Streit um die Milch – Gesund oder nicht

Anfang des Jahres sorgte ein Video des YouTubers Unge für den wohl größten Shitstorm im deutschsprachigen Teil der Videoplattform. Der überzeugte Veganer, der sonst hauptsächlich Videos über Computerspiele und Longboards macht veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Milch ist GIFT!“ (Mittlerweile wurde der Titel angepasst). Das polarisierende Video wurde bisher rund 1.5 Mio. mal geklickt, auf YouTube war es auf Platz 1 der Trends, auf Twitter befand sich das Hashtag #milchistgift in den Trends und auch die restlichen Massenmedien berichteten über das Phänomen. Es schien so, als ob ganz Deutschland über die gesundheitlichen Folgen des Milchkonsums diskutierte. Unge stellte in seinem Video die These auf, dass (Kuh-)Milch giftig und grundsätzlich schädlich für uns Menschen ist. Die Empfehlungen, zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, täglich Milchprodukte zu sich zu nehmen, sei eine von der Milch-Lobby gesteuerte Propaganda. Sein größtes Argument: Das Gesundheitsministerium in Kanada hat Milch aus der Ernährungspyramide gestrichen, stattdessen stehen nun Gemüse, Obst, Vollkorn und pflanzliches Protein ganz oben. Diese Behauptung wurde im März vom Tierschutzverein PETA veröffentlicht und wahrscheinlich von YouTuber Unge aufgegriffen.

Kanada hat tatsächlich für 2018 seine Ernährungsempfehlungen aktualisiert, Milch verschwindet dabei aber nicht aus der Ernährungspyramide, denn in den neuen Entwürfen heißt es: „Tierische Produkte wie Eier, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel, fettarmes rotes Fleisch, fettarme Milch, Joghurt und fettarme sowie salzarme Käsesorten sind nährstoffreiche Lebensmittel für jeden Tag.“ Tatsächlich wurde nur die empfohlene Menge der Milchprodukte reduziert.

Doch, wie viel Wahrheit steckt in dem Video?
In einem späteren Video geht Unge auf seine populistischen Aussagen ein, die er vor allem gewählt habe, um Aufmerksamkeit auf die Zustände in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Denn ein Leben als Milchmaschine bedeutet für den Großteil der Tiere wohl ein kurzes Leben unter psychischem und körperlichem Stress. Hinzu kommt die Belastung des Klimas und der Umwelt durch diese Form der Haltung.

Wenn es Unge wirklich um Aufmerksamkeit für Natur- und Umweltschutz ging, hat er mit seinem Video eher das Gegenteil bewirkt. In den nachfolgenden Diskussionen im Netz ging es hauptsächlich darum, sich über die Aussage Milch ist Gift oder über die Verschwörungstheorie der Milch-Lobby lustig zu machen.

Kuh, Euter, Melkmaschine, Stall

Ein polarisierendes Thema

Das Thema Milch, vor allem im Gewand der Laktose, ist mit dem zunehmenden Bewusstsein für Ernährung in den Fokus gerückt. Immer mehr Menschen entdecken vermeintliche Nahrungsunverträglichkeiten, ganz oben steht die Laktose-Intoleranz, an der wohl jeder 7. also rund 12 Millionen Deutsche leiden. Erst vor gut 7500 Jahren gewöhnten sich die ersten sesshaften Europäer an den Milchzucker. Einst besaßen nur Babys das Enzym Laktase, das es dem Dünndarm erlaubt, die Laktose aufzuspalten und zu verdauen. Dann mutierte das Gen, welches die Laktaseproduktion in jungen Jahren einstellt. Noch heute können z. B. nur wenige Asiaten den Milchzucker abbauen. Daher stehen dort und vermehrt jetzt auch im Westen laktosefreie Milchprodukte oder pflanzliche Milchersatzprodukte hoch im Kurs.

Calcium ist gut für die Knochen
Calcium gehört zu den wichtigsten Mineralien im Körper. Knochen und Zähne bestehen aus Calciumverbindungen und auch für die ordnungsgemäße Muskel- und Nervenfunktion ist es unerlässlich. Da kann die Milch mit ihrem hohen Gehalt nur gut sein. Wichtig für die Aufnahme von Calcium und anderen Stoffen in die Knochen und Zähne sind vor allem Magnesium als enzymatischer Kofaktor, sowie Vitamin K und D. Optimal ist dabei ein Verhältnis von 2:1. Wer doppelt so viel Calcium wie Magnesium aufnimmt, kann sich sicher sein, dass das meiste davon vom Körper aufgenommen wird. Leider weist die Kuhmilch ein Verhältnis von 10:1 auf, Emmentaler eines von 30:1. So kann kaum Calcium aufgenommen werden. Manche Forscher gehen sogar so weit, der Milch keinen Effekt auf Knochendichte, von zumindest erwachsenen Menschen, zuzuschreiben. Amerikanische Osteoporose Forscher keinen Unterschied in der Knochendichte von vegan-lebenden und Milch-trinkenden Menschen gefunden. Denn glücklicherweise findet sich im Kohlgemüse etwa genau so viel Calcium auf 100 Gramm wie in der Kuhmilch. Die Bioverfügbarkeit beträgt dabei sogar ca. 50 %, die Mineralstoffe in der Milch haben hingegen nur eine Bioverfügbarkeit von ca. 30 %.

Milch ist ein Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Wachstumsfaktoren, Vitamine und Mineralstoffe. Ideal für Säuglinge, die schnell und viel wachsen. Auch für Kleinkinder können Milchprodukte von Vorteil sein. Studien haben gezeigt, dass Kinder im Alter von drei Jahren, die Kuh-Milch zu sich nehmen, bis zu 1,5 cm größer sind im Gegensatz zu den Altersgenossen, die keine Kuh-Milch oder z. B. Soja-Milch zu sich nehmen.

Kaffee und Milch

Aber wie so oft im Leben, kommt es auf die Menge an. Die potente Milch birgt auch Risiken, eine Ernährung mit sehr viel Eiweiß und Kohlenhydraten in jungen Jahren kann zu einer Stoffwechselumstellung, im schlimmsten Fall auch zu Diabetes führen. So können lebenslang Probleme mit dem Gewicht entstehen, das Übergewicht-Risiko steigt an.

Die in der Milch enthaltene Galactose, ein Einfachzucker ähnlich der Laktose, ist ebenso wichtiger Energielieferant, der unter anderem die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung des Gehirns steigert. Doch genau dieser Zucker gilt als entzündungsfördernd. Blutanalysen von Milchtrinkern haben erhöhte Entzündungswerte und oxidative Stresspegel gezeigt. Entzündungen im Körper haben generell negative Wirkung und sind oft der Anfang aller möglichen Krankheiten, ähnlich einer Immunschwäche verstärken diese Krankheitsprozesse.

Es gibt zum Thema Milch genauso viele Befürworter wie auch Gegner. Daher haben wir einmal Tanja Vogt, Trainerin vom Zentrum für Leistungsmanagement zu Ihrer Meinung zum Thema Milch befragt.

Milch gehört für viele Menschen einfach dazu, ob ins Müsli, in den Kaffee oder pur. Was halten Sie so ganz allgemein davon, Milch zu trinken?

Tanja Vogt: Was ich hier gerne schon einmal zu bedenken geben möchte, ist der Fakt, dass die meisten Menschen die ursprüngliche Milch eigentlich gar nicht mögen. Das was wir im Supermarkt als Milch kaufen hat je nachdem, wie stark sie behandelt wurde, vom Geschmack und den Inhaltsstoffen wenig bis gar nichts mehr mit der Rohmilch direkt vom Bauern bzw. direkt von der Kuh zu tun. Die ursprüngliche Milch ist von der Konsistenz heterogener und um einiges fettiger und intensiver im Geschmack. H-Milch ist zwar billig und leicht verdaulich, verliert aber auch bis zu 20 % der Vitamine. Ob keine Milch, H-Milch oder Frischmilch. Ist ganz klar eine individuelle Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Da spielt neben dem Wohlbefinden und der Gesundheit auch der Geschmack hinein.

Wie steht das Zentrum für Leistungsmanagement bzw. das Programm Biologie der Begeisterung zum Thema Milch?

Tanja Vogt: Das ZfL spricht sich für einen umsichtigen Umgang mit Milch aus. Insbesondere hormonelle Rückstande in der industriell hergestellten Milch können stressbedingte Krankheiten befördern. Auch die entzündungsfördernde Wirkung der Milch kann Probleme verursachen. Viele Menschen haben eine Unverträglichkeit von Milch, damit meine ich nicht die Laktose-Intoleranz, Milch ist einfach schwer zu verdauen. Das lässt sich relativ einfach ausprobieren. Nehmen Sie einmal bewusst viele Milchprodukte zu sich oder verzichten Sie ganz auf Kuh-Milch, Sie werden ganz bestimmt eine Wirkung spüren. Je nach dem werden Sie sich wie immer oder schlechter bzw. müde fühlen. Dann können Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten dementsprechend anpassen.

Gibt es noch mehr Aspekte, die gegen die Milch sprechen?

Tanja Vogt: Ja natürlich ist da noch der moralische Aspekt, mit dem Tierwohl und den Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Das Ganze ist ja schon eine Weile weit weg von der oft suggerierten Bauernhofidylle und der naturnahen Haltung, das ist eine Industrie mit Milliardenumsatz, mit all den Problemstellungen, die das mit sich führt.

Milch ist beliebt. Werbung und Marketing scheinen hier eine starke Wirkung zu haben.

Tanja Vogt: Durch Agrarsubventionen hat die EU einen übersättigten Markt geschaffen. Milchpulver wird nach Afrika und China exportiert. Dementsprechend aggressiv wird auch auf dem heimischen Markt für Milch und Milchprodukte geworben. Es gibt unzählige Kampagnen, bei denen Prominente mit dem Glas Milch in der Hand posieren. Da werden natürlich die vermeintlichen Vorteile beschworen, Calcium, Proteine, Vitamine etc. Da ist es wichtig, sich selbst zu informieren. Stichwort aufgeklärter Konsument.

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Es gibt doch auch viele Alternativen zur Kuh-Milch. Die scheinen auch immer beliebter zu sein.

Tanja Vogt: Ja die pflanzlichen Alternativen funktionieren gut. Oft hängt es aber am Geschmack, dann heißt es „Sojamilch schmeckt mir nicht“, daher kann ich auf Kuh-Milch nicht verzichten. Deswegen geben einige Hersteller Ihren pflanzlichen Milchdrinks viel Zucker bei. Also Vorsicht, auch hier lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste – denn pflanzlich allein macht noch keine gesunde Milch. Das Problem mit dem Geschmack ist auch eine Sache der Kombination. Die Auswahl ist groß und geht weiter über die allseits bekannte Sojamilch hinaus. Nicht jeder Drink passt in den Kaffee, das Müsli oder in den Pfannkuchen. Aber für jeden Bedarf gibt es entsprechend individuell passende Drinks. Besonders toll ausprobieren lässt sich der Geschmack, wenn man den Drink selbst herstellt (dann weiß man auch ganz genau, was drin ist). Erst vor Kurzem habe ich hierzu ein interessantes Video gesehen. Das ist auch recht einfach, es braucht nur wenig Zutaten, wenig Zeit und einen hochwertigen Mixer.

Vielen Dank Frau Vogt für Ihre Tipps und Anstöße!

 Tanja Vogt ist Trainerin des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement, Coach und Trainerin für Führungskräfteentwicklung, Teamberatung, Kommunikation und Konfliktmanagement. International ausgebildete Yogalehrerin.

Was steckt drin – Wissenswertes zum (Oster-) Ei

Genau wie der Hase gehört auch das Ei zu Ostern. Daher wollen wir in diesem Blogbeitrag einmal im Rückblick auf die Osterzeit, auf einige Fragen zum Thema Ei beantworten, insbesondere im Kontext unserer Ernährung und Leistungsfähigkeit.

Gegenüber (Hühner-) Eiern werden viele Vorbehalte gepflegt. Schlagworte wie Fipronil, Cholesterin, Salmonellen und Tierwohl prägen die Diskussion zum Ei. Zu jedem der Themen gab und gibt es einen kleinen oder großen Skandal. Hinzu kommt, dass wir wohl mehr Eier zu uns nehmen als uns bewusst ist. Denn sie stecken nicht nur im Omelette oder Spiegelei, sondern auch in Gebäck, Saucen oder Nudeln. Daher verzehrte, laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, jeder Deutsche im Jahr 2016 auch rund 231 Eier – das macht vier bis fünf Eier pro Woche.

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Doch ist das noch gesund? JA! Die Inhaltsstoffe sprechen da für sich, besonders die des Eigelbs. Gesundes Fett in Form von Omega-3-Fettsäuren, sowie Mineralien und Vitamine sind im Eigelb zu finden. Darunter das Vitamin A, wichtig für Wachstum und Augenfunktion, alle B Vitamine und das Antioxidant Vitamin E. Rund 13% reines Protein stecket im gesamten Ei, der größte Teil im Eiklar. Das Protein, umgangssprachlich auch Eiweiß, ist besonders gut verwertbar da es aus allen neun essentiellen Aminosäuren aufgebaut ist. Das Ei ist auch eines der größten Quellen für Cholin, (auch als Vitamin B4 bezeichnet) einem Stoff den wir zwar in geringen Mengen selbst produzieren können, aber auch notwendigerweise durch die Nahrung aufnehmen müssen. Viele Menschen leiden an einem Mangel dieses Nährstoffs, obwohl er für wichtige Schlüsselfunktionen in Zellen, Herz, Gehirn und Leber zuständigen ist. Vitamin D brauchen wir für die Aufnahme von Mineralstoffen und Eier gehören zu den wenigen Lebensmitteln die natürliches Vitamin D enthalten. Wer also einige Eier in der Woche zu sich nimmt, kann sich die Multivitamintablette sparen!

Eine Tabelle aller wichtigen Inhaltsstoffe finden Sie hier: http://www.eier.de/Seiten/Ei/ei_nahr.htm

Eiqualität
Die Frage wie es dem Huhn ergangen ist lässt sich auf den ersten Blick aufs Ei nicht erkennen. Der Aufdruck gibt da schon mehr her. Die erste Zahl des Aufdrucks gibt Auskunft über die Haltung der Hühner:

  • 0 steht für Bio
  • 1 steht für Freilandhaltung
  • 2 steht für Bodenhaltung
  • 3 für Käfighaltung

Danach folgt das EU Herkunftsland in einem Länderkürzel, wie z.B. DE, AT, CZ oder NL. Anschließend eine zweistellige Zahl zum Bundesland, Baden-Württemberg und Bayern haben z.B. die 08 bzw. 09. Zuletzt eine fünfstellige Nummer für den Betrieb und den Stall im Betrieb. Bequem lässt sich der Code auch auf https://www.was-steht-auf-dem-ei.de/ entschlüsseln.

Beim Preis-/Leistungsverhältnis sind Eier kaum zu schlagen, das gilt auch für die teureren Bio-Eier. Denn ein Vergleich der Eier von in Käfig- und Bodenhaltung lebenden Hühner und Freilandeiern zeigt große Unterschiede im Nährwertgehalt. Hühner die statt ausschließlich Kraftfutter wie Körnern und Soja-Schrot auch frische Pflanzen, Würmer, Insekten und Schnecken fressen, legen Eier die ⅔ mehr Vitamin A, 2× mehr Omega-3-Fettsäuren, 3× mehr Vitamin E, 4 bis 6× mehr Vitamin D, 7× mehr Beta-Carotin, ⅓ weniger Cholesterin sowie ¼ weniger gesättigte Fettsäuren enthalten.

Doch Freilandhaltung sagt erst einmal nichts über die Fütterung der Tiere aus, sondern nur über die Haltung. Die Regeln für Eier mit Bio Siegel gehen da schon weiter: Freilandhaltung ist verpflichtend und die Hühner bekommen ökologisches Futter ohne Antibiotikazusatz und Gentechnik.

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Das Problem der Ostereier
Zur Osterzeit werden sie einem beim Bäcker oder an der Tankstelle geschenkt, sie sind hartgekocht, und knallbunt marmoriert. Wir möchten hier niemandem etwas unterstellen, aber diesen bunten Ostereiern fehlt der Kennzeichnungscode, wie alt sie sind, woher sie stammen und wie sie produziert wurden können wir nicht wissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um billige Eier aus Massentierhaltung mit vielleicht sogar schädlichen Farben handelt, ist hoch.

Eine bessere Variante ist selbst färben. Man verbringt nicht nur Zeit mit den Liebsten und hat gemeinsam Spaß, sondern weiß woher die Eier stammen. Einfach Bio-Freiland Eier kaufen und für ca. 10 Minuten kochen, nicht abschrecken und dann bemalen oder in einem Bad bunt färben. Wenn die Schale keine Risse hat sind die Eier im Kühlschrank etwa ein bis zwei Wochen haltbar.

Streitfall Cholesterin
Das Fettmolekül Cholesterin ist ein für den Organismus unverzichtbarer Baustein, weil er für den Zellstoffwechsel, den Aufbau der Zellwände und als Grundsubstanz für Hormone benötigt wird. Befeuert durch das 2002 erschienene Buch „Die Cholesterin-Lüge: Das Märchen vom bösen Cholesterin“ streiten sich Experten, Ärzte und Wissenschaftler. In seinem Buch behauptet der Autor Walter Hartenbach, dass die Cholesterinsenkung für Pharmafirmen, Ärzte und Margarineindustrie ein Milliardengeschäft ist. Auf Cholesterinhaltige Lebensmittel zu verzichten und den Cholesterinspiegel durch Tabletten zu senken ist schädlich und schwächt den Organismus. Ärztliche Verbände und die Herzstiftung sehen hingegen das Cholesterin als einen großen Risikofaktor für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, einer Arterienverengung die zum Herzinfarkt führen kann. Menschen mit Arterienverhärtungen am Herzen müssen daher besonders aufpassen und Ihre Ernährung umstellen. Der Streit um die Auswirkungen des Cholesterins ist aber mittlerweile zu einer Glaubensfrage geworden.

Cholesterin im Ei
Ein mittelgroßes Ei enthält 200 bis 230 mg Cholesterin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehl im Jahr 2010 noch, nicht mehr als etwa 300 mg Cholesterin pro Tag zu sich zu nehmen. In tierischen Lebensmittel wie Milcherzeugnissen und Fleischwaren befindet sich ebenso Cholesterin, da ist das Maximum schnell erreicht. In aktuelleren Empfehlungen der DGE wird das durch die Nahrung aufgenommene Cholesterin nicht mehr so kritisch gesehen, da sich die Zufuhr über die Nahrung bei den meisten Menschen nur geringfügig auf die Werte im Blut auswirkt. Da der Körper das Cholesterin ansonsten selbst bildet, wird bei erhöhter Aufnahme durch die Nahrung die körpereigene Produktion heruntergefahren und überschüssiges Cholesterin über die Leber entsorgt. Funktioniert dieses System jedoch nicht, etwa durch Krankheit oder Veranlagung, zirkuliert das Cholesterin lange im Blut und kann dort Schäden an den Gefäßen verursachen.

Eierkarton

Doch wieviel Eier sind Ok?
Ernährungsexperten sind der Meinung „Selbst 15 bis 20 Eier pro Woche sind kein Problem, sofern man keine rheumatischen Erkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen hat, die zu chronisch erhöhtem Cholesterinspiegel führen. Vegetarier können sogar noch mehr Eier zu sich nehmen. Es gilt also auf die eigene körperliche Verfassung und Ernährung zu schauen, zum Beispiel mittels eines regelmäßigen ärztlichen Check-Ups.

Fazit
Eier sind wahre Protein-, Mineralien- und Vitaminbomben, sie unterstützen, speziell nach dem Sport, den Muskelaufbau und sättigen langanhaltend und können so einen effektiven Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten. Die gesättigten Fettsäuren des Eis steigern das Erinnerungsvermögen und verbessern die Leistungsfähigkeit des Gehirns. In erster Linie sind das im Eigelb enthaltene Cholin und Lecithin dafür verantwortlich. Sie sind wesentlicher Bestandteil unserer Neurotransmitter, Gehirn- und Nervenzellen. Cholesterin wirkt ebenso positiv auf das Gehirn und trägt zum Beispiel zur Bildung von Sexualhormonen bei. Unbegründete Angst vor dem Cholesterin im Ei ist nicht angebracht, viel kritischer sind hingegen die Wirkungen von Getreide, Milch und Bewegungsmangel auf unsere Leistungsfähigkeit zu betrachten.

Alles neu macht der Mai!

Neues Jahr, neue Vorsätze. Wer kennt es nicht, dieses Spiel, das bereits im März schon wieder beendet ist. Doch jetzt, wo die Tage wieder länger und vor allem auch wärmer werden, sehnen sich viele von uns nach der Strandfigur. Also werden wieder fleißig Diäten gestartet und Fitnessverträge abgeschlossen. Es ist wieder einmal an der Zeit, etwas grundlegend zu ändern. Wie Sie das schaffen können – privat und beruflich –, erfahren Sie in diesem Beitrag!

Unser Leben besteht aus einer Reihe von wiederkehrenden Abläufen und Gewohnheiten. Das ist eigentlich eine gute Sache. Schließlich wollen wir nicht jeden Tag aufs Neue darüber nachdenken müssen, wie wir uns die Zähne putzen und wie es funktioniert, die Schuhe zu binden. Forscher am Massachusetts Institute of Technology haben herausgefunden, dass unsere Gewohnheiten in den sog. Basalganglien, einer bestimmten neuronalen Schaltzentrale gespeichert sind. Diese können aber nicht zwischen einer guten oder schlechten Angewohnheit unterscheiden. Sie versuchen lediglich, sich wiederholende Verhaltensmuster zu einer Gewohnheit werden zu lassen. Übrigens besitzen auch Fische oder Reptilien diese Eigenschaften. Ob jedoch auch sie lästige Gewohnheiten verlieren möchten ist bisher unerforscht. Wie aber kann es nun gelingen, eine erfolgreiche Änderung einzuleiten?

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95 Prozent unserer täglichen Entscheidungen erreichen unser Bewusstsein gar nicht. Um sich diese Zahl besser vorstellen zu können, müssen wir uns zuerst klar werden, wie unsere täglichen Gewohnheiten aufgebaut sind. Diese folgen meist einem klaren Muster aus den drei Elementen – Lust – Routine – Belohnung. Zur Veranschaulichung kann dabei unser morgendliches Frühstücksritual dienen. Sie haben Hunger und damit Lust, etwas zu essen. In Ihrer täglichen Routine schlurfen Sie beinahe blind in die Küche, nehmen sich eine Schüssel aus dem Schrank, füllen die gezuckerten Cornflakes hinein und übergießen diese mit Milch. Der Zucker (und eine Tasse Kaffee) weckt Ihre Lebensgeister. Hier kommt die Belohnung ins Spiel. Jetzt möchten Sie aber etwas auf Ihre Gesundheit und Ihren Körper achten und weil Sie so motiviert sind, haben Sie die Cornflakes natürlich vom Speiseplan gestrichen. Aber nun eine neue Routine mit frischen Früchten, gesundem Tee und einem Vollkornbrot mit Avocado einzuführen wird sehr schwer werden – vor allem, weil Lust und Belohnung uns massiv daran hindern werden und uns zum alten Schema verleiten. In der Psychologie geht man davon aus, dass eine gewollte Verhaltensänderung mindestens zwei bis drei Wochen benötigt. Und das auch nur dann, wenn man intensiv auf sein Tun achtet. Versuche haben aber gezeigt, dass veränderungsbereite Probanden zwischen 66 und bis zu mehr als 250 Tage benötigten, um ohne darüber nachzudenken zu gesunden Lebensmitteln zu greifen. Während dieser ganzen Zeit will uns unser Gehirn signalisieren: Hier stimmt etwas nicht! Genau dann ist der Punkt des Scheiterns erreicht, denn die meisten geben nun ihrem Gehirn nach und fallen in den „alten Trott“ zurück. Auch der Energieverbrauch in Form von Glukose ist dabei nicht zu verachten. Bewegen wir uns in gewohnten Mustern ist dieser sehr gering. Sobald wir uns aber neu programmieren möchten, steigt er massiv an. Ein umprogrammieren unseres Autopiloten kann also durchaus auch körperliche Folgen mit sich bringen. Gerade während dieser Zeit sollten Sie also darauf achten, einen Ausgleich zu schaffen. Vor allem durch viel Bewegung, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und Entspannung. Dies ist besonders wichtig. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben festgestellt, dass unsere beiden Stresshormone Cortisol und Noradrenalin die Funktionen des Frontalhirns herabsetzen. Unter Druck ist unser Gehirn also nicht wirklich bereit für Veränderungen. Wer schon einmal in einer stressigen Phase versucht hat, mit dem Rauchen oder dem Verzehr von Schokolade aufzuhören, wird wissen, dass dies ein aussichtsloses Unterfangen ist.

Wichtig sein wird auch, dass Sie sich realistische Ziele setzen, welche Sie in einem festgesetzten Zeitraum auch erfüllen können. Zu viele Misserfolge bzw. nicht erreichte Ziele werden schnell an der Motivation zweifeln lassen und zur Aufgabe führen.

Was wir hier am Beispiel des Abnehmens aufgeführt haben, lässt sich auch in die Arbeitswelt übertragen. Sie möchten lernen, Prioritäten besser zu setzen oder produktiver zu werden? Dann analysieren Sie sich alleine oder auch mit einem Kollegen selbst. Wo sind Ihre Schwachstellen und wo befinden sich Ansatzpunkte diese zu verbessern?

Das wichtigste jedoch ist – Haben Sie Geduld mit sich selbst!

Satt essen mit gesunden Kohlenhydraten

Viele Jahre wurden Kohlenhydrate als Feind einer gesunden und ausgewogenen Ernährung angesehen. Doch nicht alle Kohlenhydrate sind böse, es gibt auch einige Gute. Seien Sie also nicht zu voreilig und streichen Sie nicht alle Kohlenhydrate von Ihrem Ernährungsplan. Vorrangig sollten Sie jedoch auf Getreide verzichten, insbesondere ist hier die Rede von Weizen. Gar keine Frage, Pizza, Kuchen, Kekse und Spaghetti sind zwar lecker, bestehen jedoch in den meisten Fällen alle aus Weizen. Dieser kann zu einer Übersäuerung, Diabetes, Müdigkeit, Bluthochdruck und vielen weiteren Folgen führen. Welche Kohlenhydrate Sie ohne Bedenken genießen können, zeige ich Ihnen mit meinen persönlichen Top-7-Kohlenhydraten.

Bananen gehören beispielsweise dazu. Sie zählen zu den langkettigen Kohlenhydraten und werden bei der Verdauung in kleinste Bestandteile zerlegt. Umso länger diese Kette ist, desto mehr profitiert unser Körper davon und bleibt länger davon satt. Bananen haben einen hohen Zuckergehalt, weshalb sie als gute Energiequelle bekannt sind. Aber sie liefern nicht nur viel Energie, sondern enthalten zudem auch viel Kalium. Kalium ist für einen gesunden Blutdruck und ein gesundes Herz verantwortlich. Isst man eine Banane täglich so hat man schon 15% des Tagesbedarfs an Kalium gedeckt. Außerdem enthalten sie viel Vitamin B6. Dieses ist besonders wichtig für unser Nervensystem und hilft uns gerade in Stresssituation einen kühlen Kopf zu bewahren.

Neben Bananen zähle ich auch Süßkartoffeln zu meinen Top-Kohlenhydraten. Sie werden sehr gehypt, da Süßkartoffeln gesünder als normale Kartoffeln sind. Außerdem kurbeln sie den Stoffwechsel an und versorgen uns mit wichtigen Mineralstoffen wie Calcium, Vitamine, Zink und Kalium. Das vorhandene Kalium regelt den Flüssigkeitshaushalt. Überschüssiges Wasser wird so aus dem Körper geschwemmt und kann einen zu hohen Blutdruck senken. Im Gegensatz zur normalen Kartoffel enthält die Süßkartoffel deutlich mehr Beta-Carotin, was zellschützend wirkt und unsere Abwehrkräfte stärkt. Ein höherer Ballaststoff-, Zucker- und Salzgehalt sind verantwortlich dafür, dass das Sättigungsgefühl bei der Süßkartoffel im Gegensatz zu normalen länger anhält.

Eine Gemüsesorte die insbesondere im Winter stark vertreten ist, ist die Pastinake. Auch sie besteht aus Calcium, Vitamin C und Kalium, was gut für Herz, Nerven und Muskeln ist und zudem unser Immunsystem stärkt. Durch ihre sekundären Pflanzenstoffe ist die Pastinake leicht verdaulich, gleichzeitig macht sie durch ihre vielen Ballaststoffe aber trotzdem satt. Somit eignet sich dieses Kohlenhydrat auch sehr gut als Mahlzeit in der Mittagspause.

Der Kürbis ist nicht nur als Dekoration zu Halloween nützlich, auch auf unserem Teller macht sich dieser sehr gut. Insbesondere der Hokkaidokürbis, mit seiner orangenen Farbe, enthält viel Beta-Carotin, was unser Körper in Vitamin A umwandelt. Zudem sorgt es für unseren Zellschutz und ist für die Sehkraft von großer Bedeutung. Doch nicht nur das, Beta-Carotin schütz außerdem vor Herz- und Gefäßkrankheiten.

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Auch die rote Rübe, oder Rote Bete genannt, hat es in sich. Sie ist zwar ziemlich aufwendig zuzubereiten, aber es lohnt sich, denn die Rübe liefert eine Vielzahl an Mineralien, Vitaminen wie A, B, C und Folsäure. Wie ihre Vorgänger enthält sie außerdem viel Calcium, Kalium, Magnesium, was gut für die Knochen und Muskeln ist. Die Powerknolle senkt das Krebsrisiko, den Blutdruck sowie, durch den Inhaltsstoff Betain, auch das Risiko von Herzkrankheiten. Doch Rote Bete ist nicht nur als Jungbrunnen und Kraftspender bekannt, die rote Knolle gilt auch als Sportler-Gemüse und Bio-Dopingmittel. Studien zeigen auf, dass der regelmäßige Verzehr von Rote-Bete-Saft die Regeneration fördern und leistungssteigernd wirken kann.

Eine weitere Knolle die ich zu meinen persönlichen Top-7-Kohlenhydraten zähle ist Maniok. Sie in Europa zwar nicht so bekannt, doch warum nicht mal was Neues ausprobieren? Maniok bekommen Sie in jedem afrikanischem und asiatischem Lebensmittelgeschäft. Sie enthält viel Calcium, Kalium und Eisen. Die Wurzelknollen sollte nur gekocht oder geröstet verzehrt werden. Da Maniok besonders leicht verdaulich ist, eignet sie sich sogar für Menschen, die an Sodbrennen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes leiden. Durch den täglichen Verzehr soll die Knolle übrigens sogar Schmerzen und Schwellungen lindern, die durch eine Gelenkentzündung ausgelöst wurden.

Wenn Sie dann schon mal in einem afrikanischen oder asiatischen Lebensmittelgeschäft sind, sollten Sie unbedingt auch nach Yam Ausschau halten. Es ist ebenfalls ein Wurzelgemüse. Yam hat in Afrika ungefähr dieselbe Bedeutung, wie für uns die Kartoffel. Bis auf den kleinen und feinen Unterschied, dass diese sehr gesund ist und zu den guten Kohlenhydraten zählt. In gekochten Zustand schmeckt Yam leicht süßlich, ähnlich wie Esskastanien. Der Yamswurzel wird auch eine heilende Wirkung zugeschrieben. So soll auch diese Pflanze schmerzlindernd, krampflösend, entzündungshemmend und entspannend wirken. Ferner kommt sie bei Frauenleiden, Depressionen, nervösen Verdauungsbeschwerden oder Osteoporose zum Einsatz. Der Grund dafür, Yam enthält Diosgenin, das körpereigenen Hormonen stark ähnelt, welche auf die Nebennierenrinde wirken und so zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden beitragen. Doch nicht nur das spricht für die Wurzel, denn auch die Knochendichte und die Gedächtnisleistung können durch sie gesteigert werden.

Probieren Sie es gerne selbst einmal über einen längeren Zeitraum aus. Verzichten Sie auf all die schlechten Sattmacher. Sie werden schnell bemerken was Sie ihrem Körper und sich selbst Gutes tun.

Den Autopiloten programmieren

Wir alle haben oft den Wunsch, einige Dinge in unserem Leben zu ändern. Ein bisschen mehr Sport zu treiben, mehr auf die eigene Ernährung zu achten, jede Morgen eine To-Do-Liste zu erstellen und diese auch in der Reihenfolge abzuarbeiten etc. Es gibt einige Dinge, die wir uns vornehmen, aber einfach nicht umsetzen.

Wieso das so ist, fragen Sie sich? Weil Veränderungen Glukose kosten. Wenn Sie zum Beispiel jeden Morgen denselben Ablauf vor sich haben, übernimmt an dieser Stelle der Autopilot in unserem Gehirn. Toast aus der Packung nehmen, in den Toaster stecken, den Teller rausnehmen, Toast schmieren und zubeißen. Nichts davon stellt eine Anstrengung für unseren Körper dar. Vielmehr ist es bereits zur Routine geworden.

Wenn wir uns aber am nächsten Morgen doch etwas gesünder ernähren möchten und frisches Obst essen wollen um gezielt mehr auf unsere Ernährung und unsere Gesundheit zu achten, ist dies ein komplett anderer Ablauf. Nichts davon ist mehr Gewohnheit! Wir müssen anfangen nachzudenken und verbrauchen Glukose. Dies ist der entscheidende Moment, an dem viele bereits unbewusst wieder aufgeben und sich der gewohnten Routine hingeben. Der Autopilot kann nur mit ausreichend Energie umprogrammiert werden. So könnten wir schlechte Gewohnheiten wie eine mangelhafte Ernährung  zu guten Gewohnheiten verwandeln. Haben wir uns also daran gewöhnt, statt des Toasts einen Obstsalat zuzubereiten, nimmt der Glukoseverbrauch wieder ab und wir haben eine neue Routine entwickelt. Wir haben es also geschafft, unseren Autopiloten umzuprogrammieren und ernähren uns nun gesünder.

Um mehr Energie zu erhalten und uns neu zu konditionieren gibt es einen einfachen Weg. Achten Sie einfach auf die vier Komponenten: Bewegung, Ernährung, Schlaf und Entspannung.

Bei Bewegung geht es nicht darum einen Marathon zu laufen, sondern wirklich nur um Bewegung. So können Sie z.B. viele Wege zu Fuß gehen (mindestens 20 min pro Tag).

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Bei Ihrer Ernährung sollten Sie darauf achten, dass die Hälfte Ihres Tellerinhalts aus Gemüse bestehen sollte, essen Sie drei Mahlzeiten täglich und greifen Sie vor allem bei Eiweiß und guten Fetten wie Avocado zu. Falls Sie bemerken sollten, dass Ihr Energielevel trotz Ernährungsumstellung nicht erhöht, empfehle ich Ihnen ca. zwei Wochen lang den natürlichen Zucker Ribose einzunehmen. Auch Glutamin könnte Sie fitter werden lassen.

In Sachen Schlaf und Entspannung sollten Sie darauf achten dass Sie ca. acht Stunden erholsamen Schlaf pro Nacht haben. Aber es geht nicht nur im die großen Erholungsphase in der Nacht, sondern auch um kleine, über den Tag verteilte Pausen. Diese sollten Sie sich regelmäßig einplanen. So können Sie beispielsweise nach einem zweistündigen Meeting 10-15 Minuten ohne PC und ohne berufliche Gespräche einfach nur kurz entspannen.

Wenn das Energieniveau nun gestiegen ist, beginnen Sie Ihren Autopiloten erneut zu programmieren. Wichtig ist es, mit wenigen und kleinen Schritten und Zielen zu beginnen. So gelingt es Ihnen, aus kleinen Dingen eine Gewohnheit machen.