30° Grad Plus – Tipps für die heißen Tage

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen in schweißtreibende Höhen steigen, es in der Nacht nicht mehr wirklich herunterkühlt, auf der Arbeit keine Klimaanlage gibt und wir uns an diese Temperaturen noch nicht gewöhnt haben, dann schauen wir neidisch auf die Spanier und Ihre Siesta.

Unsere Leistungsfähigkeit ist im Hochsommer eingeschränkt, wir können nur noch an das Freibad oder die kalte Dusche denken, die Konzentration geht uns verloren und wir fühlen uns im Allgemeinen viel schneller schlapp und müde.

Um dann den Tag zu überstehen und unserem Körper nicht zu schaden, hat das Zentrum für Leistungsmanagement einige Tipps für die heißen Tage für Sie gesammelt.

Glaskanne, Korkdeckel, kaltes Wasser mit Zitronenscheiben auf Tisch mit Tischdecke

Flüssigkeit

Das Wichtigste bei heißen Temperaturen ist natürlich ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Grund ist simpel: Unsere Körpertemperatur liegt in der Regel bei ca. 37,5 °C. Alle unsere Organe können somit optimal arbeiten und uns versorgen. Unsere äußere Temperatur liegt bei ca. 34 °C und ist somit kühler. Unsere Wärmeregulierung verläuft über das Blut und transportiert die innere Wärme nach außen ab. Ist unsere Umgebungstemperatur zu hoch, erwärmt sich auch unsere äußere Körperschale und unsere Wärmeregulierung kann nicht mehr einwandfrei funktionieren. Da der Körper stets bemüht ist unsere Kerntemperatur zu erhalten, steigt unser Blutdruck und der Körper beginnt zu schwitzen. Dabei verlieren wir Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe.

Im Sommer genießen wir am liebsten eisgekühlte Getränke. Allerdings führt die plötzliche Kälte im erhitzten Körper dazu, dass die Blutgefäße einen Kälteschock erfahren und sich viel zu schnell verengen. Empfindliche Menschen können dann Kopfschmerzen bekommen. Dieser Effekt kann durch lauwarme oder nur leicht gekühlte Getränke vermieden werden.

Als Faustregel gilt: Trinken Sie bei heißen Temperaturen mindestens 3 Liter Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Wasser gleicht den Flüssigkeitsverlust des Körpers aus, trinken Sie deshalb lieber zu viel als zu wenig. Überschüssige Flüssigkeit wird einfach ausgeschwemmt. Kräutertees führen zusätzlich wertvolle Minerale in den Körper zurück. Eine Smartphone-App die einen regelmäßig an das Trinken erinnert kann dabei helfen hydriert zu bleiben.

Südfrüchte, Obst, Papaya, Kokosnuss, Kiwi, Granatapfel, Blutorange, Messer

Ernährung

Für die Ernährung im Sommer empfehlen wir vermehrt zu Obst und Gemüse zu greifen. Beides enthält zusätzliche Flüssigkeit, Vitamine und Mineralstoffe, die uns über den Tag hinweg mit Energie versorgen und uns somit auch bei hohen Temperaturen leistungsfähig machen. Besonders empfehlenswert sind Südfrüchte wie Mango oder Papaya. Da diese Früchte im Süden auch bei hohen Temperaturen wachsen, ist es nicht verwunderlich, dass ihnen kühlende Eigenschaften nachgesagt werden. Noch dazu enthalten sie viele Vitamine.

Auch Gemüse wie Avocado, Zwiebeln, Lauch, Brokkoli, Blumenkohl, Spinat und Algen sind sehr zu empfehlen. Sie füllen unseren Körper mit den benötigten Vitaminen, Makro- und Mineralstoffen auf. Das ist nötig, um die mit dem Schweiß aus dem Körper gespülten Stoffe zu ersetzen.

Wenn Sie sich wundern, warum der schlanke Körper im Sommer immer noch auf sich warten lässt, empfehlen wir Ihnen eine hohe Zufuhr von einfachen Kohlenhydraten zu vermeiden. Durch die Aufnahme von einfachen Kohlenhydraten, wie z. B. Kekse, Kuchen, Weißmehl und Gebäck, steigt der Blutzuckerspiegel schnell an und der Körper nimmt mehr Energie als benötigt zu sich. Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin Insulin und der überschüssige Blutzucker wird in Form von Fett im Körper gespeichert. Setzen Sie deshalb lieber auf komplexe Kohlenhydrate wie Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte und ersetzen Sie einfache Kohlenhydrate durch Eiweiß.

Treppenstufen, Läufer, Mütze, Funktionskleidung, Sportschuhe, Sport, Rennen

Bewegung

Im Sommer hegen viele den Wunsch nach einer attraktiven Strandfigur. Viele Menschen machen sich dann nach der Arbeit oder am Abend, wenn die Temperaturen abkühlen, auf den Weg ins Fitnessstudio oder zum Sport. Für viele dient der Sport am Abend auch für den Stressabbau nach einem langen Arbeitstag. Allerdings wissen die wenigsten, dass später Sport für Ihre Ziele wenig förderlich ist.

Intensive Betätigung am Abend treibt den Puls in die Höhe. Über ein HRV-Diagramm (Herzfrequenzvariabilität z.B. mit einem EKG gemessen) lässt sich die Auswirkung von intensiven Trainingseinheiten auf die Erholung des Körpers ganz genau abbilden. Dabei ist zu beobachten, dass der erhöhte Pulsanstieg am Abend, den Schlaf bzw. die Erholung und somit den Stressabbau deutlich verzögern. Da der Wecker am nächsten Morgen trotzdem um die gewohnte Uhrzeit klingelt, verkürzt sich somit die Erholung und Regeneration des Körpers. Das Ergebnis: Wir sind weniger ausgeruht und haben nicht unser volles Energiepotenzial zur Verfügung. Im Sommer spüren wir den Energieverlust noch deutlicher, da unser Körper mit weiteren Einflussfaktoren zu kämpfen hat.

Unsere Empfehlung ist deshalb, das Training auf den Morgen zu verlegen und am besten mit nüchternem Magen zu absolvieren. Ein weiterer Vorteil des Morgensports: Die Temperaturen sind noch erträglich.

Frau im Bett, unter der Bettdecke, braune Haare, strahlende Augen

Schlafen bei Hitze

Kaum ein Mensch benötigt weniger als sieben bis acht Stunden Schlaf. Diese Zeit braucht der Körper zur Regeneration, ansonsten fühlen wir uns am nächsten Tag erschöpft.

Alle unsere Organe haben ihre Kernarbeitszeiten, so ist das Immunsystem bspw. nachts aktiv, die Leber entgiftet ebenfalls in der Nacht und stattet uns am nächsten Tag wieder mit Energie aus. Zu kurzer Schlaf behindert die Regenerationszeit des Körpers, was sich wiederum negativ auf unsere Gesundheit auswirkt.

Nach einer kurzen Nacht und wenig Erholung steht unserem Körper nicht unser volles Energiepotenzial zur Verfügung. Also entsteht das Bedürfnis nach schneller Energie in Form von Zucker und Kohlenhydraten, die wir unserem Körper dann zuführen. Auf lange Sicht nehmen wir an Gewicht zu. Schlafen wir länger, haben unsere Energie verbrauchende Organe auch die Zeit unsere Fettreserven in Kohlenhydrate umzuwandeln. So haben wir auch am Morgen genug Energie und der Heißhunger bleibt aus. Setzten Sie daher auf eine Schlafenszeit von mindestens sieben eher acht Stunden Schlaf pro Nacht.

Doch wie gelingt erholsamer Schlaf, wenn es heiß ist, das Bettlaken durchgeschwitzt, die Grillen durch das geöffnete Fenster zirpen und die Mücken im Zimmer uns den Schlaf rauben? Wer lärmunempfindlich ist kann über den Abend und die Nacht hinweg die Jalousien hoch und die Fenster aufmachen, nur am Morgen nicht vergessen die Sonnenstrahlen wieder auszusperren, sonst droht am Feierabend der Hitzeschock.

Wer nicht ohne Schlafanzug oder Decke schlafen kann, setzt hier am besten auf leichte Stoffe wie Leinen oder Seide, die sind nicht ganz so warm aber schützen vor kalter Zugluft. Was oft gar nicht bedacht wird: Elektrische Geräte wie Laptops oder Fernseher geben auch wenn sie im Stand-by sind einiges an Wärme ab, also Stecker ziehen!

Die erfrischende Dusche nach einem langen Tag, klingt verlockend bringt aber nur wenig. Das kalte Wasser kühlt unseren Körper schlagartig ab und sorgt so für die gegenteilige Reaktion unseres Körpers, die Muskeln fangen an zu zittern und wir wärmen uns wieder auf. Also lieber eine lauwarme Dusche und nicht allzu gründlich abtrocknen, das Wasser entzieht uns beim Verdunsten Wärme, so bleiben wir länger frisch.

Aber auch allgemeine Tipps für guten Schlaf helfen im Sommer: Einige Zeit vor dem Schlafen nichts mehr Essen (insbesondere Fettiges und Alkohol), vor dem Schlafen auf das blaue Bildschirmlicht verzichten und lieber etwas Lesen, Musik oder Podcasts hören.

Streit um die Milch – Gesund oder nicht

Anfang des Jahres sorgte ein Video des YouTubers Unge für den wohl größten Shitstorm im deutschsprachigen Teil der Videoplattform. Der überzeugte Veganer, der sonst hauptsächlich Videos über Computerspiele und Longboards macht veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Milch ist GIFT!“ (Mittlerweile wurde der Titel angepasst). Das polarisierende Video wurde bisher rund 1.5 Mio. mal geklickt, auf YouTube war es auf Platz 1 der Trends, auf Twitter befand sich das Hashtag #milchistgift in den Trends und auch die restlichen Massenmedien berichteten über das Phänomen. Es schien so, als ob ganz Deutschland über die gesundheitlichen Folgen des Milchkonsums diskutierte. Unge stellte in seinem Video die These auf, dass (Kuh-)Milch giftig und grundsätzlich schädlich für uns Menschen ist. Die Empfehlungen, zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, täglich Milchprodukte zu sich zu nehmen, sei eine von der Milch-Lobby gesteuerte Propaganda. Sein größtes Argument: Das Gesundheitsministerium in Kanada hat Milch aus der Ernährungspyramide gestrichen, stattdessen stehen nun Gemüse, Obst, Vollkorn und pflanzliches Protein ganz oben. Diese Behauptung wurde im März vom Tierschutzverein PETA veröffentlicht und wahrscheinlich von YouTuber Unge aufgegriffen.

Kanada hat tatsächlich für 2018 seine Ernährungsempfehlungen aktualisiert, Milch verschwindet dabei aber nicht aus der Ernährungspyramide, denn in den neuen Entwürfen heißt es: „Tierische Produkte wie Eier, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel, fettarmes rotes Fleisch, fettarme Milch, Joghurt und fettarme sowie salzarme Käsesorten sind nährstoffreiche Lebensmittel für jeden Tag.“ Tatsächlich wurde nur die empfohlene Menge der Milchprodukte reduziert.

Doch, wie viel Wahrheit steckt in dem Video?
In einem späteren Video geht Unge auf seine populistischen Aussagen ein, die er vor allem gewählt habe, um Aufmerksamkeit auf die Zustände in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Denn ein Leben als Milchmaschine bedeutet für den Großteil der Tiere wohl ein kurzes Leben unter psychischem und körperlichem Stress. Hinzu kommt die Belastung des Klimas und der Umwelt durch diese Form der Haltung.

Wenn es Unge wirklich um Aufmerksamkeit für Natur- und Umweltschutz ging, hat er mit seinem Video eher das Gegenteil bewirkt. In den nachfolgenden Diskussionen im Netz ging es hauptsächlich darum, sich über die Aussage Milch ist Gift oder über die Verschwörungstheorie der Milch-Lobby lustig zu machen.

Kuh, Euter, Melkmaschine, Stall

Ein polarisierendes Thema

Das Thema Milch, vor allem im Gewand der Laktose, ist mit dem zunehmenden Bewusstsein für Ernährung in den Fokus gerückt. Immer mehr Menschen entdecken vermeintliche Nahrungsunverträglichkeiten, ganz oben steht die Laktose-Intoleranz, an der wohl jeder 7. also rund 12 Millionen Deutsche leiden. Erst vor gut 7500 Jahren gewöhnten sich die ersten sesshaften Europäer an den Milchzucker. Einst besaßen nur Babys das Enzym Laktase, das es dem Dünndarm erlaubt, die Laktose aufzuspalten und zu verdauen. Dann mutierte das Gen, welches die Laktaseproduktion in jungen Jahren einstellt. Noch heute können z. B. nur wenige Asiaten den Milchzucker abbauen. Daher stehen dort und vermehrt jetzt auch im Westen laktosefreie Milchprodukte oder pflanzliche Milchersatzprodukte hoch im Kurs.

Calcium ist gut für die Knochen
Calcium gehört zu den wichtigsten Mineralien im Körper. Knochen und Zähne bestehen aus Calciumverbindungen und auch für die ordnungsgemäße Muskel- und Nervenfunktion ist es unerlässlich. Da kann die Milch mit ihrem hohen Gehalt nur gut sein. Wichtig für die Aufnahme von Calcium und anderen Stoffen in die Knochen und Zähne sind vor allem Magnesium als enzymatischer Kofaktor, sowie Vitamin K und D. Optimal ist dabei ein Verhältnis von 2:1. Wer doppelt so viel Calcium wie Magnesium aufnimmt, kann sich sicher sein, dass das meiste davon vom Körper aufgenommen wird. Leider weist die Kuhmilch ein Verhältnis von 10:1 auf, Emmentaler eines von 30:1. So kann kaum Calcium aufgenommen werden. Manche Forscher gehen sogar so weit, der Milch keinen Effekt auf Knochendichte, von zumindest erwachsenen Menschen, zuzuschreiben. Amerikanische Osteoporose Forscher keinen Unterschied in der Knochendichte von vegan-lebenden und Milch-trinkenden Menschen gefunden. Denn glücklicherweise findet sich im Kohlgemüse etwa genau so viel Calcium auf 100 Gramm wie in der Kuhmilch. Die Bioverfügbarkeit beträgt dabei sogar ca. 50 %, die Mineralstoffe in der Milch haben hingegen nur eine Bioverfügbarkeit von ca. 30 %.

Milch ist ein Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Wachstumsfaktoren, Vitamine und Mineralstoffe. Ideal für Säuglinge, die schnell und viel wachsen. Auch für Kleinkinder können Milchprodukte von Vorteil sein. Studien haben gezeigt, dass Kinder im Alter von drei Jahren, die Kuh-Milch zu sich nehmen, bis zu 1,5 cm größer sind im Gegensatz zu den Altersgenossen, die keine Kuh-Milch oder z. B. Soja-Milch zu sich nehmen.

Kaffee und Milch

Aber wie so oft im Leben, kommt es auf die Menge an. Die potente Milch birgt auch Risiken, eine Ernährung mit sehr viel Eiweiß und Kohlenhydraten in jungen Jahren kann zu einer Stoffwechselumstellung, im schlimmsten Fall auch zu Diabetes führen. So können lebenslang Probleme mit dem Gewicht entstehen, das Übergewicht-Risiko steigt an.

Die in der Milch enthaltene Galactose, ein Einfachzucker ähnlich der Laktose, ist ebenso wichtiger Energielieferant, der unter anderem die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung des Gehirns steigert. Doch genau dieser Zucker gilt als entzündungsfördernd. Blutanalysen von Milchtrinkern haben erhöhte Entzündungswerte und oxidative Stresspegel gezeigt. Entzündungen im Körper haben generell negative Wirkung und sind oft der Anfang aller möglichen Krankheiten, ähnlich einer Immunschwäche verstärken diese Krankheitsprozesse.

Es gibt zum Thema Milch genauso viele Befürworter wie auch Gegner. Daher haben wir einmal Tanja Vogt, Trainerin vom Zentrum für Leistungsmanagement zu Ihrer Meinung zum Thema Milch befragt.

Milch gehört für viele Menschen einfach dazu, ob ins Müsli, in den Kaffee oder pur. Was halten Sie so ganz allgemein davon, Milch zu trinken?

Tanja Vogt: Was ich hier gerne schon einmal zu bedenken geben möchte, ist der Fakt, dass die meisten Menschen die ursprüngliche Milch eigentlich gar nicht mögen. Das was wir im Supermarkt als Milch kaufen hat je nachdem, wie stark sie behandelt wurde, vom Geschmack und den Inhaltsstoffen wenig bis gar nichts mehr mit der Rohmilch direkt vom Bauern bzw. direkt von der Kuh zu tun. Die ursprüngliche Milch ist von der Konsistenz heterogener und um einiges fettiger und intensiver im Geschmack. H-Milch ist zwar billig und leicht verdaulich, verliert aber auch bis zu 20 % der Vitamine. Ob keine Milch, H-Milch oder Frischmilch. Ist ganz klar eine individuelle Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Da spielt neben dem Wohlbefinden und der Gesundheit auch der Geschmack hinein.

Wie steht das Zentrum für Leistungsmanagement bzw. das Programm Biologie der Begeisterung zum Thema Milch?

Tanja Vogt: Das ZfL spricht sich für einen umsichtigen Umgang mit Milch aus. Insbesondere hormonelle Rückstande in der industriell hergestellten Milch können stressbedingte Krankheiten befördern. Auch die entzündungsfördernde Wirkung der Milch kann Probleme verursachen. Viele Menschen haben eine Unverträglichkeit von Milch, damit meine ich nicht die Laktose-Intoleranz, Milch ist einfach schwer zu verdauen. Das lässt sich relativ einfach ausprobieren. Nehmen Sie einmal bewusst viele Milchprodukte zu sich oder verzichten Sie ganz auf Kuh-Milch, Sie werden ganz bestimmt eine Wirkung spüren. Je nach dem werden Sie sich wie immer oder schlechter bzw. müde fühlen. Dann können Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten dementsprechend anpassen.

Gibt es noch mehr Aspekte, die gegen die Milch sprechen?

Tanja Vogt: Ja natürlich ist da noch der moralische Aspekt, mit dem Tierwohl und den Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Das Ganze ist ja schon eine Weile weit weg von der oft suggerierten Bauernhofidylle und der naturnahen Haltung, das ist eine Industrie mit Milliardenumsatz, mit all den Problemstellungen, die das mit sich führt.

Milch ist beliebt. Werbung und Marketing scheinen hier eine starke Wirkung zu haben.

Tanja Vogt: Durch Agrarsubventionen hat die EU einen übersättigten Markt geschaffen. Milchpulver wird nach Afrika und China exportiert. Dementsprechend aggressiv wird auch auf dem heimischen Markt für Milch und Milchprodukte geworben. Es gibt unzählige Kampagnen, bei denen Prominente mit dem Glas Milch in der Hand posieren. Da werden natürlich die vermeintlichen Vorteile beschworen, Calcium, Proteine, Vitamine etc. Da ist es wichtig, sich selbst zu informieren. Stichwort aufgeklärter Konsument.

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Es gibt doch auch viele Alternativen zur Kuh-Milch. Die scheinen auch immer beliebter zu sein.

Tanja Vogt: Ja die pflanzlichen Alternativen funktionieren gut. Oft hängt es aber am Geschmack, dann heißt es „Sojamilch schmeckt mir nicht“, daher kann ich auf Kuh-Milch nicht verzichten. Deswegen geben einige Hersteller Ihren pflanzlichen Milchdrinks viel Zucker bei. Also Vorsicht, auch hier lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste – denn pflanzlich allein macht noch keine gesunde Milch. Das Problem mit dem Geschmack ist auch eine Sache der Kombination. Die Auswahl ist groß und geht weiter über die allseits bekannte Sojamilch hinaus. Nicht jeder Drink passt in den Kaffee, das Müsli oder in den Pfannkuchen. Aber für jeden Bedarf gibt es entsprechend individuell passende Drinks. Besonders toll ausprobieren lässt sich der Geschmack, wenn man den Drink selbst herstellt (dann weiß man auch ganz genau, was drin ist). Erst vor Kurzem habe ich hierzu ein interessantes Video gesehen. Das ist auch recht einfach, es braucht nur wenig Zutaten, wenig Zeit und einen hochwertigen Mixer.

Vielen Dank Frau Vogt für Ihre Tipps und Anstöße!

 Tanja Vogt ist Trainerin des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement, Coach und Trainerin für Führungskräfteentwicklung, Teamberatung, Kommunikation und Konfliktmanagement. International ausgebildete Yogalehrerin.