Single-Tasking

In unserem vorletzten Blogbeitrag haben wir über die Energieverteilung in unserem Gehirn gesprochen. Vielleicht haben Sie alle unseren letzten Tipp aus dem Bereich „Schriftlichkeit“ schon umgesetzt und führen erfolgreich eine „To-Do-Liste“?

Ein weiterer Tipp für ein effektives Zeitmanagement ist das sich Konzentrieren auf eine Aufgabe – dem Single-Tasking.

Wir wissen Multitasking gibt es nicht. Unser Gehirn ist nicht in der Lage sich auf mehrere Aufgaben zu konzentrieren. Auch wenn wir dies so empfinden. Lesen wir z.B. eine E-Mail während eines Telefonats konzentriert sich unsere Gehirn in einem Moment auf die E-Mail, im nächsten Moment auf das Telefongespräch. Da dieses so schnell abläuft haben wir das Gefühl der Multitasking-Fähigkeit. Neurobiologisch gesehen kann unser Gehirn Informationen nur seriell verarbeiten. Dies bedeutet, dass sich unser Gehirn immer jeweils auf eine Aufgabe konzentriert, die andere Aufgabe hingegen für einen sehr kurzen Moment unterbrochen wird. Dieses Wechseln und immer wieder neue Konzentrieren benötigt mehr Energie. Darunter leider schlussendlich nicht nur die Qualität der Aufgabe sondern auch der zeitliche Rahmen.

Das strukturierte Erledigen von Aufgaben ist daher einer der „wichtigsten Zeitsparer“, die wir uns vorstellen können.

Unser 2. Tipp – To-Do-Liste

Arbeiten Sie alle zu erledigenden Aufgaben in einer Single-Tasking-Form ab. Vermeiden Sie Multi-Tasking. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe und nicht auf mehrere gleichzeitig. Kommen neue Aufgaben auf Sie zu, fügen Sie diese Ihrer TO-Do-Liste unten an.

Lesen Sie auch unseren nächsten Bolg-Beitrag wenn es um das Thema „keine Störungen zuzulassen“ geht.

Was Personaler über psychische Gesundheit wissen sollten

Ich hatte diese Woche wieder viele interessante Gespräche Personalern über das Thema psychische Gesundheit in Unternehmen. Anlass war mein Vortrag in Rinteln vor Personalleitern des Verbandes der Ernährungswirtschaft mit dem Thema: Der Umgang mit psychisch kranken und / oder auffälligen Mitarbeitern. 

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Es gibt eine Reihe von zuverlässigen Aussagen über psychische Gesundheit.
Hier die Zusammenfassung der vier wichtigsten Aussagen aus dem Ärzteblatt:

  • 1/3 der Bevölkerung weisen pro Jahr eine oder mehrere psychische Störungen auf
  • Angststörung liegen bei den Störungen auf Platz 1, gefolgt von Alkoholismus und Depressionen. Der Fokus der Aufmerksamkeit für Personaler sollte also auf diesen drei Feldern liegen.
  • Interessanterweise treten psychische Erkrankungen häufig in Verbindung mit anderen Erkrankungen auf. Mit einer zusätzlichen Begleiterkrankung steigt die Arbeitsunfähigkeit sogar signifikant an. So fällt 1/3 der Erkrankten mit psychischen Störungen innerhalb von 4 Wochen für 1 Tag aus. Während bei drei vorliegenden Erkrankungen die Ausfallquote auf 63% ansteigt
  • Der 3. wesentliche Faktor bei psychischen Erkrankungen ist die erstaunlich niedrige Behandlungsrate. Lediglich 42,9 % der mit einer psychischen Störung Erkrankten hatten der Studie zufolge medizinischen Kontakt. Selbst bei ernsthafteren Störungen sind die Behandlungsraten niedrig. Ob die zu niedrigen Behandlungsraten am mangelnden Angebot, der mangelnden Zeit des Behandlers, an der nicht wahrgenommenen Behandlungsdürftigkeit liegt bleibt offen. Auffallend ist, dass mit zunehmenden Begleiterkrankungen die Behandlungsrate rapide ansteigt.

Um diese „Versorgungslücke“ schnell zu schließen und frühzeitig entgegen steuern zu können wird es für Unternehmen immer wichtiger Führungskräfte in Schulungen zu sensibilisieren, damit Anzeichen für psychische Störungen wahrgenommen werden können und um einen Handlungskatalog in der Hand zu haben, um adäquat reagieren zu können.

Der immer größer werdende Bedarf und die Nachfrage an hierzu geschulten und sensibilisierten Führungskräften stellen wir  in unseren dafür ausgerichteten Seminaren fest.

Was sind also die Stellschrauben, die ein Unternehmen hat?

  • Ein Versorgungssystem, indem den Mitarbeitern schnell geholfen wird. Unser Vorschlag hierzu ist eine psycho-neuro-immunologische Sprechstunde mit einem umfassend arbeitenden Mediziner / Psychologen.
  • Führungsausbildung: Die Führungskräfte sollen lernen Warnsignale wahrzunehmen und ihre auffälligen Mitarbeiter schnell in eine solche Sprechstunde bringen. Dazu hilft es sehr, wenn die Führungskräfte sich selbst wahrnehmen und einschätzen können, am sinnvollsten über eigene Meßmethoden, wie die Personal Balance Card.
  • Mitarbeitersensibilisierung: je eher die Mitarbeiter in das Versorgungssystem gelangen, desto besser. Dies wird durch Vorträge und Workshops für Mitarbeiter sichergestellt.

Darüber hinaus habe ich spannende weitere Ansätze mitgenommen:

  • Eine Zusatzversicherung, die alle gesetzlich versicherten Mitarbeiter privat versicherten Mitarbeitern in der Versorgung gleichstellt.
  • Eine Telefonhotline die das Unternehmen anbietet

Es gibt eine Menge zu tun, besonders interessant ist, dass die Investition überschaubar ist, im Verhältnis zu einem Ausfall eines Mitarbeiters. Wenn unter 100 Mitarbeitern nur einer nicht krankheitsbedingt ausfällt aufgrund der Maßnahmen, dann ist die Maßnahme bereits rentabel.

Zeit- und Leistungsmanagement

Das Thema Zeit- und Leistungsmanagement spielt in den letzten Jahren eine immer bedeutendere Rolle.

Viele Mitarbeiter kommen mit den in der heutigen Arbeitswelt aufkommenden Anforderungen nicht mehr mit, der Belastungsdruck steigt, Mitarbeiter fallen aus und werden krank. In den verschiedensten Publikationen wurde dieses Thema schon aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet.

Wir möchten Sie in den nächsten Wochen inspirieren und Ihnen unsere Sichtweise aus der verhaltensorientierten Neurobiologie und den sich daraus ergebenen Erkenntnissen für ein effektives Zeitmanagement aufzeigen:

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Wie steht es mit Ihrem  persönlichen Zeitmanagement?

Fühlen Sie sich oft auch gestresst? Das Antworten unzähliger Mails, das Hetzen Sie von einem Termin zum anderen, etc.?

Ein gutes Zeitmanagement bedeutet ein effektives Nutzen Ihrer Zeit. Was bedeutet dies? Unserem Körper steht nur eine gewisse Menge an Energie zur Verfügung, unsere Energie ist nicht unendlich. Bei unseren vielzähligen täglichen zur erledigenden Aufgaben ist es entscheidend wie viel Energie (Glukose) unserem Gehirn zur Verfügung steht und wie viel Energie wir welcher Aufgabe zuordnen.. Explizit für unser Zeitmanagement spielen die Glukosevorräte im Gehirn eine enorm wichtige Rolle.

Dies bedeutet Energien einzusparen wo möglich ist um sich auf wichtige Aufgaben konzentrieren zu können. Hierzu bietet die verhaltensorientierte Neurobiologie zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse. Hieraus lassen sich wertvolle Schlussfolgerungen und Tipps ableiten, die wir Ihnen gerne in den nächsten Wochen jeweils mit einem Schwerpunktthema vorstellen möchten.

Unsere Themen in den nächsten Wochen für Sie:

  • Schriftlichkeit
  • Single-Tasking
  • Keine Störungen
  • Routine
  • Bio-Rhythmus
  • Priorisieren

Schriftlichkeit:

Versuchen Sie ein Mal sich eine beliebige Zahlenreihenfolge zu merken:

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Wie viele Zahlen konnten Sie sich behalten?

Die meisten Menschen können sich ca. 5-9 Ziffern bewusst merken. Ein weitaus größerer Teil unserer Informationen liegt nicht in unserem aktuellen Bewusstsein. So kosten uns alle Informationen, die wir uns bewusst merken sehr viel Energie = Glukose.

Aus diesem Grunde ist einer der wichtigsten Neuro-Tipps die Schriftlichkeit:

Um Energie zu sparen notieren Sie sich so viel wie möglich schriftlich. Ihr Gehirn muss sich so nicht mehr auf das „sich merken“ konzentrieren und unnötig Energie verbrauchen. Auch behalten Sie bei der Vielzahl und Vielfalt unserer täglichen Aufgaben den Überblick über Ihre Aufgaben.

Unser 1. Tipp – To-Do-Liste

Machen Sie sich täglich eine To-Do-Liste. Priorisieren Sie Ihre Aufgaben auf Ihrer Liste und arbeiten Sie diese der Reihe nach ab. Stehen am Ende des Tages unerledigte Aufgaben auf Ihrer Liste übertragen Sie diese auf den nächsten Tag.

Dies gilt übrigens auf für den Privatleben. Einen schlechteren Zeitpunkt Ihren Partner an etwas zu erinnern, wäre abends im Bett oder während der Autofahrt, wenn er sich nichts notieren kann….

Wir wünschen Ihren viel Freude und Erfolg beim Umsetzen.

Wie Sie Stressresistenz und Leistungsfähigkeit erhöhen

Stress im Berufsleben – ein hochaktuelles Thema. Es vergeht kaum eine Woche ohne eine frische Studie dazu. Am umfassendsten beschreibt der Stressreport Deutschland 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Situation. Astronomische Zahlen beziffern den Schaden für Unternehmen und für die Volkswirtschaft. Was die Zahlen aber nicht zeigen, sind die Konsequenzen für den Einzelnen, der in einem Umfeld aus unerfüllbaren Ansprüchen gefangen ist. Und dabei sind gerade Führungskräfte besonders gefährdet.

Die Erkenntnis, dass Überlast und multiple Anforderungen uns bis zum Burnout führen können, ist nicht neu. Was aber verwundert: Die Lösung, die Abwehrstrategie, ist noch viel älter. Wir finden sie bei unseren Vorfahren, die als Jäger und Sammler überlebten. Und wir haben deren Gene und Stoffwechsel geerbt. Noch nicht einmal im 21. Jahrhundert werden wir als Büromenschen geboren.

Stellschrauben für den Stressabbau

Im Sinne eines ganzheitlichen Leistungsmanagement stehen uns drei Stellschrauben zur Verfügung, wenn wir die beruflichen und privaten Herausforderungen gelassener meistern wollen: Unsere Haltung bzw. Einstellung, Bewegung, Ernährung. Während die Arbeit an ersteren beiden als Stress-Entlastungsstrategien bekannt sind, stehen wir bei der Ernährung erst am Anfang der Diskussion. Dabei belegen medizinischen Studien den Mehrwert einer passenden Ernährung.

Stress lässt sich messen

Und dazu reicht ein Blick ins Blut. Blutwerte sind ein Spiegel nicht nur unserer körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern auch unseres psychischen Zustands. Stresspatienten zeigen beispielsweise einen hohen Blutzuckerspiegel, hohe Werte an Triglyceriden (Fett) und LDL-Cholesterin. Auch die Herzfrequenz-Variabilität sagt viel über unseren Gesundheitszustand aus. Durch unsere Ernährung beeinflussen wir diese Werte. Die Ernährung bietet uns also einen Hebel, um Stress und damit auch Burnout vorzubeugen. Dabei zeigt sich, dass Ernährungsprinzipien und Lebensrhythmus aus der Steinzeit uns optimal auf den Umgang mit Stress vorbereiten.

Verblüffende Ergebnisse des Pilotprojekts Metabolic Lifestyle

Im letzten Jahr haben wir im Rahmen eines 1-wöchigen Projekts diese Thesen bestätigt. Unseren Weg durch die Allgäuer Alpen konnten Sie ja hier im Blog mitverfolgen. Mit acht Personen sind wir insgesamt 120 Kilometer gewandert und haben uns weitgehend kohlehydratfrei ernährt. Die Ergebnisse sprechen für sich: Der Wert für das HDL-Cholesterin ist bei allen Teilnehmern gesunken; im Schnitt um 16 Prozent. Gleichzeitig sank der Blutfettwert um 40 Prozent. Der Blutzuckerspiegel pegelte sich um 16 Prozent niedriger ein. Alles in allem ein deutliches Signal für einen stark verbesserten Stoffwechsel. Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Diabetesrisiko sind dramatisch gesunken, Fitness- und Wohlfühlfaktor in gleichem Maße gestiegen.

In den ersten zwei, drei Tagen haben die Teilnehmer die Stoffwechselumstellung zu spüren bekommen. Danach aber erfuhren sie die Vorteile wahrlich am eigenen Leib. Innerhalb einer Woche stiegen Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Stressresistenz der Teilnehmer deutlich.
Neben der Steigerung der körperlichen Fitness konnte ein Teilnehmer als Nebeneffekt seine langjährigen Hautprobleme in den Griff bekommen, ein anderer Teilnehmer berichtet, wie überrascht er über den Erfolg war: „Die Möglichkeiten und Ergebnisse der Beeinflussung unserer Bio-Chemie haben mich sehr beeindruckt, die massive Verbesserung hat meine Erwartungen weit übertroffen.“

Auch in diesem Jahr werden wir das Führungskräfte Camp Metabolic_Lifestyle in den Allgäuer Alpen wieder anbieten. Wenn Sie das Projekt oder auch unser Konzept für Leistungsmanagement näher kennenlernen wollen, können Sie gerne auf mich zukommen. Mehr Informationen bietet auch unsere Webseite.

Butter im Obstsalat

Menschen in Hotels sind spannend. Immer wenn ich Butter über meinen Obstsalat schmiere, schauen Sie verwundert und beißen in ein Vollkornbrötchen mit Diätmargarine und Marmelade oder Wurst: Wer spinnt hier eigentlich?

Ich nehme Butter auch nur, wenn kein Naturquark da ist, sonst den Quark.

 Warum Butter?

1) Butter ist wesentlich besser als Margarine, da die Fettsäuren in der Margarine deutlich schlechter vom Körper aufgenommen werden können. Das Gesundheitsimage verdankt die Margarine der Werbeindustrie, die uns hier Märchen auftischt. Das wusste schon Oma und setzte auf Butter

2) Butter ist besser als Fruchtjogurt oder Bircher Müsli. Da ist soviel Zucker drin, dass Sie auch gleich Zucker in Kaffee kippen können (machen manche tatsächlich).

3) Butter ist auch auf jeden Fall besser zum Obst zu essen als Müsli (zu Getreide ein anderes Mal mehr).

4) Butter ist besser als Milch, da es wahrscheinlich in geringeren Mengen zum Obst genommen wird. Milch ist ein Wachstumsförder, deshalb bekommen Kinder und Kälbchen Milch: Wenn Nicht-Säuglinge Milch bekommen, wachsen sie auch, aber in die Breite.

Warum nicht zuviel Butter?

In Butter sind nicht die besten Fettsäuren – die sind in Hochseefisch (auch dazu später einmal mehr). Aber Fisch im Obstsalat?

Wer viel Butter isst, muss sich auch bewegen. Grund sind die Fettsäuren, die sich bei fehlender Bewegung in schädliche (schlechtes- Cholesterin-fördernde) Fettesäuren umwandeln. Bei guter Bewegung werden sie aber in entzündungshemmende Fettsäuren umgesetzt.

Fazit:

Für mich gilt: Butter zum Obst (wahlwiese auch in den Kaffee) ist eine gute, wenn auch nicht die beste Idee. Aber bevor Fruchtjogurt, Zucker oder Milch rein kommt, ist Butter in jedem Fall die bessere Wahl, mit Bewegung sogar ein fast ideales Frühstück.

Ideal sind Hotels, die Leinöl haben, ein Löffel davon in den Obstsalat ist perfekt.