Richtig Loben

Klar – wir müssen arbeiten, um uns finanziell unabhängig zu machen und uns ernähren zu können. Aber Geld allein ist nicht der Grund, weshalb wir jeden Tag pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen. Wir sind auch auf der Suche, nach Sinn und Anerkennung. Glaubt man diversen Studien, bleibt aber gerade letztere immer wieder auf der Strecke! Das wirkt nicht nur demotivierend, sondern kann auf Dauer auch zur „inneren Kündigung“ eines verdienten Mitarbeiters führen. Allerdings ist es auch nicht zielführend, nur aus dem Wissen um den positiven Effekt eines Lobes heraus Anerkennung zu erteilen. Die Führungskraft muss auch mit ihrer ganzen Haltung dafür einstehen. Warum das so ist, zeigt ein Blick in unser Gehirn: Dort befinden sich die sog. Spiegelneuronen. Diese bringen uns in die Lage, Bewegungen, Gefühle und Einstellung unseres Gegenübers zu interpretieren und daraus Schlüsse zu ziehen. Für die Interpretation des Verhaltens anderer nutzen wir die gleichen Neuronen, die wir auch für unser eigenes Empfinden aktivieren. Anschaulich erklärt wurde dies an einem Versuch mit Primaten. Dabei wurde untersucht, was im motorischen (Bewegungs-)Cortex der Affen geschieht, wenn diese Futter zum Mund führen. Als sich die Forscher ihren Probanden gegenüber setzten und selbst ein paar Nüsse aßen wurden erstaunlicherweise exakt dieselben Neuronen aktiviert. Wir erkennen also anhand von Gestik, Mimik und Handeln die Gefühlswelt unseres Gegenübers. Schaut jemand also traurig vor sich hin und behauptet es gehe ihm gut, ist das für uns nicht nachvollziehbar – wir glauben ihm nicht. Und exakt die gleichen Vorgänge empfinden wir auch bei einem empfangenen Lob. Wenn Sie als Führungskraft Ihrem Mitarbeiter ein Lob aussprechen und ihn dabei aber in einer verächtlichen Art und Weise betrachten, wird er Ihnen das Lob nicht nur nicht glauben, sondern Sie auch in Ihrer Führungsposition nicht mehr ernst nehmen.

Richtig Loben.jpg

Damit Ihr ernstgemeintes Lob auch wirklich beim Empfänger ankommt, möchten wir Ihnen gerne ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

 

Loben Sie nicht nur Ergebnisse
Tolle Resultate oder hervorragend gelöste Aufgaben sind aller Ehren wert. Ihre Mitarbeiter geben sich aber auch bei Banalitäten die größte Mühe – die es zu würdigen gilt.

 

Lob sollte präzise sein

„Toll“ und „gut gemacht“ klingt gut – ist es auch. Dennoch geben Sie Ihren Mitarbeitern wichtige Orientierungspunkte, wenn Sie diese für ihre gesamte oder eine bestimmte Handlungsweise loben.

 

Nur ehrliches Lob ist ein gutes Lob
Loben Sie nur, wenn Sie ehrlich mit der Arbeit Ihres Mitarbeiters zufrieden sind. Nette Worte und ein Lob an falscher Stelle können sogar Gegenteiliges bewirken.

 

Loben Sie maßvoll
Zuviel des Guten lässt den Effekt eines ernst gemeinten Lobes abstumpfen und kann zu Motivationsproblemen führen. Zu wenig Lob birgt das genaue Gegenteil in sich!

Ein Gedanke zu “Richtig Loben

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