Ernährung im Herbst: Von Kürbis und Kartoffel

So langsam steht uns der der Herbst ins Haus. Die Blätter an den Bäumen färben sich herbstlich bunt, der Wind bläst stärker und wir packen die warmen Klamotten im Schrank nach vorn. Die kälteren Tage verlocken jedoch dazu Winterspeck anzulegen. Fettes und schweres Essen macht satt und hält warm, ist aber meist vitaminarm. Daher ist es gerade zu dieser Jahreszeit, besonders wichtig, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Denn mit dem Herbst steht auch die Erkältungszeit vor der Tür. Geeignete Speisen sind da der Eintopf oder eine Suppe mit viel Gemüse, die lecker schmeckt und schön von innen wärmt. Grundbestandteil dieser flüssigen Speisen ist  traditionsgemäß die Kartoffel.

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Vitamin C beugt vor
Die aus dem Hochland Südamerikas stammende Kartoffel wurde 1526 vom spanischen Eroberer Pizarro nach Europa gebracht. Anfangs wussten die Europäer nicht viel mit der Knolle anzufangen. Viele Jahre später setzte sich die Kartoffel als Heilmittel durch, denn eine mit der Schale gekocht Kartoffel enthält noch etwa 14-17mg Vitamin C. Damit gehört sie zwar nicht zu den Spitzenreitern unter den Vitamin C haltigen Nahrungsmitteln, gegen Skorbut war sie aber schon damals erfolgreich.

Herbst, Hormone und die Kartoffel
Wenn die Tage im Herbst kürzer werden fühlen wir uns oftmals müde, traurig und lustlos. Das liegt an dem Hormon Melatonin welches sich durch weniger Sonnenlicht auf unserer Haut und den Augen vermehrt bildet. Es steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus und ist wichtig für gesunden Schlaf. Grund dafür ist das Melatonin in der Zirbeldrüse unseres Gehirns unter anderem aus dem Glücklich-Macher Serotonin gebildet wird. Serotonin wirkt unter anderem auf unser zentrales Nervensystem und dort direkt auf unsere Stimmungslage. Serotonin ist in Lebensmitteln enthalten, kann dem Körper bzw. Gehirn aber nicht einfach so zugeführt werden, es muss der Körper im Gehirn erst selbst bilden. Hauptsächlich wird Serotonin aus den in Lebensmittel enthaltenen Aminosäure Tryptophan gebildet, dazu braucht es aber auch Kohlenhydrate. Die durch die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate regen die Insulinausschüttung an was wiederum dafür sorgt das die Muskeln für ihre Aktivität vermehrt andere Aminosäuren aufnehmen. So kann die Aminosäure Tryptophan ohne Probleme und in größerer Menge in unser Gehirn gelangen und dort in Serotonin umgewandelt werden. Schokolade und andere zuckerhaltigen Süßigkeiten sorgen für einen schnellen Anstieg des Insulins und damit auch für eine hohe Bildung von Serotonin. So schnell wie sich das Hormon bildet, genau so schnell baut es sich aber auch wieder ab. Besser sind da Produkte mit komplexeren Kohlenhydraten, wie Vollkorn oder eben die Kartoffel. Diese werden langsam verdaut und halten den Blut-Zucker-Spiegel sowie die Insulinausschüttung konstant.

Die Kohlenhydrate der Kartoffel
Neben den komplexen Kohlenhydraten, in Form von Stärke, enthält die Kartoffel auch leicht zerlegbare Kohlenhydrate. Wie sich Kartoffeln auf den Blutzuckerspiegel auswirken hängt von Sorte und Zubereitung ab. Festkochende Sorten wie Sieglinde oder Nicola enthalten resistente Stärken, die langsamer aufgespalten werden und dementsprechend den Blutzuckerspiegel langsamer steigen lassen. Festkochende Kartoffelsorten wie Adretta oder Augusta sind weniger resistent und können so für einen schnellen Blutzuckeranstieg, überhöhter Insulinproduktion und Heißhungerattacken führen. Bei der Zubereitung gilt, je weniger die Knollen verarbeitet sind desto komplexer bleiben die Kohlenhydrate. Das Maß für die Wirkung von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel wird Glykämischer Index (GI) genannt. Produkte mit einem hohen GI enthalten Kohlenhydrate, die schnell ins Blut übergehen und den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen lassen. So hat Kartoffelpüree einen hohen GI im Gegensatz zu Brat- oder Pellkartoffeln, da die Kartoffeln zerstampft wurden. Püree aus der Tüte hat, dank seiner industriellen Verarbeitung zu Pulver, einen noch höheren GI wie das selbst zubereitete Pendant. Neben Sorte und Zubereitung hängt die Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel auch davon ab in welcher Kombination die Kartoffel gegessen wird. Fett verlängert die Verweildauer der Speisen im Magen und verzögert so die Verdauung und sorgt so für einen kontinuierlichen, langanhaltenden Anstieg des Blutzuckers. Gerade Menschen die ein Problem mit ihrem Blutzuckerspiegel haben, insbesondere Diabetiker, müssen beim Thema Kartoffeln also ein paar Dinge mehr beachten.

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Die Alternative Kürbis
Wer eine Alternative zur Kartoffel bzw. Süßkartoffel sucht, findet gerade im Herbst mit dem Kürbis ein tolles Gemüse. Kaum ein Lebensmittel verbinden wir so sehr mit dieser Jahreszeit. Es gibt zahlreiche Gründe zum Kürbis zu greifen: Regionale und vor allem saisonale Produkte sind nicht nur nachhaltig sondern auch besonders schmackhaft und sehr gesund. Der Kürbis enthält Vitamine wie die Vorstufe des Vitamin A, das Beta-Carotin, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen sowie viele sättigende Ballaststoffe. Mit gerade mal 27 Kalorien auf 100 Gramm Fruchtfleisch macht er satt und belastet nicht. Die Wirkstoffe im Kürbis sind zudem leicht entwässernd, was sich positiv auf Bluthochdruck auswirkt. Zugegeben – die wenigsten wählen ihr Essen nach hauptsächlich gesundheitlichen Aspekten aus. Schlussendlich zählt doch der Geschmack. Vorteil des Kürbis: Er nimmt leicht den Geschmack von Gewürzen an und lässt sich so beliebig verfeinern. Wir empfehlen den milden, leicht nussig schmeckenden Hokkaido-Kürbis. Der orange oder grüne Kürbis hat dieselbe Konsistenz wie mehlig kochende Kartoffeln und ist somit eine gute Alternative zum Standartgemüse. Online findet man viele kreative. Wie wäre es mit einem Kürbis-Risotto, Kürbisbrot, Kürbisgnocchi, Ofenkürbis oder dem Klassiker die Kürbissuppe?

Insbesondere für alle Diabetiker birgt der Kürbis Hoffnung: chinesische Wissenschaftler haben herausgefunden das die Antioxidantien und das sogenannte D-Chiro-Inositol im Kürbis dafür sorgt das die beim Typ-1 Diabetes geschädigten Zellen der Bauchspeicheldrüse sich teilweiße erholen und wieder vermehrt das lebensnotwendige Insulin produzieren. Auf Insulininjektionen kann man durch eine Kürbisdiät nicht verzichten, aber diese möglicherweise drastisch reduzieren. In einem frühen Krankheitsstadium können die Wirkstoffe aus dem Kürbis den Krankheitsverlauf deutlich abschwächen.

Einen Überblick über all die verschiedenen essbaren Kürbissorten finden Sie hier:
https://www.daskochrezept.de/magazin/ernaehrung/warenkunde/kuerbissorten-kleine-kuerbis-kunde_150349.html

Satt essen mit gesunden Kohlenhydraten

Viele Jahre wurden Kohlenhydrate als Feind einer gesunden und ausgewogenen Ernährung angesehen. Doch nicht alle Kohlenhydrate sind böse, es gibt auch einige Gute. Seien Sie also nicht zu voreilig und streichen Sie nicht alle Kohlenhydrate von Ihrem Ernährungsplan. Vorrangig sollten Sie jedoch auf Getreide verzichten, insbesondere ist hier die Rede von Weizen. Gar keine Frage, Pizza, Kuchen, Kekse und Spaghetti sind zwar lecker, bestehen jedoch in den meisten Fällen alle aus Weizen. Dieser kann zu einer Übersäuerung, Diabetes, Müdigkeit, Bluthochdruck und vielen weiteren Folgen führen. Welche Kohlenhydrate Sie ohne Bedenken genießen können, zeige ich Ihnen mit meinen persönlichen Top-7-Kohlenhydraten.

Bananen gehören beispielsweise dazu. Sie zählen zu den langkettigen Kohlenhydraten und werden bei der Verdauung in kleinste Bestandteile zerlegt. Umso länger diese Kette ist, desto mehr profitiert unser Körper davon und bleibt länger davon satt. Bananen haben einen hohen Zuckergehalt, weshalb sie als gute Energiequelle bekannt sind. Aber sie liefern nicht nur viel Energie, sondern enthalten zudem auch viel Kalium. Kalium ist für einen gesunden Blutdruck und ein gesundes Herz verantwortlich. Isst man eine Banane täglich so hat man schon 15% des Tagesbedarfs an Kalium gedeckt. Außerdem enthalten sie viel Vitamin B6. Dieses ist besonders wichtig für unser Nervensystem und hilft uns gerade in Stresssituation einen kühlen Kopf zu bewahren.

Neben Bananen zähle ich auch Süßkartoffeln zu meinen Top-Kohlenhydraten. Sie werden sehr gehypt, da Süßkartoffeln gesünder als normale Kartoffeln sind. Außerdem kurbeln sie den Stoffwechsel an und versorgen uns mit wichtigen Mineralstoffen wie Calcium, Vitamine, Zink und Kalium. Das vorhandene Kalium regelt den Flüssigkeitshaushalt. Überschüssiges Wasser wird so aus dem Körper geschwemmt und kann einen zu hohen Blutdruck senken. Im Gegensatz zur normalen Kartoffel enthält die Süßkartoffel deutlich mehr Beta-Carotin, was zellschützend wirkt und unsere Abwehrkräfte stärkt. Ein höherer Ballaststoff-, Zucker- und Salzgehalt sind verantwortlich dafür, dass das Sättigungsgefühl bei der Süßkartoffel im Gegensatz zu normalen länger anhält.

Eine Gemüsesorte die insbesondere im Winter stark vertreten ist, ist die Pastinake. Auch sie besteht aus Calcium, Vitamin C und Kalium, was gut für Herz, Nerven und Muskeln ist und zudem unser Immunsystem stärkt. Durch ihre sekundären Pflanzenstoffe ist die Pastinake leicht verdaulich, gleichzeitig macht sie durch ihre vielen Ballaststoffe aber trotzdem satt. Somit eignet sich dieses Kohlenhydrat auch sehr gut als Mahlzeit in der Mittagspause.

Der Kürbis ist nicht nur als Dekoration zu Halloween nützlich, auch auf unserem Teller macht sich dieser sehr gut. Insbesondere der Hokkaidokürbis, mit seiner orangenen Farbe, enthält viel Beta-Carotin, was unser Körper in Vitamin A umwandelt. Zudem sorgt es für unseren Zellschutz und ist für die Sehkraft von großer Bedeutung. Doch nicht nur das, Beta-Carotin schütz außerdem vor Herz- und Gefäßkrankheiten.

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Auch die rote Rübe, oder Rote Bete genannt, hat es in sich. Sie ist zwar ziemlich aufwendig zuzubereiten, aber es lohnt sich, denn die Rübe liefert eine Vielzahl an Mineralien, Vitaminen wie A, B, C und Folsäure. Wie ihre Vorgänger enthält sie außerdem viel Calcium, Kalium, Magnesium, was gut für die Knochen und Muskeln ist. Die Powerknolle senkt das Krebsrisiko, den Blutdruck sowie, durch den Inhaltsstoff Betain, auch das Risiko von Herzkrankheiten. Doch Rote Bete ist nicht nur als Jungbrunnen und Kraftspender bekannt, die rote Knolle gilt auch als Sportler-Gemüse und Bio-Dopingmittel. Studien zeigen auf, dass der regelmäßige Verzehr von Rote-Bete-Saft die Regeneration fördern und leistungssteigernd wirken kann.

Eine weitere Knolle die ich zu meinen persönlichen Top-7-Kohlenhydraten zähle ist Maniok. Sie in Europa zwar nicht so bekannt, doch warum nicht mal was Neues ausprobieren? Maniok bekommen Sie in jedem afrikanischem und asiatischem Lebensmittelgeschäft. Sie enthält viel Calcium, Kalium und Eisen. Die Wurzelknollen sollte nur gekocht oder geröstet verzehrt werden. Da Maniok besonders leicht verdaulich ist, eignet sie sich sogar für Menschen, die an Sodbrennen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes leiden. Durch den täglichen Verzehr soll die Knolle übrigens sogar Schmerzen und Schwellungen lindern, die durch eine Gelenkentzündung ausgelöst wurden.

Wenn Sie dann schon mal in einem afrikanischen oder asiatischen Lebensmittelgeschäft sind, sollten Sie unbedingt auch nach Yam Ausschau halten. Es ist ebenfalls ein Wurzelgemüse. Yam hat in Afrika ungefähr dieselbe Bedeutung, wie für uns die Kartoffel. Bis auf den kleinen und feinen Unterschied, dass diese sehr gesund ist und zu den guten Kohlenhydraten zählt. In gekochten Zustand schmeckt Yam leicht süßlich, ähnlich wie Esskastanien. Der Yamswurzel wird auch eine heilende Wirkung zugeschrieben. So soll auch diese Pflanze schmerzlindernd, krampflösend, entzündungshemmend und entspannend wirken. Ferner kommt sie bei Frauenleiden, Depressionen, nervösen Verdauungsbeschwerden oder Osteoporose zum Einsatz. Der Grund dafür, Yam enthält Diosgenin, das körpereigenen Hormonen stark ähnelt, welche auf die Nebennierenrinde wirken und so zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden beitragen. Doch nicht nur das spricht für die Wurzel, denn auch die Knochendichte und die Gedächtnisleistung können durch sie gesteigert werden.

Probieren Sie es gerne selbst einmal über einen längeren Zeitraum aus. Verzichten Sie auf all die schlechten Sattmacher. Sie werden schnell bemerken was Sie ihrem Körper und sich selbst Gutes tun.