Microgreens Immunbooster für Herbst & Winter

Micorgreens

Es wird wieder kühler und die Zahl der Schnupfnasen steigt an. Als Stärkung des Immunsystems ist der neue Trend „Microgreens“ jahresunabhängig, regional und damit perfekt für den Herbst und Winter!
Wer also etwas für seine Gesundheit tun, sich seine Vitamine spielend leicht selbst anbauen möchte und auch geschmacklich auf der Suche nach neuen Erfahrungen ist, für den ist das der Clou!

Was sind Microgreens – Vitamine im Eigenheim
Hinter dem Trendbegriff aus den USA verstecken sich Keimlinge. Die Pflänzchen von Salaten und Gemüse gedeihen aus den Samenkörnern die ganz einfach in kleinen Behältnissen in der Wohnung z. B. auf der Fensterbank herangezüchtet werden. Nachdem die ersten Blätter aus der Erde schauen, können sie bereits geerntet werden. Es handelt sich weder um Sprossen noch um zu klein gewachsenes Gemüse. Der Name Microgreens bezieht sich auf die Größe der Pflänzchen zur Erntezeit. 

Im Gegenteil zu Sprossen nimmt das Gemüse im Kleinstformat nicht nur die Nährstoffe aus dem Samenkorn auf, sondern auch aus dem Boden. Rettich und Senf bspw. bilden ätherische Öle und Bitterstoffe. Der Geschmack des Mikro Grüns ist frisch, knackig und hat kein typisches Sprossen Aroma.

Nährstoffe für bessere Gesundheit – Boost für Schlaf, Immunsystem, Gehirn
Sind Gemüse und Salate bereits bekannt für ihren hohen Gehalt an Vitaminen und Nährstoffen, so sollte es nicht verwundern, was das Gemüse im Kleinstformat in sich trägt. Im Vergleich zur ausgewachsenen Pflanze mit hoher Nährstoffdichte, bietet die Jungpflanze einen hohen Nährstoffgehalt. So findet man in dem grünen Superfood verschiedene Vitamine, Mineral- und sekundäre Pflanzenstoffe die unserem Körper auf unterschiedliche Weise zu Gute kommen.

Beispielsweise schützt Vitamin C, mit besonders hohem Anteil in Rotkohl-Microgreens, unsere Nervenzellen bei Stress und unsere Immunzellen bei akuten Infektionen.
Auch Zink und Eisen lassen sich in hoher Konzentration in den Keimlingen wiederfinden. Sie werden benötigt um verschiedene Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin oder Melatonin zu bilden, die wiederum gut für unsere Denkfähigkeit, Glückshaushalt und auch unseren Schlaf sind.
Carotinoide (z. B. in Koriander-Microgreens) werden vom Körper in Vitamin A umgewandelt, welches das Immunsystems besonders in den Schleimhautzellen unterstützt.
Der Sitz des Immunsystems im Darm wird besonders durch die Sekundäre Pflanzenstoffe gestärkt, die zum Wachstum positiver Bakterien führen. Da im Darm auch unser Appetit und unsere Stressresistenz mitbeeinflusst werden, profitiert der Körper mehrfach am kleinen Grün.

Neben den genannten Nährstoffen sind auch Stoffe wie Tocopherole (Vitamin E), Chlorophyll (für Magnesium), Kalzium und weitere in den kleinen Pflanzen zu finden. Ein regelmäßiger Verzehr des kleinen Gewächses, ist jedenfalls deutlich besser, als der Kauf künstlicher Arzneien.

Micorgreens-Keimlinge

Welche Arten gibt es?
Das Superfood bietet eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen. Wer also ausgereiftes Gemüse aufgrund von Geschmack oder Unverträglichkeit (z. B. bei Kohlsorten) nicht zu sich nehmen möchte, kann die Nährstoffe im sog. „Säuglingsalter“ des Gemüses zu sich nehmen und vielleicht eine Alternative für sich entdecken.

Microgreen-Arten:

  • Amaranth
  • Blumenkohl
  • Bohnen
  • Brokkoli
  • Erbsen
  • Grünkohl
  • Hirse
  • Koriander
  • Kresse
  • Minze
  • Quinoa
  • Radieschen
  • Rauke
  • Rettich
  • Rotkohl
  • Rote Beete
  • Rucola
  • Schnittsalate
  • Senf
  • Spinat

Warum sich Microgreens lohnen?
Besonders beliebt bei Sterneköchen und oftmals in gehobenen Restaurants serviert hat das Mikrogemüse den großen Vorteil, dass es sich ganzjährig anbauen lässt. Wohingegen wir bei der Gemüseauswahl entweder auf die saisonale Reifezeit oder lange Transportwege achten müssen.
Weitere Vorzüge sind die kleine Fläche, die der Anbau benötigt, die schnelle Erntezeit und der geringe Arbeitsaufwand. So kann bereits ein Eierkarton auf dem Fenstersims ausreichen und ohne zu düngen oder zu jäten können nach wenigen Tagen (je nach Microgreen) die ersten Pflänzchen verspeist werden.
Durch die hochwertige Nährstoffversorgung leistet das Trend-Food einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und Leistungskraft – guter Schlaf, eine höhere Stressresistenz, bessere Konzentrationsfähigkeit und ein gestärktes Immunsystem sind das positive Resultat.

1,2,3 und fertig ist der kleine Garten
In wenigen Schritten und mit nur vier Elementen werden Sie zum Küchengärtner: Samen, Erde, Anzuchtschale und Wasser – mehr braucht es nicht.
Bei der Samenauswahl sollten Sie auf eine gute Qualität achten und am besten auf Bio-Saatgut zurückgreifen, da sie die Pflanzen ja direkt verzehren und sicher keine chemischen Zusatzstoffe zu sich nehmen möchten. Auch wichtig: Für Micorgreens wird auf das ursprüngliche Saatgut des Gemüses zurückgegriffen, Ziel ist es nicht das Gemüse anzubauen, sondern die Keimlinge mit möglichst vielen Vitaminen, Mineral- und sekundär Pflanzenstoffen.
Statt der Bio-Anzuchterde kann auch auf feine Komposterde oder Kokosziegel zurückgegriffen werden. Als Anzuchtschale haben Sie eine riesige Auswahl: Sei es ein kleiner Tontopf, ein Eierkarton, Upcycled Schalen aus Kokosnüssen, einem aufgeschnittenen Milchkarton oder die einfache Auflaufform aus dem Schrank, suchen Sie aus was Ihnen am besten gefällt und schon kann es losgehen:

  1. Schritt:
    Geben Sie die Anzuchterde oder was immer Sie ausgewählt haben in Ihr Anzuchtgefäß und feuchten Sie es gut an.
  2. Schritt:
    Streuen Sie die Samen darauf und drücken Sie die kleinen Körner mit dem Finger oder einem Löffel etwas in die Erde. Da die Dichte der Samen hier sehr viel höher als bei einer Gemüseanzucht ist, sollten Sie auf eine ausreichende Menge Samen achten. Bei großen härteren Samen wie bei Erbsen, Bohnen, Buchweizen oder Sonnenblumen sollte die Aussaat vorher über Nacht in Wasser einweichen. Dadurch beschleunigt sich das Keimen

    Abgedeckte Micorgreens

  3. Schritt:
    Wenn es sich bei Ihrer Samenauswahl um Dunkelkeimlinge handelt, sollten Sie die Kleinen Schützlinge mit einem Stück Karton, Küchenkrepp oder einer anderen Schale abdecken. Geheimtipp: Decken Sie die kleinen Pflänzchen mit leichtem Karton ab, werden sie diesen bei Seite schieben oder anheben, sobald sie ihn nicht mehr benötigen.
  4. Schritt:
    Prüfen Sie täglich den Fortschritt, wässern Sie bei Bedarf am besten mit einer Sprühflasche nach. Achten Sie auf frisches Leitungswasser, statt abgestandenem Wasser.

Spätestens wenn die Kleinen den Rand der Schale überschreiten, brauchen Sie keinen „Deckel“ mehr. Wenn mehrere Blättchen ausgebildet sind und die Farbe von sattem Grün oder Rot ist, dürfen Sie mit einer gewöhnlichen Küchenschere ernten und genießen!

Feine-Wurzelhaare-der-Microgreens Feine Wurzelhaare der Kaimlinge

Aufgepasst:
Verschiedene Samen bilden zu Beginn feine Wurzelhaare, die als weißer Flaum auf der Oberfläche sichtbar sind. Dabei handelt es sich nicht um Schimmel!

Sie können natürlich auch fertige Sets in Bio-Läden oder dem Internet kaufen. Wer kein Interesse am selbst Anbau hat findet aber auch fertig gezogene Microgreens zum Direktverzehr.

Microgreenset
Gekauftes Microgreen-Set

Verzehrtipps für Micorgreens
Die frische Ernte Ihres leckeren Superfoods sollten Sie nicht erwärmen, sondern möglichst direkt und roh verspeisen, um Nährstoffgehalt und Aroma zu erhalten. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Vermutlich am häufigsten werden die geernteten Blättchen als Toppings genutzt. Beispielsweise machen Sie sich auf Suppen, Salat, Brot, Quiche, Kartoffeln, Pilze, Fisch, Meeresfrüchten, Rührei oder Spiegelei hervorragend. Als Zutat können Sie Gerichte verfeinern oder im Quark, Frischkäse, grünen Smoothies, kalten Suppen, Blatt-, Möhren- oder Rote-Bete-Salaten eingesetzt werden. In Pfannkuchen oder Wraps eignen sie sich als Füllung und auf einem Antipasti Teller oder anderen Vorspeisen als essbare Dekoration. Auch eine Möglichkeit ist ein Microgreen Mouse auf Basis von Cashews oder Sonnenblumenkernen. Wer kreativer ist, kann sich natürlich auch an süße Desserts, Cocktails oder Säfte wagen. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!

 

Micorgreen-als-Topping

Die Erkältungszeit hat Sie schon erwischt oder möchten Sie präventiv vorsorgen? Dann bauen Sie sich doch einfach Ihren Immunbooster für die Herbst- und Winterzeit selbst an. Nutzen Sie den Trend für sich und unterstützen Sie Ihre Abwehrkräfte, Stressresistenz und Nervenzellen für mehr Leistungsfähigkeit im Alltag!

Mit Superfoods gesund durch den Herbst – Quinoa, Chia, Leinsamen und Hirse unter der Lupe

Passend zum Erntedankfest, dass in der Regel am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird, wirft dieser Blogbeitrag ein Blick auf Superfoods aus dem Getreide- und Samen-Sortiment. Immer häufiger werden bestimmte exotische Lebensmittel mit besonderen Eigenschaften umworben. Die regionalen Wundermittel werden dann oft vergessen.

Ein Schwerpunkt in dem Seminar „Biologie der Begeisterung“ ist die Verbesserung der eigenen Leistungsfähigkeit. Diese hängt stark mit der Ernährung zusammen die ja unseren Energiehaushalt beeinflusst. Wie wirken die „Superfoods“ Quinoa und Chia-Samen? Sollte man die regionalen Alternativen vielleicht sogar dem klassischen Superfood vorziehen?

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Quinoa

Bekannt als das Gold der Inka zählt Quinoa zu den sogenannten Pseudogetreidearten. Das liegt daran, dass es botanisch zu Gänsefußgewächsen wie Spinat, Rote Bete oder Mangold gehört. Es stammt ursprünglich aus Südamerika und wächst dort in hoch gelegenen Gebieten. Dabei gedeiht es selbst auf wenig fruchtbarem Boden trotz Hitze und Trockenheit einwandfrei.
Viele Jahrhunderte zählt es dort zu den Grundnahrungsmitteln, das sich auch die ärmere Bevölkerungleisten konnte. Heute gehört es in Deutschland in den Regalen der Reformhäuser, Drogerieläden und Supermärkten zu den teureren Produkten. Was Reis nicht schafft, kann Quinoa: Vor allem für Veganer verhindert die Alternative eventuelle Mangelzustände z. B. Eisen und Magnesium.
Quinoa verfügt über höhere Nährstoffwerte als Getreide und gehört mit 13 % bis 22 % Eiweisanteil zu den proteinreichsten Gemüsesorten. Ebenfalls enthält es ein hohes Gehalt an Eisen und Magnesium. Zusätzlich ist es reich an Kalzium und Kalium. Als Vorteil gegenüber anderen Getreidesorgen enthält es kein Gluten. Das in den Samen enthaltene Öl besteht zu 70% aus den ungesättigten Fettsäuren, die gut für den Cholesterinspiegel, das Herz und den Kreislauf sind, wie bspw. Omega-3 Fettsäuren. Quinoa ist basisch und enthält viele Ballaststoffe, die für eine gute Sättigung sorgen. Weiterhin ist es reich an essenziellen Aminosäuren darunter auch Lysin, was ein sehr wichtiger Baustein für das Bindegewebe ist.
Das Pseudogetreide enthält viele Bitterstoffe, die nicht jedem schmecken und außerdem Blut verdünnend wirken. Jedoch verringert gründliches Waschen vor der Zubereitung den Effekt und mildert den Geschmack. Grundsätzlich ist beim Kauf drauf zu achten, dass das Produkt aus biologischem Anbau stammt, um eine Schadstoffbelastung zu vermeiden.

quinoa

Hirse

Die regionale Superfood-Alternative zum Quinoa, ist die seit der Steinzeit in Europa genutzte Hirse. Im 17. Jahrhundert wurde es von den Feldfrüchten wie Kartoffel und Mais verdrängt und feiert somit erst seit dem 21. Jahrhundert ein Comeback. Hirse ist nicht gleich Hirse, es gibt viele Sorten. In Europa wird hauptsächlich die Rispenhirse angebaut. Wie auch Hafer, Gerste oder Reis ist Hirse ein Spelzgetreide und muss vor dem Verzehr von Spelzen und Fruchtschale befreit werden. Somit wäre es genau genommen kein Vollkornprodukt mehr. Glücklicherweise sind die Nährstoffe aber in der ganzen Hirse verteilt und nicht wie üblich vorwiegend in der Frucht und Samenschale. Deshalb kann geschälte Hirse tatsächlich mit Vollkörnern verglichen werden. In Reformhäusern, Drogerien und Supermärkten gibt es Hirse als Mehl, Grieß, Flocken oder Körner.
Mit 13 % Eiweißanteil liegt sie nah beim Gold der Inka und ist ebenfalls glutenfrei. In Kombination mit vitaminreichen Lebensmitteln wie Brokkoli, Paprika oder Salate wirkt Hirse als sehr gute Magnesium- und Eisenquelle, da der Körper die Stoffe in Kombination besser aufnehmen und verwerten kann. Zusätzlich versorgt Hirse den Körper mit Mikronährstoffen wie Kupfer, B Vitaminen und Kieselsäure. Laut einer Studie des Leiden University Medical Center senkte sie so den Blutzuckerspiegel und erhöht den guten HDL-Cholesterinspiegel. Hirse wird außerdem nachgesagt besonders bekömmlich zu sein, die Darmschleimhaut zu schützen und bei der Entgiftung des Körpers zu unterstützen.
Die in Hirse enthaltenen Stoffe wie z. B. Tanninen, die für die Bindung von Eiweiß sorgen und damit die Bioverfügbarkeit hindern, sowie die Stärkeverdauung hemmen; Phytinsäuren und Oxalsäuren die Mineralstoffe wie Eisen und Calium binden, sind oftmals Grund für den Hirseverzicht. Tatsächlich sind diese Sekundärstoffe nur schädlich, wenn man sich ausschließlich von Hirse ernähren würde. Indem die Hirse quellt, kann durch die Fermentierung schädigende Stoffe noch weiter reduziert werden. Außerdem enthält Hirse Eiweiß schädigende Enzyme und sollte daher nicht roh verzehrt werden.

Chia-Samen

Die aus Mexico, Süd- und Mittelamerika stammenden Chia-Samen gehören ebenso wie Quinoa und Amaranth zu den Pseudogetreiden. Die glutenfreie Ölsaat ist die Frucht der einjährigen Pflanze. Der Begriff „Chia“ bedeutet übersetzt „stark“ und die kleine Frucht ist tatsächlich stark dank Ihren wertvollen Nährstoffen.
Doch nicht nur stolze Nährwerte auch einen stolzen Preis hat die Superfrucht. Zwischen 10 und 40 Euro kann ein Kilo Chia in Drogerieläden und Reformhäusern schon mal kosten. Gequellt als Pudding, Smoothie Beilage, Marmeladenquellstoff, Ei-, Müsli-, Brot-, Joghurt-, Salat- oder Kuchenzusatz sind die Samen hervorragend geeignet. Als glutenfreies Produkt sind sie eine gute Alternative für Menschen mit Glutenunverträglichkeit.
Die Samen sind sehr fettreich, weshalb aus ihnen auch Öl gewonnen wird. Bei den enthaltenen Fetten handelt es sich um die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Der Proteingehalt ist mit ca. 17 % nicht überdurchschnittlich hoch. Sonnenblumenkerne mit 21 % Proteingehalt wären hingegen eine geeignetere Proteinquelle. Chia-Samen haben einen hohen Tryptophangehalt mit 0,4 g bis 0,7 g auf 100 g. Die Aminosäure ist für die Bildung des Hormons Serotonin, auch als Glückshormon bezeichnet, erforderlich. Die enthaltenen verdaulichen Kohlenhydrate liegen bei 8 g, womit Chia-Samen bei einer Low-Carb-Ernährung nicht die erste Wahl sein dürften. Sie sind dafür reich an Ballaststoffen und enthalten viel Vitamin E, welche gut für Zellschutz und Immunsystem sind. Mit einem 3-mal so hohen Kalziumgehalt wie in gleicher Menge Milch, decken Chia-Samen 15 % der empfohlenen Mindestmenge eines Tages an Ballaststoffen ab.
Allerdings hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine maximale Verzehrmenge von 15 g pro Tag für Chia-Samen bestimmt, dies liegt aber vor allem an der Einstufung als „Novel Food“.

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Leinsamen

Als regionales Superfood sind Leinsamen inzwischen bekannt. Sie gehören zu der Gattung der Leingewächse und wurden bereits in der Steinzeit für Heilzwecke eingesetzt. Heute wird Lein fast weltweit angebaut und ist in Supermärkten, Drogerieläden und auch in Reformhäusern zu finden. Durch den weltweiten Anbau sollte beim Kauf unbedingt auf das Ursprungsland geachtet werden, da Angaben wie z. B. „Europa“ noch nicht die Regionalität des Produktes bedeuten. Ungequellt sind Leinsamen ein beliebter Zusatz in Müsli, Joghurt und Backwaren. Dabei werden sie oft in geschroteter Form verwendet. Gequellte Leinsamen werden häufig bei Beschwerden wie Reizdarm oder Durchfall eingenommen. Das aus Leinsamen gewonnene Öl ist sehr bekömmlich und wird zum verfeinert von Quark oder in Salaten eingesetzt.
Die Zusammensetzung ist der von Chia-Samen recht ähnlich. Doch liefern Leinsamen einen höheren Anteil an essenziellen Omega-3-Fettsäuren. Der Omega-6-Fettsäuregrad liegt bei beiden Samen mit knapp 6 g pro 100 g sehr ähnlich. Der Proteingehalt ist mit 18 % ebenfalls höher als bei Chia-Samen, aber nicht überdurchschnittlich hoch. Die Aminosäure Tryptophan ist mit 0,41 g auf 100 g ebenfalls in größerer Menge vorhanden und unterstützt den Serotoninaufbau. Betrachtet man die Kohlenhydrate, so enthält der Leinsamen in manchen Nährwerttabellen sogar 0 g, auch mit einer höheren Angabe von 1,5 g liegt er immer noch weit unter dem Chia-Samen. Geht es um Mineralstoffe, dann können Chia-Samen ebenfalls Punkten, da Sie einen höheren Anteil an Calcium, Zink, Kupfer und Mangan aufweisen als Leinsamen. Bei den Vitaminen sind es die Leinsamen, die die Nase vorn haben. So enthalten sie mehr Vitamin E, B2 und B6, gleichviel Vitamin A, C und K und weniger B1 als Chia-Samen. Auf den Ballaststoffgehalt sind die für beide Samen bekannten vorteilhaften Wirkungen zurückzuführen wie z. B. das Binden von Toxinen, Schonen des Magens durch einen schützenden Film, Wasser bindend, darmreinigend und verdauungsförderlich.
Verschiedene Saaten und Samen enthalten Cadium, dazu gehören z. B. Mohn, Sesam, Sonnenblumenkerne und auch Leinsamen. Um Verbraucher vor einer Schwermetallbelastung zu schützen, liegt der Grenzwert für Menschen bei 25 µg Cadium pro Tag. Ein Esslöffel Leinsamen enthält ca. 3 µg Cadmium. Schwermetalle lagern sich im Körper ein und können besonders in Nieren und Leber langfristige Schäden verursachen. Grundsätzlich kann der Körper aber nicht viel Cadium aufnehmen, wenn er gut mit Eisen und Calcium versorgt ist.

 Exotische oder regionale Superfoods, was ist besser?

Vergleicht man die, hier beispielhaft aufgeführten exotischen und regionalen Superfoods fällt auf, die exotischen haben lange Transportwege, sind z. T. teurer als regionale Alternativen und haben keine besonderen Vorteile. Hirse und Leinsamen sind nur ein Beispiel für regionale Lebensmittel, die ebenfalls aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung und ihre Wirkung hin als Superfood umworben werden können. Es gibt eine Vielzahl von Nahrungsmitteln, Kräuter und Pflanzen die schon lange Zeit bekannt sind für ihren positiven Einfluss auf unsere Gesundheit. Grundsätzlich muss jeder Mensch auf seine Bedürfnisse und seinen Körper achten. Unsere Methode: Lassen Sie bestimmte Nahrungsmittel zeitweise weg und nehmen Sie diese dann wieder in die Nahrung auf. Fühlen Sie sich ohne diese besser dann wissen Sie sofort was Ihrem Körper gut tut und was nicht. Tut es Ihrem Körper nicht gut, wird es auch Ihre Leistungsfähigkeit nicht positiv beeinflussen.
In unserem Seminar „Biologie der Begeisterung“ erfahren Sie mehr über Ihre persönliche Leistungsfähigkeit und den Einfluss durch unsere Ernährung.

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