Gastbeitrag zum Seminar „Biologie der Begeisterung“

Führungskraft Peter M. besuchte im November unser Seminar „Biologie der Begeisterung“ im Schloss zu Hopferau. Er war so freundlich, seine Erfahrungen und Eindrücke mit uns zu teilen.

Als ich von meinem Vorgesetzten die Einladung zum Seminar erhielt, stach mir als erstes der Titel in die Augen. „Biologie der Begeisterung“ – Zeige ich nicht genügend Begeisterung für meinen Job? Und hoffentlich ist das nicht schon wieder so ein Esoterikkram, dachte ich mir. Da ich aber ein durchaus positiv veranlagter Mensch bin, ließ ich das Ganze einfach mal auf mich zukommen – und wurde überrascht.

Schon die Ankunft am Seminarzentrum, dem Schloss zu Hopferau im malerischen Allgäu, war bereits ein Highlight des Wochenendes. Das Vier-Sterne-Haus lässt von der An- bis zur Abreise keine Wünsche offen. Auch die Verbindung zwischen den alten Gemäuern des Schlosses und die moderne Ausstattung des Hotels, vor allem auch der Seminarräume, war beeindruckend.

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Aber nun zur „Biologie der Begeisterung“. Was soll ich sagen? Es war einfach phantastisch! Unser Trainer, Dr. Sebastian Spörer, hat uns in den beiden Seminartagen mit viel Schwung und Leidenschaft, aber vor allem auch sehr anschaulich erklärt, welches Potenzial in unserem Körper verborgen liegt und warum wir es in den meisten Fällen nicht schaffen, dieses auch zu nutzen. Zunächst war für mich persönlich die Erkenntnis wichtig, wie sehr ich doch die Bedürfnisse meines Körpers und meines Geistes immer wieder vernachlässige. Häufig auch unbewusst. Anhand anschaulicher Alltagsbeispiele hat es Dr. Spörer spielend erreicht, dass wir unsere persönlichen Angewohnheiten hinterfragen und auf den Prüfstand stellen konnten. Besonders hilfreich war, dass uns der Seminarleiter nicht als mahnender Moralapostel gegenüber stand, sondern uns mit seiner ganz persönlichen und freundschaftlichen Art motivierte. Besonders spannend waren für mich die Themen Ernährung, Stress und Sport.

Das gesunde Ernährung und die richtigen Nahrungsmittel essentiell für einen gesunden Körper sind war uns klar. Ob man dies auch immer umsetzt sei mal dahingestellt. Aber welche Auswirkungen Ernährung auch auf meine Leistungsfähigkeit und meine Begeisterung hat wusste ich nicht. Dr. Spörer konnte uns ganz genau sagen, welche Lebensmittel wir besser meiden sollten und wie wir für uns herausfinden können, was für uns am Besten ist. Auch die Schlossküche hatte an den hier gewonnen Erkenntnissen großen Anteil. Denn das Essen wurde an die Seminarinhalte angepasst und wir haben gelernt, welche leckeren Mahlzeiten man aus den gesunden Zutaten zaubern kann. Außerdem war mir auch nicht klar, dass das entspannende Glas Wein am Abend eigentlich genau das Gegenteil bewirkt, nämlich einen unruhigen Schlaf und einen damit verbundenen anstrengenden Arbeitstag. Neben einfachen Entspannungsübungen, die sich auch im Büroalltag umsetzen lassen, war für mich die Erkenntnis das Sport nicht immer „Mord“ sein muss herausragend. Um uns dies zu demonstrieren erhielten wir Teilnehmer eine Pulsuhr und machten uns damit zum Joggen auf. Meine Angst, dabei nicht mithalten zu können war allerdings unbegründet. So erfuhr ich meinen idealen Trainingspuls der mich sanft, langsam und gleichmäßig laufen ließ. Mit der Erkenntnis dabei nicht aus der Puste zu kommen und dass nur wenige Minuten am Tag ausreichen, um Gewicht zu verlieren, seine Fitness zu steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen bekam auch ich neue Lust, mich künftig wieder mehr sportlich zu betätigen.

Aber nicht nur für mich und mein persönliches Empfinden war dieses Seminar genau das Richtige. Ich weiß nun auch, wie ich mein Team bestmöglich unterstützten kann, damit wir alle zusammen unsere guten Leistungen erhalten und sogar noch ein bisschen weiter ausbauen können. Ich kann die „Biologie der Begeisterung“ also wärmsten weiterempfehlen.

Was Personaler über psychische Gesundheit wissen sollten

Ich hatte diese Woche wieder viele interessante Gespräche Personalern über das Thema psychische Gesundheit in Unternehmen. Anlass war mein Vortrag in Rinteln vor Personalleitern des Verbandes der Ernährungswirtschaft mit dem Thema: Der Umgang mit psychisch kranken und / oder auffälligen Mitarbeitern. 

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Es gibt eine Reihe von zuverlässigen Aussagen über psychische Gesundheit.
Hier die Zusammenfassung der vier wichtigsten Aussagen aus dem Ärzteblatt:

  • 1/3 der Bevölkerung weisen pro Jahr eine oder mehrere psychische Störungen auf
  • Angststörung liegen bei den Störungen auf Platz 1, gefolgt von Alkoholismus und Depressionen. Der Fokus der Aufmerksamkeit für Personaler sollte also auf diesen drei Feldern liegen.
  • Interessanterweise treten psychische Erkrankungen häufig in Verbindung mit anderen Erkrankungen auf. Mit einer zusätzlichen Begleiterkrankung steigt die Arbeitsunfähigkeit sogar signifikant an. So fällt 1/3 der Erkrankten mit psychischen Störungen innerhalb von 4 Wochen für 1 Tag aus. Während bei drei vorliegenden Erkrankungen die Ausfallquote auf 63% ansteigt
  • Der 3. wesentliche Faktor bei psychischen Erkrankungen ist die erstaunlich niedrige Behandlungsrate. Lediglich 42,9 % der mit einer psychischen Störung Erkrankten hatten der Studie zufolge medizinischen Kontakt. Selbst bei ernsthafteren Störungen sind die Behandlungsraten niedrig. Ob die zu niedrigen Behandlungsraten am mangelnden Angebot, der mangelnden Zeit des Behandlers, an der nicht wahrgenommenen Behandlungsdürftigkeit liegt bleibt offen. Auffallend ist, dass mit zunehmenden Begleiterkrankungen die Behandlungsrate rapide ansteigt.

Um diese „Versorgungslücke“ schnell zu schließen und frühzeitig entgegen steuern zu können wird es für Unternehmen immer wichtiger Führungskräfte in Schulungen zu sensibilisieren, damit Anzeichen für psychische Störungen wahrgenommen werden können und um einen Handlungskatalog in der Hand zu haben, um adäquat reagieren zu können.

Der immer größer werdende Bedarf und die Nachfrage an hierzu geschulten und sensibilisierten Führungskräften stellen wir  in unseren dafür ausgerichteten Seminaren fest.

Was sind also die Stellschrauben, die ein Unternehmen hat?

  • Ein Versorgungssystem, indem den Mitarbeitern schnell geholfen wird. Unser Vorschlag hierzu ist eine psycho-neuro-immunologische Sprechstunde mit einem umfassend arbeitenden Mediziner / Psychologen.
  • Führungsausbildung: Die Führungskräfte sollen lernen Warnsignale wahrzunehmen und ihre auffälligen Mitarbeiter schnell in eine solche Sprechstunde bringen. Dazu hilft es sehr, wenn die Führungskräfte sich selbst wahrnehmen und einschätzen können, am sinnvollsten über eigene Meßmethoden, wie die Personal Balance Card.
  • Mitarbeitersensibilisierung: je eher die Mitarbeiter in das Versorgungssystem gelangen, desto besser. Dies wird durch Vorträge und Workshops für Mitarbeiter sichergestellt.

Darüber hinaus habe ich spannende weitere Ansätze mitgenommen:

  • Eine Zusatzversicherung, die alle gesetzlich versicherten Mitarbeiter privat versicherten Mitarbeitern in der Versorgung gleichstellt.
  • Eine Telefonhotline die das Unternehmen anbietet

Es gibt eine Menge zu tun, besonders interessant ist, dass die Investition überschaubar ist, im Verhältnis zu einem Ausfall eines Mitarbeiters. Wenn unter 100 Mitarbeitern nur einer nicht krankheitsbedingt ausfällt aufgrund der Maßnahmen, dann ist die Maßnahme bereits rentabel.