Was Zeitmanagement mit Spaß und Begeisterung zu tun hat

To-Do-Listen, Zeitmanagement und Prioritäten setzen gehört zu den täglichen Aufgaben im Arbeitsalltag der meisten Menschen. Da unsere Art der Kommunikation und der Austausch immer schneller ja sozusagen sofort geschieht, steigt auch die Erwartungshaltung bzw. der Umsetzungsdruck nach mehr und schnellerem Bewältigen der anstehenden Aufgaben und Themenstellungen. Diese Diversifikation der Aufgaben gepaart mit der Zunahme der Arbeitsbelastung fordert zwingend das Management der eigenen Ressourcen. Das geordnete Chaos in Form einer Liste bzw. Priorisierung ist auch für unser Gehirn eine Wohltat, eine Struktur, an der sich unser Gehirn orientieren kann. Genau deshalb sind To-Do-Listen generell auch etwas sehr Sinnvolles. Aber wie kann diese nun gehirngerecht und motivierend genutzt werden?

Die Methode des Präsidenten Eisenhowers ist dem ein oder anderen vielleicht bekannt. Dieser ordnete Aufgaben nach den Prinzipien Wichtig/nicht-Wichtig und Dringend/nicht-Dringend. Aus diesen leiten sich folgende vier Aufgabenkategorien ab: Wichtig und dringlich, Wichtig, aber nicht dringlich, Nicht wichtig, aber dringlich und weder wichtig noch dringlich. Nach diesem Prinzip lassen sich Aufgaben in das Eisenhowersche Prioritätenkreuz einordnen und die To-Do Liste effektiv sortieren und abarbeiten.

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Dabei wird aber eine wichtige Kategorie der Arbeit außen vorgelassen, der Spaß. Ja Arbeit kann und sollte im besten Fall auch Spaß machen. Denn die Erkenntnis der Neurobiologie, dass sich mit Begeisterung und einem Gefühl der persönlichen Wichtigkeit für die Aufgabe, die Arbeit schneller und leichter erledigen lässt. – eben Spaß macht, ist zum Glück nicht mehr neu.

Spaß an der Arbeit
Ehrlicherweise ist aber Spaß an der Arbeit für die meisten Arbeitnehmer allerdings keine Realität. Viele Werte dazu prägen uns schon in der Schulzeit. Leistung wird in einem Schulnotensystem bewertet und Freiheiten eigentlich komplett eingeschränkt. Das führt häufig dazu, dass dieser Druck und fehlende Autonomie von Vorgesetzten, die selbst in den früher üblichen, vertikalen Hierarchien Karriere gemacht haben, an Ihre Mitarbeiter weitergegeben wird.

Der Gallup „Engagement Index“ für Deutschland wird jährlich durch Befragung von Angestellten erhoben und kommt regelmäßig zu dem Ergebnis, dass fast dreiviertel der Befragten sich mit Ihrem Unternehmen nur gering verbunden fühlen und Dienst nach Vorschrift machen. 15 % besitzen gar keine Emotionale Bindung zum Unternehmen, ebenso viele Mitarbeiter sprechen im Gegensatz aber von einer hohen emotionalen Bindung zum Unternehmen. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup nennt ganz klar die Vorgesetztenrolle, den wichtigsten Faktor für die emotionale Bindung. Von den Führungskräften ist entscheidend abhängig wie lange Mitarbeiter ihrem Unternehmen treu bleiben und auch wie einsatzfreudig und produktiv sie sind. Leider gaben nur etwa 20% der befragten Mitarbeiter an „die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten“.

wütend, genervt

Erfolgsfaktor Führung
Daher sind gerade Führungskräfte gefragt, sich mit den Themen Motivation, Kommunikation und Konfliktlösung auseinanderzusetzen. In diesen wichtigen Punkten zeigen sich die Erkenntnisse Gehirnforschung und Neurobiologie als besonders hilfreich, da sie die grundlegenden Prozesse unseres Denkens und Handelns, mit den zugrundeliegenden Prozessen in unseren Zellen, Organen und Gehirn im Zusammenspiel mit Hormonen und Botenstoffen erklären. Wenn der Ansatz aus dem Neuroleadership und die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf bekannte Managementtheorien übertragen werden, kann Führung gezielt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen und die vorherrschenden Defizite umkehren. Dazu ist es als Führungskraft sehr wichtig, erst einmal selbst ein Verständnis von den Funktionen des Gehirns zu bekommen und wie sich das eigene Tun und Handeln gegenüber den Mitarbeitern auswirkt. Unternehmen und Entscheider sollten schnellstmöglich erkennen, dass sie nicht nur Mitarbeiter brauchen die Ihre Pflicht erfüllen, sondern kreativ sind, mitdenken und Verantwortung übernehmen. Eigenschaften die mit der Begeisterung für die eigene Arbeit einhergehen.

Erfolgsfaktor Begeisterung
Wer mit Begeisterung an einer Aufgabe arbeitet, hat viele Vorteile – es macht Spaß, die Zeit vergeht wie im Flug und der nachhaltige Lerneffekt ist größer, wenn Neues versucht und Lösungswege gefunden werden. Als Kleinkinder ist die Neugier und der Lernwille aus entwicklungsbiologischer Sicht natürlich hoch, dementsprechend lassen Sie sich leicht begeistern. Im Laufe des Lebens nimmt das ab, insbesondere Routineaufgaben werden nicht die Hirnareale stimulieren können, die für begeistertes Lernen nötig sind. Mehr dazu können Sie in unserem Beitrag „Lernen ist Leben – Leben ist Lernen“ erfahren. Aber man kann sich zumindest für vieles wirklich Begeistern, wenn man sich nur dafür entscheidet, dass diese Aufgabe und Tätigkeit jetzt wichtig ist, im Sinne von wirklich persönlich wichtig.

Gerade bei einer To-Do-Liste gibt es natürlich auch Aufgaben, die auf den ersten Blick keinen Spaß machen – hier hilft es hinter die Aufgabe zu schauen. Warum ist diese Aufgabe wichtig – was resultiert daraus für ein anderes Ergebnis, das wiederum Sinn gibt. Wozu ist diese Aufgabe für weitere Themen wichtig? Eigentlich sollten wir die To-Do-Listen als eine Art Abenteuer-Liste sehen und sie viel neugieriger betrachten, als wir das generell tun. Denn genau dann entsteht Begeisterung beim Bewältigen der kleinen Hürden und Schwierigkeiten die diese Aufgaben mit sich bringen. Dieser Flow-Effekt ist es, bei dem alles reibungslos läuft und man dann abends denkt „Woah, da habe ich aber etwas geleistet.“. Im Mittelhirn werden Nervenzellen angeregt, die eine Vielzahl an neuroplastischen (Nervenzellen-verändernden) Botenstoffen, wie Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Endorphine ausschütten. Diese breiten sich in einer Kaskade in all die Bereiche aus, die im Moment der Begeisterung schon aktiv sind und werden dann ausgebaut und verstärkt – das Grundprinzip des menschlichen Lernens und der Motivation. Und genau hier kann ich als Führungskraft meinen Mitarbeitern gegenüber schon ein Vorbild sein und ihnen auch bei der Priorisierung ihrer Aufgaben Unterstützung geben und nach den oben genannten Prinzipien entsprechend agieren.

Colleagues giving a high five

Aufgaben nach Leistungsfähigkeit sortieren
Und jetzt nochmals zurück zum Anfang und zum Eisenhowerschen Prioritätenkreuz. Aus unserer Sicht gilt es hier mit dem Ansatz der Priorisierung ein wenig zu brechen und noch mehr auf weitere Aspekte einzugehen. Wie oben schon erwähnt, ist es sehr wichtig, das eigene Entdecken und Gestalten zu integrieren, den Sinn des Abarbeitens für sich herauszufinden und ganz wichtig den eigenen Biorhythmus mit einzubeziehen. Unsere größte Leistungsfähigkeit haben wir am Vormittag zwischen 8.00 Uhr und 12.00 Uhr. Gerade dieser Aspekt fließt häufig gar nicht in unsere To-Do-Listen mit ein. Wenn Sie direkt morgens schon wichtige Punkte Ihrer To-Do-Liste erledigen, haben Sie einen guten Garant dafür, dass der Tag für Sie viel aktiver und motivierter weiter geht, als wenn Sie gerade diese Punkte auf den Nachmittag oder Abend legen bzw. vor sich her schieben. Das gilt vor allem auch für unangenehme Aufgaben für die Sie sich nicht so sehr begeistern können. Probieren Sie es einfach aus!

Wer tiefer in dieses spannende Themenfeld „Biologie der Begeisterung“ eintauchen möchte, kann dies bei einem unserer neu aufgelegten Thementage 2019 tun. Der nächste Thementag ist bereits am 31.Januar 2019 im Schloss zu Hopferau zum Thema „Unser Stress- und Begeisterungssystem – Spielmacher der Veränderung“. Die Seminare und Thementage werden geleitet von Alexander Feil – Heilpraktiker und Coach mit langjähriger Erfahrung in der ganzheitlichen Therapie und Diagnostik. Weitere Informationen zu allen Terminen für das 1. Halbjahr 2019 finden Sie auf der Webseite des Ersten Deutschen Zentrum für Leistungsmanagement.

Mein erster Kontakt mit Neuroleadership

Im Laufe meines Berufslebens hatte ich mich schon oft mit Teambuilding und Managementratgebern auseinandergesetzt. Man lernt die Kollegen ein wenig besser kennen und erhält Tipps für die Strukturierung von Meetings oder des Terminkalenders. Meist waren diese aber alle sehr ähnlich und die Erkenntnisse blieben weitestgehend aus.

Die Verbindung zwischen Gehirnforschung, Management und Führungstheorie war mir zwar bekannt, doch hatte ich keine tieferen Kenntnisse. Da mein Arbeitgeber Weiterbildungen und Seminare aktiv fördert, lag das Neuroleadership Seminar des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement nahe. Bei diesem noch relativ neuen Ansatz werden zwei Themengebiete kombiniert und Erkenntnissen der Neurowissenschaften auf bekannte Managementtheorien übertragen.

Das Seminar im Schloss zu Hopferau hat mir sehr gut gefallen und das Team des Zentrums für Leistungsmanagement bat mich, einen Blogbeitrag über meine Erfahrung sowie die gewonnenen Erkenntnisse zu schreiben.

Das im Allgäu beheimatete Erste Deutsche Zentrum für Leistungsmanagement sagt von sich selbst, es beschäftige sich mit den Themen Gehirnforschung, Biologie, Medizin und lehrt seinen Teilnehmer, wie sie begeisterter, leistungsfähiger und veränderungsbereit werden.

Neugierig machten mich besonders, die Punkte Motivation und Kommunikation aus Sicht des Gehirns sowie die Möglichkeit, Zusammenarbeit mit Kollegen gehirnregerecht zu gestalten – das ist für mich privat, wie beruflich von großer Relevanz.

Zentrum für Leistungsmanagement, Seminar, Workshop, Notizen, Vortrag

Obwohl ich keine Führungskraft bin, habe ich die Chance bekommen daran teilzunehmen. Geleitet wurde das Seminar von Dr. Markus Ramming, der promovierte Neurobiologe bringt umfassende Erfahrungen als Führungskraft in der Pharmabranche mit. Dies konnte man in seinen Erläuterungen deutlich spüren, denn gerade die vielen konkreten Beispiele machten das komplexe Thema Gehirn und Motivation verständlicher.

Dr. Ramming behandelte alle, die im Handout aufgelistete Punkte. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir einen tieferen Einstieg gewünscht, aber da hätte ich wahrscheinlich das zweitägige Neuroleadership Seminar besuchen müssen. Dr. Ramming meinte, dass dieses mehr Raum für Gruppenarbeiten bietet und so das neue Wissen gleich angewendet werden kann.

Besonders gefallen haben mir die wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse und Studien, mit denen Dr. Ramming seine Ableitungen für das Management und Führungsverhalten belegen konnte. Diese ganz neue Art auf das berufliche Miteinander zu blicken hat mir einige Aha-Momente beschert. Die kleinen Gedankenspiele, die am eigenen Beispiel und praxisnahen Erlebnisse, die Eigenheiten unseres Gehirns aufzeigen, haben bei mir diesen Effekt verursacht. Wir können von der sogenannten Neuroplastizität lernen, die beschreibt, dass unser Gehirn ständig lernt, auch im Alter und es vor allem auf das Training ankommt und darauf für was wir unser Gehirn nutzen. Es war spannend von dieser gigantischen Lernmaschine zu hören, in der ständig neue Verbindungen geschaffen werden und alte „Wege“ oder nicht genutzte Gedankengänge langsam verschwinden. Das hat mir das Gefühl gegeben, nicht mehr diese mysteriöse „Blackbox“ in meinem Kopf zu haben, sondern ein greifbares Organ, das ich auch gezielt beeinflussen und trainieren kann.

Spannend für mein Berufsleben fand ich die angesprochenen Faktoren, welche die eigene und die Motivation der Kollegen beeinflussen lassen. Da geht es dann auch gleich in den Bereich des Primings und der bedürfnisorientierten Kommunikation. Auch hier haben wir wieder mit vielen konkreten Beispielen gearbeitet. Was ich mitgenommen habe und auch auf jeden Fall in meine tägliche Arbeit integrieren möchte, ist mir mehr Zeit zu geben um Inne zu halten und die Automatismen, die sich in den Arbeitsabläufen festgesetzt haben, zu hinterfragen bzw. zu überdenken. Denn erst dann habe ich die Chance meine etablierten Denkmuster zu überwinden und kann so offener, konkreter und zielgerichteter mit meinen Kollegen kommunizieren.

Zentrum für Leistungsmanagement, Seminar, Workshop, Teilnehmer, Notizen

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen mit einem Halbwissen unterwegs sind was Kommunikation und Motivation angeht, welches Sie in Ratgebern und Seminaren aufgeschnappt haben. So ging es mir auf jeden Fall. Mit Hilfe des Schnupperseminars konnte ich einige dieser Wissensfragmente für mich zu logischen Handlungsanweisungen zusammenfügen. Aber gerade dass hinter dem Neuroleadership-Ansatz fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse stecken, machen das Seminar für jeden interessant – egal ob vorgebildet, führungserfahren oder als Managementneuling.

Auf jeden Fall möchte ich nun auch das zweitägige Seminar im Schloss zu Hopferau besuchen. Die Termine dafür, habe ich bereits in meinem Kalender notiert.

Mit freundlichen Grüßen,

Victoria Meder, Consultant BERA GmbH

Neuroleadership – Motivation und Führung

Dem spannenden Vortrag des Neuroleadership-Experten und Trainer des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement Dr. Markus Ramming lauschten über 100 Unternehmensentscheider und Vertreter aus Wissenschaft und Politik beim Business-Forum in Tauberbischofsheim, über den dann auch Focus Online berichtet. Daher werfen wir mit Ihnen in unserem heutigen Blogbeitrag ebenfalls einen Blick auf die Themen Motivation und Führung.

Dr. Ramming Vortrag - Motivation aus der Sicht des Gehirns

Der promovierte Neurobiologe setzt sich mit Herz und Seele für das Thema Neuroleadership ein und hat selbst über 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft in der Pharmaindustrie. So kennt er die Probleme, Belange und auch Lösungen für und von Organisationen und Entscheidern in Unternehmen. Mit seinem Wissen und Erfahrung schafft er es Veränderungen voran zu treiben.

Der Vortrag
In seinem Impulsvortrag beschäftigt sich Dr. Markus Ramming nicht mit der kreativitätsfördernden „Hardware“, sondern mit unserer „Software“, dem Gehirn. Zum Einstieg erläuterte er die Grundfunktionen des Gehirns und des Lernens. Etwa 100. 000.000.000 Nervenzellen machen unser Gehirn aus, diese Nervenzellen verbinden sich wiederum mit etwa 10.000 anderen Nervenzellen so entsteht ein gigantisches Netzwerk aus durchschnittlich eine Billiarde (eine 1 mit 15 Nullen) Verbindungen. Dieses Geflecht ist verändert sich im Laufe unseres Lebens, zu aller erst nimmt es in den ersten Lebensjahren enorm zu und spiegelt später uns „Nutzungsverhalten“ wieder. Denn das Gehirn wird zu dem, für das wir es nutzen. Diese Eigenschaft wird Neuroplastizität genannt, es ist Eigenart von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich zwecks der Optimierung laufender Prozesse in ihrer Anatomie und Funktion zu verändern.

Ohne Fachchinesisch
Dr. Ramming ist stets bemüht seine Aussagen so verständlich wie möglich zu formulieren. Denn wenn Wissenschaftler vom Gehirn reden, tun sie das oft detailverliebt und langweilig, so hat sich das Bild vom Gehirn als kompliziertes und schwer begreifbares Organ gefestigt. Mit dem methodischen Ansatz des Neuroleadership legt er die Arbeitsweise des Gehirns dar und zeigt die daraus folgenden Konsequenzen für die Praxis auf.

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Geld ist ein schlechter Motivator
Eine in der Praxis weit verbreitete Methode, Mitarbeiter zu motivieren ist der Weg über das Geld, ein großzügiges Gehalt oder Bonuszahlungen bei Erreichen eines (Projekt-) Ziels. Solche Belohnungen sind nach Dr. Ramming für eine nachhaltige und langfristige Motivation der Mitarbeiter kaum geeignet. Im Gegenteil können finanzielle Anreize Qualität und Quantität eines Ergebnisses sogar negativ beeinflussen, so rückt zum Beispiel das bloße Erreichen des Ziels in den Vordergrund, Umwege, Lernen und kreative Lösungen abseits der etablierten Strukturen bleiben dann aus.

Der Blick auf den ausgeschütteten Bonus auf dem Kontoauszug oder das Glücksgefühl beim Kaufen eines neuen Schuhs, wirken nur für etwa 12 Sekunden auf dem Dopamin ausschüttenden Teil (Nucleus Accumbens) des Gehirns. Wir haben ein kurzes Hoch und unter Umständen entwickelt sich ein Gewöhnungseffekt, jede Belohnung muss ein wenig höher ausfallen. Nachhaltige Freude, Motivation und Lernen bleibt da aus.

Die Grundbedürfnisse für Motivation
Viel wichtiger für die Motivation sind nach Dr. Ramming ist die Befriedigung einiger Grundbedürfnisse, die er mit diesen Begriffen definiert: Kontrolle, Lust, Bindung und Selbstwerterhöhung.

Kontrolle meint den Mitarbeitern, Entscheidungsspielraum zu geben, über Aufgaben, Herangehensweisen, Lösungen und die eigene Arbeitszeit. Im Bereich der Lust kann ein Arbeitgeber wenig beisteuern, denn hier geht es um Bedürfnisse wie Schlaf, Unterkunft, Ernährung und Sex. Bindungen hingegen kann eine Führungskraft hingegen stark beeinflussen, ein Betriebsklima auf Augenhöhe, gegenseitiger Respekt aber auch Raum und Zeit für die Ausbildung von persönlichen Beziehung der Kollegen untereinander ist wichtig. Eine Selbstwerterhöhung kann von außen angestoßen werden geschieht aber schlussendlich im inneren unseres Selbst. Anstoß kann ein begründetes Lob sein, was Sie aber beim Lob beachten müssen können Sie auch in unserem Beitrag „Richtig Loben“ einmal nachlesen. Wirksamer wird es die richtigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Selbstwert zu geben, Wege und Lösungen andeuten, die Mitarbeiter den Weg aber selbst gehen lassen. Projekte und Aufgaben so zu definieren, dass sie eine Herausforderung sind, die zwar Anstrengung bedeutet aber zu meistern ist. Denn selbst erreichte Erfolgserlebnisse steigern nachhaltige den Selbstwert.

Neuroleadership erleben
Wie gut oder schlecht Belohnungen funktionieren und welche wichtigen Bedürfnisse der Motivation zu Grunde liegen waren nur die beiden wichtigsten Punkte aus dem Vortrag von Dr. Ramming, welcher mit einigen anschaulichen Beispielen aus Studien, Literatur und der eigenen Berufserfahrung, Dr. Rammings gefüllt war. Viele Inhalte aus dem Vortrag finden sich auch in seinem Büchlein „Hirn-Anschalter Neuroleadership 2.0“ welches über den tredition-Verlag zu erwerben ist.

Persönlich zu erleben ist Dr. Ramming auch über die offenen Neuroleadership-Seminare des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement.

Schlusswort
Dr. Markus Ramming: „Ich glaube, ich habe alle guten und schlechten Ratgeber gelesen. Die wichtigste Botschaft: Es gibt kein festgelegtes Muster, dem Sie folgen können. Sie können nur Ihre eigenen Stärken finden und entwickeln. Ich kann den Prozess begleiten, seinen Weg finden muss jeder allein. Aber es gibt eine Menge Tricks und Methoden, wie man das am besten macht.“

Gastbeitrag zum Seminar „Biologie der Begeisterung“

Führungskraft Peter M. besuchte im November unser Seminar „Biologie der Begeisterung“ im Schloss zu Hopferau. Er war so freundlich, seine Erfahrungen und Eindrücke mit uns zu teilen.

Als ich von meinem Vorgesetzten die Einladung zum Seminar erhielt, stach mir als erstes der Titel in die Augen. „Biologie der Begeisterung“ – Zeige ich nicht genügend Begeisterung für meinen Job? Und hoffentlich ist das nicht schon wieder so ein Esoterikkram, dachte ich mir. Da ich aber ein durchaus positiv veranlagter Mensch bin, ließ ich das Ganze einfach mal auf mich zukommen – und wurde überrascht.

Schon die Ankunft am Seminarzentrum, dem Schloss zu Hopferau im malerischen Allgäu, war bereits ein Highlight des Wochenendes. Das Vier-Sterne-Haus lässt von der An- bis zur Abreise keine Wünsche offen. Auch die Verbindung zwischen den alten Gemäuern des Schlosses und die moderne Ausstattung des Hotels, vor allem auch der Seminarräume, war beeindruckend.

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Aber nun zur „Biologie der Begeisterung“. Was soll ich sagen? Es war einfach phantastisch! Unser Trainer, Dr. Sebastian Spörer, hat uns in den beiden Seminartagen mit viel Schwung und Leidenschaft, aber vor allem auch sehr anschaulich erklärt, welches Potenzial in unserem Körper verborgen liegt und warum wir es in den meisten Fällen nicht schaffen, dieses auch zu nutzen. Zunächst war für mich persönlich die Erkenntnis wichtig, wie sehr ich doch die Bedürfnisse meines Körpers und meines Geistes immer wieder vernachlässige. Häufig auch unbewusst. Anhand anschaulicher Alltagsbeispiele hat es Dr. Spörer spielend erreicht, dass wir unsere persönlichen Angewohnheiten hinterfragen und auf den Prüfstand stellen konnten. Besonders hilfreich war, dass uns der Seminarleiter nicht als mahnender Moralapostel gegenüber stand, sondern uns mit seiner ganz persönlichen und freundschaftlichen Art motivierte. Besonders spannend waren für mich die Themen Ernährung, Stress und Sport.

Das gesunde Ernährung und die richtigen Nahrungsmittel essentiell für einen gesunden Körper sind war uns klar. Ob man dies auch immer umsetzt sei mal dahingestellt. Aber welche Auswirkungen Ernährung auch auf meine Leistungsfähigkeit und meine Begeisterung hat wusste ich nicht. Dr. Spörer konnte uns ganz genau sagen, welche Lebensmittel wir besser meiden sollten und wie wir für uns herausfinden können, was für uns am Besten ist. Auch die Schlossküche hatte an den hier gewonnen Erkenntnissen großen Anteil. Denn das Essen wurde an die Seminarinhalte angepasst und wir haben gelernt, welche leckeren Mahlzeiten man aus den gesunden Zutaten zaubern kann. Außerdem war mir auch nicht klar, dass das entspannende Glas Wein am Abend eigentlich genau das Gegenteil bewirkt, nämlich einen unruhigen Schlaf und einen damit verbundenen anstrengenden Arbeitstag. Neben einfachen Entspannungsübungen, die sich auch im Büroalltag umsetzen lassen, war für mich die Erkenntnis das Sport nicht immer „Mord“ sein muss herausragend. Um uns dies zu demonstrieren erhielten wir Teilnehmer eine Pulsuhr und machten uns damit zum Joggen auf. Meine Angst, dabei nicht mithalten zu können war allerdings unbegründet. So erfuhr ich meinen idealen Trainingspuls der mich sanft, langsam und gleichmäßig laufen ließ. Mit der Erkenntnis dabei nicht aus der Puste zu kommen und dass nur wenige Minuten am Tag ausreichen, um Gewicht zu verlieren, seine Fitness zu steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen bekam auch ich neue Lust, mich künftig wieder mehr sportlich zu betätigen.

Aber nicht nur für mich und mein persönliches Empfinden war dieses Seminar genau das Richtige. Ich weiß nun auch, wie ich mein Team bestmöglich unterstützten kann, damit wir alle zusammen unsere guten Leistungen erhalten und sogar noch ein bisschen weiter ausbauen können. Ich kann die „Biologie der Begeisterung“ also wärmsten weiterempfehlen.