Warum wir im Büro mehr Spielen sollten

„Arbeit ist das halbe Leben“ sagt der Volksmund – und das Statistische Bundesamt. Zieht man die menschlichen Grundbedürfnisse wie Schlafen und Essen einmal ab, verbringen wir tatsächlich die Hälfte unseres Lebens mit Erwerbsarbeit. So fristen wir Tag ein Tag aus meist acht bis neun Stunden im Betrieb oder Büro. Vor allem von der jüngeren Generation von Arbeitnehmern wissen wir, dass für diese neben dem Gelderwerb vor allem die Sinnhaftigkeit ihres Tuns im Vordergrund steht. Damit haben Sie ihren Eltern vielleicht schon etwas Voraus. Sie empfinden eher Spaß und Freude an ihrer Arbeit. Doch sollte dies nicht ein wesentliches Grundelement sein, wenn wir so viel unserer Lebenszeit mit Arbeiten verbringen? Gerade Unternehmen der Kreativwirtschaft haben dies bereits vor sehr langer Zeit erkannt. So wurde schon immer bewundernd oder verpönt auf Marketingagenturen oder Produktionsfirmen aus dem Film- und TV-Bereich geblickt, die mit lässigen „Milchkaffee-Lounges“, täglichem Team-Kochen oder dem obligatorischen Kickertisch lockten. Für traditionelle Arbeitgeber mag es ein Dorn im Auge sein, ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit Kickern zu sehen. Schließlich bedeutet Zeit Geld – so der langläufige Grundgedanke vieler Unternehmer. Doch begehen sie mit dieser Einstellung (wenn auch in den meisten Fällen unbewusst) vielleicht einen groben Fehler?

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Wie in einem vorangegangenen Blogbeitrag erläutert sind Pausen ein enorm wichtiger Faktor für die Leistungssteigerung. Neben den beschriebenen Mirkopausen von nur wenigen Minuten ist auch die Wirkung von „Spielpausen“ nicht zu unterschätzen. Vor allem eine Beschäftigung im Team, wie z.B. beim Kickern, bringt viele Vorteile mit sich. So agieren die Mitarbeiter untereinander und feuern sich gegenseitig an. Zudem bringt die Beschäftigung etwas Bewegung in den sitzenden Büroalltag. Ein weiterer positiver Effekt: Durch das Spielen schüttet unser Gehirn seinen Belohnungsbotenstoff Dopamin aus, welcher uns glücklicher werden lässt.

Eine einfache Faustregel kann also lauten: Spielen gilt allgemein als der Weg zu Spaß – und dieser wirkt motivierend auf uns. Und wer sorgt für mehr Input und Profit als ein hochmotivierter Arbeitnehmer. Außerdem kann sich der Spaß bei der Arbeit durchaus positiv auf die Mitarbeiterbewertung eines Unternehmens auswirken, denn wer Spaß bei der Arbeit empfindet und sich durch die Rahmenbedingungen seines Arbeitgebers motiviert fühlt, wird sein Unternehmen gerne weiterempfehlen.

Unser Rat an Unternehmensentscheider lautet also: Seien Sie mutig und schauen Sie doch einmal über den Tellerrand. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit im Unternehmen zu spielen und beobachten Sie ob und wie sich die Produktivität verändert. Bei einer positiven Entwicklung bietet es sich vielleicht sogar ein, spielerische Elemente in die direkte Arbeitszeit mit einzubauen.

Wer sich als Arbeitnehmer nun freut und bereits davon träumt, auf Kosten seines Unternehmens am PC seiner Spieleleidenschaft nachzugehen, muss leider enttäuscht werden. Studien zeigen, dass sich nur Offline-Spiele positiv auf unsere berufliche Leistungsfähigkeit auswirken.

Übrigens: Nicht nur während der Arbeitszeit lohnt es sich zu spielen. Suchen Sie sich Hobbys abseits von Leistungsdruck und Zielerreichung oder nutzen Sie ihre freie Zeit, um ausgiebig mit Ihren Kindern zu spielen!

Ein Gedanke zu “Warum wir im Büro mehr Spielen sollten

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