Warum Spaß bei der Arbeit so wichtig ist

Wie können wir mit Spaß und Begeisterung an die Arbeit gehen? Und warum hemmen uns Entzündungen? Genau diesen Fragen gehen auch die Entwickler und Forscher an den beiden Max-Planck-Instituten für Intelligente Systeme und Festkörperforschung in Stuttgart auf den Grund. Hierzu laden sie viermal jährlich einen Top-Speaker ein, der neue Ansätze und Aspekte von Begeisterung vermitteln soll. Mit meinem Vortrag unter dem Titel „Biologie der Begeisterung: Von Dopamin, Entzündungen und Spaß“ hatte ich vergangene Woche die Ehre, vor rund 200 Gästen das Thema Begeisterung von der biologischen Seite aus zu betrachten.

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Lange Zeit sind Psychologen davon ausgegangen, dass es sich bei Freude, Begeisterung und Emotionen um geistige Zustände handelt. Inzwischen ist aber klar, dass diese auch einen biologischen Hintergrund haben und beispielsweise durch die Verstärkung bestimmter Botenstoffe veränderbar sind. So sorgen unter anderem Dopamin oder der als „Gehirndünger“ bekannte Stoff BDNF (brain derived neurotrophic factor) für eine Steigerung unserer Begeisterung. Dies stellt ein zentrales Ziel unserer Arbeit dar.

Der Botenstoff Dopamin, welcher beispielsweise für Neugierde sorgt, wird aus dem Eiweiß Tyrosin gebildet und benötigt zu seiner Herstellung B-Vitamine. Die schlechte Nachricht für alle Veganer: Hierbei sind vor allem tierische Produkte sehr hilfreich. Auch zwischen Kohlenhydraten und Begeisterung gibt es einen deutlichen Zusammenhang. Denn je mehr wir davon zu uns nehmen, desto schneller sinkt unser Dopaminspiegel.

BDNF hingegen ist weniger von Nahrung als von emotionalen Zuständen abhängig. Wie Dopamin sorgt auch dieser Stoff für eine bessere Verknüpfung der Nervenzellen im Gehirn. Mehrere soziologische wie auch psychologische Studien weisen darauf hin, dass wir schlauer, konzentrierter, leistungsfähiger und begeisterter werden, wenn wir regelmäßig spielen. Schließlich werden auch bei Dingen die uns Spaß bereiten Gehirnbotenstoffe ausgeschüttet. Wenn Sie also in der Berufswelt Ihr Potenzial optimal abrufen möchten, sollten Sie regelmäßig spielen – auch während der Arbeitszeit. Das hört sich erstmal befremdlich an. Dass sich dies allerdings mit der heutigen Arbeitswelt vereinbaren lässt, beweisen gerade Tech-Konzerne wie Google oder Microsoft. Arbeit sollte mit Anstrengung, aber auch mit viel Freude an der Tätigkeit verbunden sein.

Im letzten Abschnitt meines Vortrags wurde dann das Thema der anschließenden Diskussionsrunde behandelt – die Auswirkungen von Entzündungen im Körper auf die Begeisterung. Bei einer Entzündung geht jegliche Energie nicht ins Gehirn, sondern in Form von Glukose in unser Immunsystem. So sinken Freude, Neugierde und Begeisterung und jedes psychologische „Empowerment“ ist sinnlos. Bei einigen Unternehmen steht die Entzündungsreduzierung bereits als Begeisterungs- und Innovationsbringer auf dem Personalentwicklungsprogramm. Ein Beispiel hierfür ist unser Programm „Gesundheitspioniere“ bei Wittenstein.

Ich freue mich über die tolle Resonanz meiner Zuhörer in Stuttgart. Dies bestärkt mich darin, dass viele Zusammenhänge zwischen Biologie und Personalentwicklung bzw. -führung noch immer nicht bekannt sind und wir noch einen großen Beitrag leisten können.

Mein Besuch im NeuroLeadership Institute

Vergangene Woche durfte ich einen dreitägigen Intensiv-Workshop am renommierten NeuroLeadership Institute in London besuchen. Zusammen mit 15 weiteren Neurotrainern aus ganz Europa beschäftigten wir uns mit dem Thema „brain based Coaching“, also dem gehirnbasierten Training. Ziel des Workshops war es, zu lernen, wie es Führungskräften gelingen kann, ihre Mitarbeiter schnell und effektiv für einen Change-Prozess zu begeistern.
SSP-LondonViele von Ihnen dürften sich verwundert die Augen reiben, mit welch einfachen Mitteln dies eigentlich zu bewerkstelligen ist. Liegen die Tatsachen doch auf der Hand und sind uns in den meisten Fällen schon seit Kindertagen bekannt. Verkürzt lässt sich sagen, dass Veränderung vor allem dann gut umsetzbar ist, wenn wir wenig abgelenkt sind, Raum für die Wiederholung von neu erlerntem erhalten und uns darüber im Klaren sind, dass wir keinen freien Willen haben.

In der Theorie hört sich das natürlich sehr einfach an. Um sich und seine Mitarbeiter für die Umsetzung dieser Wege hin zu einem Change-Prozess zu bewegen, ist es wichtig, sich auch mit dem Hintergrund dieser Maßnahmen zu beschäftigen. Wer sich z.B. ein ablenkungsfreies Arbeitsumfeld schaffen möchte, kann damit beginnen, sein Handy während einer Konzentrationsphase abzuschalten. In London fiel uns dies erstaunlich schwer. Es hatte den Anschein, als wüssten einige von uns gar nicht mehr, wie man ein Smartphone abschalten kann.

Der Hintergrund hierzu findet sich im präfrontalen Cortex, dem Ort unseres Gehirns, an dem unsere Impulsbremse beheimatet ist. Wenn wir wissen, dass uns über das eingeschaltete Handy eine Nachricht erreichen könnte, haben wir den unbewussten Drang, dies auch immer wieder zu überprüfen. In bildgebenden Studien konnte beobachtet werden, dass uns diese Impulskontrolle extrem viel Energie kostet. Wollen wir diese aber auf andere Art und Weise nutzen, um z.B. über eine neue Geschäftsstrategie nachzudenken, sollten wir uns eine energiesparende Umwelt schaffen. Auch die Einführung von Reflexionszeiten wird von vielen Führungskräften auch heute noch unterschätzt. Finden beispielsweise nach einem Meeting kleine Gesprächsrunden statt, in denen die Inhalte noch einmal besprochen werden, unterstützt dies den Lernprozess und führt dazu, dass auch komplexere Fragestellungen vom Gehirn erfasst werden können.

Wirklich spannend war für mich die Erkenntnis, dass es vielleicht gar keinen freien Willen, aber ein freies Nein gibt. Im Klartext heißt das: Wir können nicht kontrollieren, worüber wir gerade nachdenken. Vom unbewussten bis zum bewussten Gedankengang vergehen nur etwa 300 Millisekunden. Aber wir haben die Möglichkeit, unsere Gedanken zu steuern und diejenigen unter ihnen, die Stress für uns bedeuten durch ein klares „Nein“ abzuwenden.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Schalten Sie in wichtigen Momenten Ihr Handy aus, reflektieren Sie komplexe Zusammenhänge mit Ihren Kollegen und geben Sie Ihrem Verstand hin und wieder ein klares „Nein“. Dann steht einem Change-Prozess so gut wie nichts mehr im Weg.

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Es geht wieder los: Die Wittenstein-Gesundheitspioniere

Im Mai 2015 starteten wir zusammen mit unserem Kunden, der Wittenstein AG, das Konzept der „Gesundheitspioniere“. Da die täglichen Prozesse unseres Arbeitslebens immer intensiver und schnelllebiger werden, haben wir es zu unserem Ziel erklärt, die berufliche und private Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Produktivität der Wittenstein-Mitarbeiter zu erhalten und sogar zu steigern. Die erste Runde des Projektes konnten wir so erfolgreich abschließen, dass nicht nur die Mitarbeiter des Hidden Champions ab jetzt noch begeisterter an die Arbeit gehen, sondern auch wir für unsere Arbeit mit einer zweifachen Nominierung als Finalist bei den „HR Excellence Awards 2015“ belohnt wurden.

Nach diesem großartigen Erfolg starteten wir nun am 15. und 16. Januar mit einem „Kick-off“ in die zweite Runde der „Gesundheitspioniere“. Dabei werden wir nun 25 Mitarbeiter aus dem Wittenstein-Standort in Igersheim beim Würzburg zusammen mit ihren Partnern über ein halbes Jahr begleiten.

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Am ersten Wochenende haben wir zusammen mit den Teilnehmern die vier Säulen einer begeisterten Hochleistung erarbeitet. Diese sind:

  • Ernährung
  • Schlaf
  • Bewegung
  • Enstpannung

Zu allen Teilbereichen erhielten die „Gesundheitspioniere“ verschiedenste Checklisten und eine Vielzahl an Hintergrundinformationen für ihre individuelle Vorbereitung auf die ersten Wochen des Programms. Noch viel wichtiger als unsere Vorgaben zu einer gesünderen Lebensführung war die Klärung der Frage nach dem „Warum“! In einem Zielworkshop erarbeiteten die Teilnehmer ihre persönliche Motivation. „Starten Sie eine Reise nie ohne große Ziele“, war einer der Schlüsselsätze des Kick-off. Diese gilt es zu finden und so emotional wie möglich zu beschreiben. Wer diese Aufgabe erfolgreich hinter sich bringt, hat bereits einen großen Schritt in die Richtung seines Zieles hinter sich gebracht, denn bei entsprechend konkreter Darstellung sorgen sie für unsere Antriebsdroge (Dopamin) im Gehirn.

Wie immer hätten die Ergebnisse unterschiedlicher nicht sein können:

Von der Absetzung von Medikamenten oder dem Erreichen der persönlichen Traumfigur, der Leistungsfähigkeit nach der Mittagspause bis hin zur Wiedererlangung der Freude am Spiel mit den Kindern reichten die persönlichen Ziele.

Der erste Abend wurde mit einem munteren Grillabend abgeschlossen, bevor es für die Teilnehmer früh ins Bett ging. Schließlich warteten bereits am nächsten Tag die ersten Aufgaben.

Diese begannen mit einem gemeinsamen Streifzug durch einen Supermarkt, bei dem die Pioniere von den „alten Hasen“ des Programms begleitet wurden. Diese halfen den neuen Teilnehmern im unübersichtlichen Supermarktdschungel die richtigen Lebensmittel auszuwählen. Im Anschluss wurde eine Art Mini-Leistungsdiagnostik zur exakten Pulsbestimmung durchgeführt. So können die Pioniere bereits von Anfang an selbstständig und vor allem in der für sie richtigen Intensität trainieren. Für das abschließende Einzelcoaching brachten alle Teilnehmer ein Blutbild mit, anhand dessen unsere Therapeuten weitere individuelle Empfehlungen aussprechen und auf persönliche Besonderheiten eingehen konnten.

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Alles in allem war es ein wunderbarer Start in die zweite Runde der „Gesundheitspioniere“. Wir sind schon sehr auf die Entwicklungen und Erfolge unserer Teilnehmer gespannt!

Gesund und leistungsfähig durch die Feiertage

„Alle Jahre wieder…“

Bereits seit einigen Wochen duftet die Luft wieder nach Lebkuchen und Plätzchen. Auch beim Winterspaziergang durch die deutschen Innenstädte locken an jeder Ecke mengenweise Leckereien, die vernascht werden wollen. Für viele von uns sind die besinnlichen Tage zwischen den Jahren eine große Herausforderung. Sie versuchen, den kulinarischen Verlockungen zwischen Weihnachten und Silvester zu widerstehen, um nach den Feiertagen nicht müde und träge zu sein.

Lassen Sie sich Ihre gelassene Weihnachtsstimmung nicht verderben und schlemmen Sie, was das Zeug hält. Genießen Sie den Jahresausklang in vollen Zügen. Wer bereits einen meiner Vorträge gehört oder eines meiner Seminare besucht hat, wird sich nun verwundert den Kopf kratzen. Schließlich passt so eine Aufforderung rein gar nicht zu meiner Philosophie. Aber macht es wirklich Sinn, sich an so besonderen Tagen wie in der Weihnachtszeit von all den leckeren Gerüchen foltern zu lassen? Ich meine: Nein! Wenn Sie nur einige, wenige Regeln beachten, können Sie nicht nur genießen, sondern starten auch frisch und leistungsfähig ins neue Jahr!

Das Wichtigste in den kommenden Tagen wird sein: Bleiben Sie entspannt! Beobachten Sie ihre Haustiere – die sind im Winter gern etwas molliger, als im Sommer. Das ist auch für uns Menschen völlig in Ordnung. Wenn Sie sich sonst vernünftig ernähren, werden Sie in den warmen Monaten automatisch wieder abnehmen. Falls Sie Lust verspüren, von den Plätzchen zu naschen, sollten Sie das wenigstens mit einem guten Gefühl tun. Auch auf das klassisch opulente Weihnachtsmenü müssen Sie nicht verzichten. Doch muss es immer ein fetter Gänsebraten sein? Wie wäre es denn mit einem schönen, großen Stück Lachs. Der ist nicht nur äußerst lecker, sondern bietet uns gleichzeitig wichtige Omega-3-Fettsäuren. Auch ein bunter Salat, angemacht mit einen hochwertigen Olivenöl, bewirkt wahre Weihnachtswunder.

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Bild: Pixabay

Auch mein nächster Tipp wird Ihnen auf den ersten Blick vielleicht etwas unkonventionell erscheinen. Ich kann Ihnen nur raten, an Weihnachten ausgelassen zu singen. Wer allein oder zusammen mit seinen Liebsten ein paar Weihnachtslieder vor sich hin trällert, beruhigt damit vorzüglich sein Stresssystem. Der beste Rat für ein entspanntes und erholsames Weihnachten ist aber immer noch der Klassiker – ein ausgedehnter Winterspaziergang. Genießen Sie die frische Luft und tanken Sie ordentlich Sonne. So verlieren Sie hinzugewonnene Kalorien wie von selbst!

Egal, wie Sie die Zeit zwischen den Jahren nutzen möchten. Ich wünsche Ihnen bereits heute ein ruhiges und vor allem erholsames Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Liebsten. Gemeinsam mit Ihnen freue ich mich schon heute auf einen kraftvollen und motivierten Start ins Jahr 2016!

Keine Störungen

Inzwischen arbeiten Sie sicherlich schon routiniert mit einer To-Do-Liste und konzentrieren sich auf bei Ihren Aufgaben auf eine Aufgabe –  Sie arbeiten nach dem Single-Tasking-Prinzip.

Die Konzentration auf eine Aufgabe ist wie wir in unserem letzten Beitrag festgestellt haben, unserer „wichtigster Zeitsparer“, umso bedeutender ist es, dass wir nicht nur darauf achten, dass wir uns auf eine Aufgaben konzentrieren, sondern dass wir Rahmenbedingungen setzen, in denen wir ungestört an dieser Aufgabe arbeiten können. Vor allem bei Aufgaben, die unsere volle Konzentration erfordern, ist es wichtig, dass wir uns nicht ablenken lassen. Vermeiden Sie daher zusätzlich Störungen oder Ablenkungen von aussen. Aus Ergebnissen von Untersuchungen wissen wir dass zwischen 1 und 2,5 Std. Arbeitszeit täglich so verloren geht! Dabei sind nicht die Störungen selbst das Problem, sondern die Zeit und somit auch unsere Energie, die wir benötigen um uns wieder auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren.

Unser 3. Tipp: „Nichtstören-Kultur“

Schalten Sie Ihr Handy ab, Beantworten Sie keine E-Mail, hängen Sie ein Schild „Bitte nicht Stören“ an Ihre Tür, bzw. vereinbaren Sie mit Ihrem Kollegen eine Telefonvertretung und etablieren Sie so eine „Nicht-Stören-Kultur“ in Ihrem Unternehmen.

Wir wünschen Ihren weiterhin viel Freude und Erfolg beim Umsetzen.