Neue Arbeitswelt – Neue Führung [Video]

Neuroleadership-Experte Dr. Markus Ramming sprach beim BusinessForum auf dem Bürkert Campus in Criesbach zum Thema „Neue Arbeitswelt – Neue Führung“. Mit seinen Impulsen aus der Hirnforschung regte er die Gäste zum Nachdenken und Diskutieren an.

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Ramming stelle gängige Führungsprinzipien aufgrund neuester wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gehirnforschung infrage. So lautete eine seiner zentralen Aussagen: „Kontrolle und Stabilität passen nicht zur neuen Arbeitskultur, die von permanentem Wandel und agilen Arbeitsmethoden geprägt ist, denn Veränderung ist das Normale.“.

Die wesentliche Erkenntnis des Abends: „Wichtig ist es, die Einstellung in unseren Köpfen zu ändern. Erfahrungen und Herausforderungen verändern die Architektur des Gehirns und entwickeln uns weiter“, so der Neurowissenschaftler. „Unser Gehirn wird glücklich und zufrieden, wenn wir es entwickeln.“ Ramming forderte daher auf, sich mit Zielen, nicht mit Problemen zu beschäftigen und zu reflektieren welche Gedanken uns füttern – gute oder schlechte?

Nehmen auch Sie wertvolle Anregungen und inspirierende Impulse für die zukunftsorientierte Gestaltung Ihrer Führungsarbeit mit!

Der Referent Dr. Markus Ramming
Der promovierte Neurobiologe war über 15 Jahre in verschiedenen Führungspositionen der pharmazeutischen Industrie tätig. Seit 2008 arbeitet er als Neuroleadership-Experte, Trainer und Berater bzw. als Dozent am Ersten Deutschen Zentrum für Leistungsmanagement und an verschiedenen bayrischen Hochschulen.
Darüber hinaus betreut Dr. Ramming Change-/Entwicklungsprojekte und hat gerade sein neuestes Buch „Neuro-Change“ veröffentlicht.

Die Initiatoren
Das BusinessForum wurde vom HR-Spezialisten BERA, der Sparkasse Hohenlohekreis und dem Wirtschaftsmagazin RegioBusiness ausgerichtet. Die drei Veranstalter präsentieren innovative Themen, hochkarätige Referenten und bieten wertvolle Impulse sowie ein lebendiges Netzwerk für Unternehmensvertreter.

Ein Blick ins Buch: „Neuro Change“ von Dr. Markus Ramming

Neuro_Change_Buch_HaufeNoch Druckfrisch ist das 2019 im Haufe Verlag erschienene Buch „Neuro Change“ vom Neurobiologen und Trainer des Zentrums für Leistungsmanagement, Dr. Markus Ramming. Titel wie auch Untertitel „Antworten der Hirnforschung auf den Wandel im Management“ vermitteln bereits deutlich worum es im Buch geht. Changeprozesse sind mit dem Blick auf den kleinsten und zugleich wichtigen Baustein der Veränderung zu beleuchten: unser Gehirn. Change ist das Management Thema schlecht hin, insbesondere im Zeitalter der Digitalisierung und Internationalisierung.

Mit seinem wissenschaftlich-neurobiologischen Ansatz geht Dr. Markus Ramming an die Wurzel der Herausforderung – Wandel nachhaltig in Organisationen und bei deren Mitarbeitern herbeizuführen.

Veränderungen fangen mit einem selbst an
Besonders wichtig ist Dr. Ramming Veränderung vom Individuum ausgehend zu überdenken und zu implementieren. Er sieht die Schritte für tiefgreifende Erneuerungen in folgender Reihenfolge: Eigene Veränderung, Veränderung anderer und dann der Wandel im Unternehmen. Entsprechend dem Satz Mahatma Gandhis: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du in der Welt bewirken willst“ ist das größte Kapitel seines Buchs auch das der „Persönlichen Veränderung“. Erst dann geht er auf die „Veränderung anderer“ sowie Teams und Firmen ein. Er behandelt die Themen Beziehungen, Zugehörigkeit, Fairness, Motivation, Entscheidungen, Autonomie, Konflikte, Kultur mal aus der Sicht des Gehirns.

Die Einleitung führt kurz zusammengefasst die grundlegenden Funktionen und Eigenschaften des Gehirns sowie die Arbeitsprinzipien unserer Körpers wie zum Beispiel dem Nervensystem auf. Mit diesem wissenschaftlichen Hintergrund wird der Leser dann zur „Persönlichen Veränderung“ geführt. In 12 Unterkapiteln wird ausführlich erklärt, welche Veränderungen erreichbar sind, wie die Motivation dazu geschaffen werden kann, welche Erkenntnisse dazu nötig sind und wo wir uns selbst und der gewünschten Veränderung entgegenstehen. Genauso aber auch was unsere Gene, Persönlichkeit und Fähigkeiten mit den individuellen Changeprozessen zu tun haben und wie positive aber vor allem negative Emotionen darauf wirken.

Nützliches zum Nachschlagen
Es folgen das schon angesprochene Kapitel „Veränderung anderer“, dass auf gemeinsame Ziele und Bedürfnisse aber auch wieder auf die individuellen Perspektive, im Sinne des Mitfühlens und Vorbild sein eingeht. Im wertvollen Anhang werden gehirnspezifische Fachausdrücke erklärt, die durch Zeichnungen sehr gut verständlich werden. Auch Fragen finden sich dort, die sie sich selbst und anderen Menschen stellen können – privat wie beruflich. Diese sind so formuliert, dass sie unser Gehirn auf positive Weise stimulieren und auf unsere Ziele ausgerichtet sind. So können Gespräche, Gedanken und Situationen geschaffen werden, die frei von negativen Glaubenssätzen sind. Darüber hinaus sind 16 konkrete aber auch sehr kreative Tipps für spezielle Aktionen und Eingriffe in die Organisation bzw. Unternehmenskultur im Anhang ausgeführt. Im Literaturverzeichnis finden sie weiterführende Literatur und wissenschaftliche Beleg für die aufgeführten Experimente und Beispiele.

Fazit
Dr. Markus Ramming wechselt in seinem Buch mehrfach in die Position eines Ich-Erzählers und berichtet von Beispielen aus seinem Alltag bzw. persönlichen Erfahrungen die er als Führungskraft in der Pharmabranche gesammelt hat. Diese Erzählweise schafft eine Nähe und führt dazu, dass die teilweise komplexen Inhalte stets anschaulich erklärt und damit verständlich bleiben. Einige Abschnitte enthalten zudem Übungen die das gelernte festigen, zur konkreten Anwendung anleiten und so zur Veränderung motivieren. Die Übungen bleiben dabei stets im umsetzbaren Rahmen. Dr. Ramming ist Wissenschaftler auf der Suche nach Erkenntnis und Wahrheit. Das merkt man auch an seinem Buch das mit Schaubildern, Bezügen zu Studien und anderen wissenschaftlichen Publikationen versehen ist. Dabei bleibt er immer verständlich und stellt wie Eingangs beschrieben den Menschen in den Mittelpunkt bzw. sieht die Veränderung aus der individuellen Perspektive. Im Gegensatz zum häufigen Blick auf das Ganze bzw. der Organisation, eine erfrischend neue Sichtweise. Die für den Arbeitsalltag einen besonderen nutzen hat. Denn durch diese Form der Darstellung wird klar warum Veränderungen so häufig scheitern. Eben weil die Veränderungen nicht wirklich durchdacht und gehirngerecht durchgeführt worden sind. Aus diesen Beispielen und der eigenen Erfahrung kann dann eine individuelle Herangehensweise an Mitarbeiterführung entstehen, die gelingt. Aber nicht nur Führungskräfte können viel für die eigene Entwicklung lernen. Auch wer sich im Allgemeinen für das Gehirn und dessen Eigenheiten Interessiert hat mit den Inhalten von „Neuro Change“ aus der Theorie und Praxis große Freude.

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Den Autor und Trainer Dr. Markus Ramming können Sie auch am 06. und 07. Juni im Schloss zu Hopferau kennenlernen. In seinem zweitätigen Seminar Neuroleadership stecken einige Inhalte aus seinem neuen Buch und viele weitere Themen die Neurobiologie und Management bzw. Führung verbindet. Die Seminare im kleinen Kreis sind schnell ausgebucht, also melden Sie sich noch heute unter kontakt@zentrum-fuer-leistungsmanagement.com oder Telefonisch unter +49 8364 098489-30. Weitere Informationen und Details wie Inhalte und Preis finden Sie auf unserem Seminarblatt.

Autor
Der promovierte Neurobiologe, Dr. Markus Ramming, war über 15 Jahre in verschiedenen Führungspositionen der pharmazeutischen Industrie tätig. Seit 2008 hat er sich auf Neuroleadership spezialisiert und begleitet als Experte internationale Changemanagement- und Führungskräfteentwicklungsprojekte. Zudem arbeitet er als Dozent an verschiedenen bayrischen Hochschulen, ist Trainer und Coach sowie Buchautor.

Wie sich das Gehirn verändert und was Unternehmen daraus machen können

Veränderung ist das große Thema in vielen Management-Journalen und Büchern. Und das aus gutem Grund. Digitalisierung, Big Data, Nanotechologien, Agile Arbeitsumgebungen und künstliche Intelligenz verändern unseren Alltag so schnell, das wir fast nicht mehr nachkommen. Produktlebenszyklen werden kürzer, neue Technologien veralten immer schneller und wir werden überflutet mit neuen Produkten und Informationen dazu. Als traditionelle Firma, die sich nicht entsprechend wandelt, ist man schnell aus dem Rennen. Besonders, wenn man nicht nur auf die Umgebung reagieren möchte, sondern selbst zum Trendsetter werden und den Markt so richtig aufmischen will. Veränderung ist ein „Muss“ und bietet gleichzeitig enorme Möglichkeiten für jedes Unternehmen.

Kurven, Straßenschild, Warnung, Straße, Wüste, Next 4 Miles

Doch so gut die Veränderung einzelnen Firmen tut, die meisten haben ihre Probleme damit. Veränderungsprojekte gehen reihenweise schief oder bringen nicht den erhofften Erfolg. Consultants verdienen sich dumm und dämlich damit Firmen umzustrukturieren und effizienter zu machen. Doch ist der Erfolg dabei eher dünn gesät. Wenn es nicht klappt, ist häufig der Mitarbeiter schuld, der die notwendige Veränderung nicht mitträgt.

Dabei verändern Menschen sich ständig und tun das auch sehr gerne. Wir lernen neue Sportarten und Sprachen. Wir lernen neue Menschen kennen und kochen neue Gerichte. Wir probieren neue Smartphones aus oder machen unser Haus intelligenter. Und erzählen das ganz stolz auf dem nächsten Grillfest. Veränderung gehört zu unserem Alltag.

Für genau solche Veränderung ist unser Hirn auch gemacht. Unser Hirn ist eine gigantische Lernmaschine (oder sagen wir es wissenschaftlicher: die Neuroplastizität ist enorm). Wir lernen ständig etwas Neues. Im Gehirn passiert das jeden Tag, jede Stunde und jede Minute. Neue Synapsen werden gebildet, neue Netzwerke aufgebaut und vielleicht sogar neue Nervenzellen gebildet. Lernen ist Veränderung. Unser Gehirn ist so lernfreudig, damit wir uns ständig auf Neues einstellen können. Es macht also genau das, was wir auch von Firmen fordern. Und es macht das sehr erfolgreich. Denn schließlich hat die Menschheit schon seit ein paar Jahrtausenden überlebt, im Gegensatz zu vielen Unternehmen. Können wir uns vom Gehirn ein paar Veränderungsprinzipien abschauen?

Schild, Leuchtschrift, Change, Neonröhre

  1. Veränderung im Hirn ist kein one-time Projekt, sondern eine ständige Arbeit. Wir entwickeln uns permanent weiter. Es vergeht nicht ein Tag, an dem unser Gehirn sich nicht verändert. Warum Veränderung also auf einige kurze Zeiten beschränken und es zu etwas Besonderem machen? Vielleicht sollten wir aufhören, ständig besondere Change Programme anzustoßen, sondern Veränderung als Prozess zu begreifen, die zur Firma dazu gehört. Nicht Stabilität und Ordnung muss der angestrebte Zustand sein, sondern Veränderung und Entwicklung.
  2. Veränderung findet meist in kritischen Situationen und unter dem Eindruck einer Bedrohung statt. Sie fordern unsere gesamte Aufmerksamkeit und Energie. Alle anderen Dinge werden ausgeblendet damit wir eine passende Strategie entwickeln können. Am Ende haben wir gelernt mit dieser Bedrohung (und dem resultierenden Stress) umzugehen. Im Idealfall sind diese Situationen schnell vorbei. Denn wenn sich unser Gehirn mit Bedrohungen befasst hat es keine Energie mehr für Kreativität, Strategie und Vision. Machen wir das doch genauso. Geben wir den Problemen ihre Zeit, lernen aus Fehlern und beenden Sie dann. Damit auch Zeit für Erfolge da ist.
  3. Erfolge sind der Motor positiver Veränderungen. Das Gehirn belohnt Zielerreichung immer mit enormen Glücksgefühlen. Die kommen aber nur zustande, wenn wir etwas Neues erreichen. Routineaufgaben entlocken dem Gehirn nur ein müdes Lächeln. Je größer und wichtiger das Neue ist, je mehr lernt unser Gehirn und macht uns glücklich. Nutzen wir doch die Kraft die in unserem Kopf steckt und lernen jeden Tag etwas dazu. Das Hirn macht es sowieso. Und als Unternehmer können wir uns von diesem Erfolgswillen anstecken lassen.
  4. Und noch ein letztes: Wie entwickelt unser Gehirn denn Entscheidungen und Prinzipien, um mit der komplexen Umwelt umzugehen? Es probiert aus. Und das was klappt, das wird behalten. Das was nicht funktioniert, das wird verworfen. Im Anbetracht der Tatsache, dass selbst unsere Supercomputer nicht mit komplexen Situationen umgehen können, weil es zu viele Variablen gibt. Dieser Trial & Error Ansatz wird von vielen erfolgreichen Firmen propagiert. Wagen wir also öfter mal was Neues und schauen ob es klappt. Aber bitte ohne die Maßgabe, dass alles klappen muss. Das können wir Angesicht der aktuell stattfindenden Veränderungen (Stichworte: Digitalisierung, Handelskrieg und Brexit) eh nicht mehr vorhersagen.

Taucher, unter Wasser, Fische, Koralle, Gehirn, Struktur

Sicherlich gibt es noch viel mehr zur gehirngerechten Veränderung zu sagen. Besonders die Mechanismen, die einer erfolgreicher Veränderung entgegen stehen sind ein spannendes Thema. Aber die kommen dann das nächste Mal an die Reihe.

Ihr Dr. Markus Ramming

Gastbeitrag von Dr. Markus Ramming – Trainer des Ersten Deutschen Zentrum für Leistungsmanagement

Der promovierte Neurobiologe setzt sich mit Herz und Seele für das Thema Neuroleadership und Change ein und hat selbst über 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft in der Pharmaindustrie. So kennt er die Probleme, Belange und auch Lösungen für und von Organisationen und Entscheidern in Unternehmen. Mit seinem Wissen und Erfahrung schafft er es Veränderungen voran zu treiben.

Vom Nutzen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements

Der Wandel der Arbeitswelt hat uns fest im Griff. Change-Prozesse und die Digitalisierung machen neben großen Konzernen auch vor klassischen KMU´s nicht halt. Das bekommen auch die Mitarbeiter dieser Unternehmen deutlich zu spüren. Steigender Wettbewerbsdruck,  eine Vielzahl von Meetings und zu bewältigende Mails sowie Termindruck sind nur einige der modernen Stressohren, denen wir uns in der heutigen Arbeitswelt ausgesetzt sehen. Umfragen und Statistiken zeigen ein damit verbundenes Ansteigen berufsbedingter Erkrankungen – sowohl physischer als auch psychischer Natur. Viele Unternehmen haben dies zum Glück bereits erkannt und setzen sich aktiv für den Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter ein. Denn nur eine gesunde und vor allem motivierte Belegschaft trägt zum Erfolg eines Unternehmens bei. Schlagwörter sind dabei immer häufiger das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) sowie die hierzu gehörende betriebliche Gesundheitsförderung.

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Einige Personalentscheider schrecken aber noch vor zu großen Investitionen zurück. Die Unsicherheit, ob ein BGM einen „Return of Investment“ mit sich bringt, scheint ihnen zu hoch. Diese Angst können wir Ihnen mit nur einer Zahl nehmen. Aktuelle Erhebungen des Krankenversicherers AOK zeigen, dass bei einem sinnvollen Einsatz eines BGM die krankheitsbedingten Fehltage in der Regel um 25 Prozent sinken. Dies bedeutet also auch eine enorme finanzielle Einsparung.  Aber es gibt noch weitere gute Gründe, ein BGM in die Unternehmensstruktur zu implementieren. Dies betrifft zunächst die große Mehrzahl der Arbeitnehmer. Bei einem sinnvollen und vor allem breit gefächerten Einsatz von betrieblichem Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung, das bedeutet, den Mitarbeitern werden unterschiedlichste Programme vom Lauftreff bis zum Kochkurs geboten, kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der körperlichen und psychischen Kräfte. Langfristig sollte das auch die Arbeitgeber freuen. Firmen mit einem gut funktionieren BGM berichten nicht nur über eine höhere Produktivität und Qualität der geleisteten Arbeit, sondern können auch mit einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit punkten. Des Weiteren lassen sich in Zeiten des Fachkräftemangels durch ein verbessertes Unternehmensimage leichter neue Mitarbeiter rekrutieren – und auch die Fluktuation geht nachweislich zurück. Vor allem die hervorragend ausgebildeten Generation Y und Z sind auf der Suche nach solchen modernen Arbeitgebern. Auch in Zeiten von vermehrten Change-Prozessen ist ein gut funktionierendes BGM ein erfolgreiches Mittel, um seine Mitarbeiter zu motivieren. Wer sich gesund ernährt und ein auf sich abgestimmtes Sportprogramm verfolgt, wird entscheidungsfreudiger und auch veränderungsbereiter werden.

BGM und BGF als Projekt?  – zum Scheitern verurteilt!

Vor allem für Unternehmen des Mittelstandes und die sog. „Hidden Champions“ hört sich das natürlich hervorragend an. Einen Lauftreff organisieren und die Mitarbeiter für zehn Sitzungen zum Yoga schicken und schon steigt die Produktivität. Und das alles bei überschaubaren Kosten. Doch genau hier liegt der Fehler. Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Das heißt, wer nicht schon vorher auf seinen Körper geachtet und seine Gesundheit in den eigenen Fokus gerückt hat, wird es höchstwahrscheinlich auch nach einem Projekt von zehn Sitzung nicht alleine schaffen, sein persönliches Gesundheitsmanagement dauerhaft zu ändern. Vielmehr führt ein Rückfall in alte Gewohnheiten und eine mögliche Gewichtszunahme oder das Auftreten alter gesundheitlicher Problem zu Frustration und Enttäuschung. Ein BGM sollte daher also nahezu dauerhaft geplant werden, um auch einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen zu können.

Veränderungsbereitschaft vorleben ist wichtig

Bevor es jedoch möglich ist, die breite Masse der Belegschaft für einen Change-Prozess wie dem Einführen eines BGM zu begeistern, muss es gelingen, die Führungsmannschaft eines Unternehmens von dessen Wichtigkeit zu überzeugen. Gerade langjährige und erfolgreiche Führungskräfte lassen ungern von ihrem Führungsstil ab. Wer selbst nicht bereit ist, an sich und seinen Gewohnheiten zu arbeiten, wird dies auch nicht an seine Mitarbeiter weitergeben können. Genau hierfür hat das >Erste Deutsche Zentrum für Leistungsmanagement< innovative Konzepte zum langfristigen Erfolg von Veränderungsprozessen entwickelt.

Alles neu macht der Mai!

Neues Jahr, neue Vorsätze. Wer kennt es nicht, dieses Spiel, das bereits im März schon wieder beendet ist. Doch jetzt, wo die Tage wieder länger und vor allem auch wärmer werden, sehnen sich viele von uns nach der Strandfigur. Also werden wieder fleißig Diäten gestartet und Fitnessverträge abgeschlossen. Es ist wieder einmal an der Zeit, etwas grundlegend zu ändern. Wie Sie das schaffen können – privat und beruflich –, erfahren Sie in diesem Beitrag!

Unser Leben besteht aus einer Reihe von wiederkehrenden Abläufen und Gewohnheiten. Das ist eigentlich eine gute Sache. Schließlich wollen wir nicht jeden Tag aufs Neue darüber nachdenken müssen, wie wir uns die Zähne putzen und wie es funktioniert, die Schuhe zu binden. Forscher am Massachusetts Institute of Technology haben herausgefunden, dass unsere Gewohnheiten in den sog. Basalganglien, einer bestimmten neuronalen Schaltzentrale gespeichert sind. Diese können aber nicht zwischen einer guten oder schlechten Angewohnheit unterscheiden. Sie versuchen lediglich, sich wiederholende Verhaltensmuster zu einer Gewohnheit werden zu lassen. Übrigens besitzen auch Fische oder Reptilien diese Eigenschaften. Ob jedoch auch sie lästige Gewohnheiten verlieren möchten ist bisher unerforscht. Wie aber kann es nun gelingen, eine erfolgreiche Änderung einzuleiten?

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95 Prozent unserer täglichen Entscheidungen erreichen unser Bewusstsein gar nicht. Um sich diese Zahl besser vorstellen zu können, müssen wir uns zuerst klar werden, wie unsere täglichen Gewohnheiten aufgebaut sind. Diese folgen meist einem klaren Muster aus den drei Elementen – Lust – Routine – Belohnung. Zur Veranschaulichung kann dabei unser morgendliches Frühstücksritual dienen. Sie haben Hunger und damit Lust, etwas zu essen. In Ihrer täglichen Routine schlurfen Sie beinahe blind in die Küche, nehmen sich eine Schüssel aus dem Schrank, füllen die gezuckerten Cornflakes hinein und übergießen diese mit Milch. Der Zucker (und eine Tasse Kaffee) weckt Ihre Lebensgeister. Hier kommt die Belohnung ins Spiel. Jetzt möchten Sie aber etwas auf Ihre Gesundheit und Ihren Körper achten und weil Sie so motiviert sind, haben Sie die Cornflakes natürlich vom Speiseplan gestrichen. Aber nun eine neue Routine mit frischen Früchten, gesundem Tee und einem Vollkornbrot mit Avocado einzuführen wird sehr schwer werden – vor allem, weil Lust und Belohnung uns massiv daran hindern werden und uns zum alten Schema verleiten. In der Psychologie geht man davon aus, dass eine gewollte Verhaltensänderung mindestens zwei bis drei Wochen benötigt. Und das auch nur dann, wenn man intensiv auf sein Tun achtet. Versuche haben aber gezeigt, dass veränderungsbereite Probanden zwischen 66 und bis zu mehr als 250 Tage benötigten, um ohne darüber nachzudenken zu gesunden Lebensmitteln zu greifen. Während dieser ganzen Zeit will uns unser Gehirn signalisieren: Hier stimmt etwas nicht! Genau dann ist der Punkt des Scheiterns erreicht, denn die meisten geben nun ihrem Gehirn nach und fallen in den „alten Trott“ zurück. Auch der Energieverbrauch in Form von Glukose ist dabei nicht zu verachten. Bewegen wir uns in gewohnten Mustern ist dieser sehr gering. Sobald wir uns aber neu programmieren möchten, steigt er massiv an. Ein umprogrammieren unseres Autopiloten kann also durchaus auch körperliche Folgen mit sich bringen. Gerade während dieser Zeit sollten Sie also darauf achten, einen Ausgleich zu schaffen. Vor allem durch viel Bewegung, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und Entspannung. Dies ist besonders wichtig. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben festgestellt, dass unsere beiden Stresshormone Cortisol und Noradrenalin die Funktionen des Frontalhirns herabsetzen. Unter Druck ist unser Gehirn also nicht wirklich bereit für Veränderungen. Wer schon einmal in einer stressigen Phase versucht hat, mit dem Rauchen oder dem Verzehr von Schokolade aufzuhören, wird wissen, dass dies ein aussichtsloses Unterfangen ist.

Wichtig sein wird auch, dass Sie sich realistische Ziele setzen, welche Sie in einem festgesetzten Zeitraum auch erfüllen können. Zu viele Misserfolge bzw. nicht erreichte Ziele werden schnell an der Motivation zweifeln lassen und zur Aufgabe führen.

Was wir hier am Beispiel des Abnehmens aufgeführt haben, lässt sich auch in die Arbeitswelt übertragen. Sie möchten lernen, Prioritäten besser zu setzen oder produktiver zu werden? Dann analysieren Sie sich alleine oder auch mit einem Kollegen selbst. Wo sind Ihre Schwachstellen und wo befinden sich Ansatzpunkte diese zu verbessern?

Das wichtigste jedoch ist – Haben Sie Geduld mit sich selbst!