glaubenssätze nehmen wir aus bestimmten Erlebnissen oder Erfahrungen mit, Lernen sie aus Büchern und Filmen oder übernehmen sie von anderen Menschen (Familie, Freunden, Lehrern oder Vorbildern). Von diesen „Wahrheiten“ sind wir fest überzeugt, sie prägen uns bzw. unser Denken, Fühlen und Handeln. Sie sind eine mögliche Sicht auf Dinge und ein sprachlicher Ausdruck von etwas, an das wir glauben – der Ausdruck von inneren Modellen. Andere Begriffe dafür sind Überzeugungen, Einstellungen, Meinungen oder Beliefs.
dream-1804598_1280Entwicklung von Glaubenssätzen
In den ersten Lebensjahren saugen wir alles was in unserer Umwelt geschieht auf – die Phase der Prägung. Vom achten bis dreizehnten Lebensjahr verläuft die Modellierperiode die hauptsächlich durch Adaption geprägt ist: wir ahmen unseren Eltern und anderen Bezugspersonen nach. In der nachfolgenden Sozialisationsperiode lösen wir uns nach und nach von unseren bisherigen Bezugspersonen, lernen neue Menschen kennen und bilden unsere soziale Wertvorstellungen und Glaubenssysteme aus.
Wichtigste Quelle für die Entwicklung von Glaubenssätzen sind unmittelbare persönliche Erfahrungen die wir aus Einschätzungen und Folgerungen über unsere Umwelt, den Menschen in ihr und vergangenen Erlebnissen gewonnen haben. Die dazu nötigen Informationen erhalten wir unter anderem durch Sprache (z.B. Bücher und andere Medien) und der Kommunikation mit anderen Menschen. Gesammelte Eindrücke und Botschaften prägen dann unser Glaubenssystem sowie unsere persönliche Überzeugungen. Aussagen von anderen über uns selbst nehmen wir gerade in jungen Jahren sehr ernst und internalisieren sie.

Folgen von Glaubenssätzen
Glaubenssätze können unser Leben positiv oder negativ beeinflussen und sind immer mit emotionalen Reaktionen verbunden. Die häufigsten negativen Folgen von Glaubenssätzen können die Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Wertlosigkeit, Bedeutungslosigkeit und Sinnlosigkeit sein. Hoffnungslosigkeit: der Glaube, dass ein erwünschtes Ergebnis nicht erreichbar ist. Hilflosigkeit: die Überzeugung, dass ein Ziel zwar grundsätzlich erreichbar ist aber nicht für die betreffende Person. Wertlosigkeit: der Glaube, erwünschte Ziele nicht zu verdienen, weil man ist wie man ist oder weil man etwas getan oder nicht getan hat. Bedeutungslosigkeit: das Gefühl dass das eigene Schaffen und die eigenen Ziele für andere Menschen keinerlei Bedeutung haben. Sinnlosigkeit: die Absprache eines Sinn und Zwecks für das eigene Leben und das damit verbundene Aufgeben von persönlichen Zielen. Diese negativen Folgen zeigen das Extremum an Auswirkungen und lassen erkennen, wie einschränkend negative Glaubenssätze auf unser Leben wirken können. Oft merken wir diese Einschränkungen nicht da sie in unserem Unterbewusstsein ablaufen, denn der eigentliche Sinn der Glaubenssätze ist uns Orientierung, Halt und ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Viele Glaubenssätze reduzieren komplexe Sachverhalte zu einfachen Regeln, die uns eine Richtschnur geben, an der wir uns bequem entlang hangeln können.

Glaubenssätze identifizieren
Glaubenssätze werden häufig in unerwarteten Situationen deutlich. Spontan aufkommende Gedanken zeigen das Schema in dem wir Denken zum Beispiel: „Ich habe immer Pech.“, „Im Leben bekommt man nichts geschenkt.“, „Dafür bin ich zu alt.“ oder „Ohne Fleiß keinen Preis“. Der erste Schritt, Glaubenssätze zu verändern, ist sich ihrer bewusst zu werden. Das Aufschreiben der persönlichen Glaubenssätze hilft diese zu identifizieren bzw. zu hinterfragen. Stellen Sie sich z.B. folgende Fragen:

  • In welchen Bereichen ihres Lebens sind Sie unzufrieden?
  • Welche Verallgemeinerungen, Redewendungen oder Sprüche verwenden Sie oft?
  • Welche Aussagen haben Sie von prägenden Personen übernommen? „Meine Mutter hat immer gesagt…“ oder „Der wichtigste Satz meiner Kindheit war…“
  • Haben diese für mich heute noch Gültigkeit?

positive-letters-2355685_1280Glaubenssätze ändern
Der Wandel des eigenen Denken und Handelns ist Mühsam und nimmt Zeit in Anspruch, doch die Veränderung lohnt sich – das Leben wird leichter, glücklicher und zufriedener! Um Glaubenssätze wirklich zu ändern müssen wir diese auflösen. Es ist ein Prozess der Einsicht nötig, der die alten Denkmuster zu positiven, meist gegensätzlichen emotionalen und kognitiven Überzeugungen transformiert. Tun Sie Dinge an denen Sie Ihre negativen Glaubenssätze hindern: Legen Sie Ihren Fokus auf die neue, positive Einstellung um diese als wahr zu empfinden. Für eine wirkliche Änderung bedingt es der Widerlegung alter Glaubenssätze wie auch der Formulierung und Verinnerlichung neuer Affirmationen.
Gluebirne_KopfAffirmationen
Affirmation kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „bejahen, beglaubigen“. Diese kurzen positiven Formulierungen können wenn sie oft wiederholt werden zu Glaubenssätzen werden. Ein einfaches aber mächtiges Werkzeug um formelhafte Gedanken zum festen Bestandteil des unbewussten Denkens werden zu lassen. Dieser Prozess der Selbstbeeinflussung wird auch Autosuggestion genannt. Folgende Regeln gilt es zu Beachten:

  • Die Affirmation kurz und prägnant formulieren
  • Die Affirmation positiv und konkret formulieren
  • Die Affirmation nicht von anderen übernehmen sondern individuell formulieren
  • Die Affirmation sollte keine Verneinungen wie: nicht, nie, kein enthalten
  • Die Affirmation in Präsens nicht in Vergangenheit oder Zukunft formulieren
  • Die Affirmation ohne Konditional formulieren, kein würde, hätte, könnte etc.
  • Die Affirmation mit „Ich bin“ oder „Ich habe“ statt mit „Ich will“ beginnen
  • Die Affirmation sollte keine doppeldeutigen Wörter wie z.B. „umsonst“ enthalten

Der Schlüssel für die Neuprogrammierung des Unterbewusstseins ist die Wiederholung. Am besten mehrmals am Tag, mancher Trainer empfiehlt eine Affirmation mindestens 50 Mal am Tag zu wiederholen. Als Wiederholung zählt, an die Affirmation zu denken (innerlich sagen), diese zu flüstern oder laut auszusprechen, zu lesen sowie anzuhören. Beachten Sie: Gleichzeitig an mehreren Affirmationen zu arbeiten ist weniger effektiv. Über einen Zeitraum von etwa 4 Wochen sollte nur eine Affirmation wiederholt werden.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei der persönlichen Transformation!