Fitnesstracker – Motivator oder nerviges Gadget?

Ob im Büro, im Straßencafe oder auf der Joggingstrecke, man sieht sie mittlerweile beinahe überall – die Fitnesstracker. Bereits ab einem Einstiegspreis von nur 15 Euro wird man aufgenommen in den Kreis derer, die ihre sportliche Entwicklung und ihren Gesundheitszustand permanent aufzeichnen.

Ein Vorteil liegt klar auf der Hand: Fitnesstracker funktionieren intuitiv. Einfach das Armband aus der Verpackung holen, Batterie starten und anlegen, die passende App aufs Smartphone laden und schon kann es losgehen. Doch halten die modischen, oft futuristisch anmutenden Armbänder und Smartwatches auch das, was sie versprechen?

Eines in jedem Fall ist sicher: Fitnesstracker motivieren uns zur täglichen Bewegung. Das können wir nur gut heißen! So haben die meisten der Armbänder eine Erinnerungsfunktion, die ihren Träger nach längerer Inaktivität durch einen Signalton oder ein kurzes Vibrieren am Handgelenk daran erinnert, sich wieder etwas mehr zu bewegen. Gerade im Büroalltag kann dies ein nützliches Gadget sein, um den Kreislauf wieder etwas anzukurbeln und sich durch Bewegung oder Gymnastik neue Kraft zu holen.

Schritte, Kilometer, Stockwerke, Kalorien, Puls, Herzfrequenz oder Schlaf – alles kann immer gemessen werden. Mittels Bluetooth werden die Tagesleistungen einfach an die App gesendet, die ihrem User dann schön aufbereitete Statistiken über die erreichten oder eben nicht erreichten Ziele präsentiert. Wurde das Tagespensum erreicht, wird in vielen Fällen automatisch ein neues Trainingsziel festgelegt. Problem ist nur, dass die meisten Freizeitsportler mit den hübschen bunten Statistiken in ihrem Smartphone gar nichts anzufangen wissen. Ihnen fehlt schlichtweg das Wissen, die Daten in ihren täglichen Trainingsplan zu übertragen. So ist es z.B. keineswegs sinnvoll, sich ständig höhere Ziele zu setzen, ohne das bisher Erreichte zu festigen. Dies führt schneller als gedacht zu Stress und einer damit einhergehenden Überbelastung des Körpers. Auch der psychische Stress, der dabei entstehen kann, ist nicht zu unterschätzen. So setzen sich leider viele User mit der Dauer der Zeit selbst zu sehr unter Druck, um mögliche, vielleicht auch unrealistisch geplante Ziele, zu erreichen.

Fitnesstracker.jpg

Auf die Qualität kommt es an

Wer gerne in die Welt der Fitnesstracker einsteigen möchte, sieht sich einer Flut an Angeboten aller Preiskategorien gegenüber. Hier gilt es, entweder eine wirklich kompetente Beratung zu erhalten, oder sich selbst ausgiebig zu informieren. Denn das Armband muss auch den Wünschen, Zielen und der Leistungsfähigkeit des Trägers entsprechen. Aber auch die Funktionsfähigkeit des Gerätes ist für den Spaß und das Ergebnis von Bedeutung. Viele der vor allem kostengünstigen Geräte sind lnicht mit GPS ausgestattet, Vielmehr messen sie die absolvierten Schritte anhand der sich bewegenden Arme. So kommt es nicht selten vor, dass die User auch im Schlaf oder in der Dusche Strecken zurücklegen, die sie nie gegangen sind. Solch verfälschte Ergebnisse können deutlich demotivierend wirken und zur Abschaffung des Trackers führen. Dies zeigen auch Studien, die belegen, dass mehr als ein Drittel der Nutzer bereits nach einem halben Jahr das Gerät entweder wechselt oder ganz Beiseite legt.

Fitnesstracker sind also ein ganz nettes Gadget, wenn man sich selbst motivieren möchte, um den eigenen Schweinehund zu überwinden. Eine wirklich nachhaltige Stütze für den regelmäßigen Sport sind sie allerdings nicht. Auch der mögliche selbstauferlegte Druck ist nicht zu verachten. Allgemein kann man sagen: Die Beste Uhr ist immer noch die Innere! Soll heißen: Hören Sie nur bedingt auf das, was Ihnen Ihre Smartwatch oder Ihr Fitnessarmband sagt, sondern mehr auf Ihren Körper. Er sagt Ihnen ganz genau, wann Sie Ihre Grenzen erreicht haben und fordert so seine Pausen, die (wie Sie aus mehreren Blogbeiträgen bereits wissen) genauso wichtig wie der Sport selbst sind. Wer seine Leistung wirklich gezielt verbessern oder einfach nur auf seinen Körper achten möchte, ist mit einem Griff zur klassischen Pulsuhr vielleicht besser beraten. So kann diese nicht nur beim Ausdauer-, sondern auch beim Kraftsport getragen werden. Hier müssen Sie zwar evtl. etwas tiefer in die Tasche greifen, doch die Vielzahl der Funktionen lässt nicht nur das Speichern Ihrer Aktivitäten zu, sondern leitet Sie z.B. auch durch eine aerobe Trainingseinheit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s