Bewusst entspannen – auch im Büro

Die täglichen Arbeitsprozesse werden intensiver und schnelllebiger. Das Hetzen von Meeting zu Meeting und die Beantwortung unzähliger E-Mails pro Tag sind die „Stressoren des 21. Jahrhunderts“. Diese Veränderungen haben in den letzten Jahren zu einem beunruhigend hohen Anwachsen von stressbedingten Arbeitsausfällen geführt, daher ist es an der Zeit, sich dieses Themas anzunehmen.

Um einen kühlen Kopf zu bewahren ist Entspannung das Schlüsselwort. Entspannung schärft den Blick aufs Wesentliche und schafft Raum für kreative neue Ideen. Wir können nur mentale Höchstleistungen erbringen, wenn wir uns tagtäglich auch ausreichend ausruhen.

Ich empfehle Ihnen, sich mindestens einmal am Tag für eine Minute auf Ihre Atmung zu konzentrieren. Atmen Sie langsam und tief ein, so nehmen Sie  6-10-mal mehr Luft auf und versorgt Ihr Gehirn mit mehr Sauerstoff, als bei flacher Atmung. Achten Sie darauf, den Raum, in dem Sie sich befinden, vorher gut zu lüften. Lockern Sie einengende Kleidung und setzen Sie sich bequem hin. Atmen Sie tief durch die Nase ein und auch wieder aus. Während Sie ausatmen sprechen Sie ein zweisilbiges Wort aus wie zum Beispiel Ruhe.

Geschäftsmann mit schwarzen Haaren macht eine Pause

Testen Sie auch andere Entspannungsübungen. Weiter Methoden zur Entspannung des vegetativen Nervensystems sind progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training oder Yoga.

Bei der progressive Muskelrelaxation bzw. Muskelentspannung  geht es um die Verbindung zwischen kurzzeitiger Anspannung und einer langanhaltenden Entspannung. Alles was Sie dafür tun müssen ist es, einzelne Muskelgruppen für zehn Sekunden anzuspannen und diese anschließend für 20 Sekunden bewusst zu entspannen. Starten können Sie z.B. mit den Händen. Hierfür ballen Sie eine Ihrer Hände zu einer Faust und halten die Anspannung für zehn Sekunden. Anschließend lockern Sie diese und entspannen sie. Dies können Sie nicht nur mit Ihren Händen machen, sondern auch mit Schulter, Füßen oder sogar mit den Augenlidern.

Auch Yoga zählt nicht ohne Grund zu den bekanntesten Entspannungstechniken. Yogaübungen trainieren das Gleichgewicht, die Flexibilität und die Kraft. Auch Tiefenentspannung, Meditation und Atemübungen gehören zu einer klassischen Yogastunde. Falls Sie sich das alleine zutrauen, können Sie sich in Büchern oder Videos mit den Übungen und der korrekten Durchführung vertraut machen. Empfehlenswert ist auch der Besuch einer Schnupperstunde in einem Yoga Kurs.

Auch der bewusste Verzicht auf das eigene Smartphone kann sehr hilfreich sein. Lassen Sie dies z.B. zu Hause, wenn Sie an der frischen Luft einen Spaziergang machen oder sich mit Freunden treffen. Zudem sollten Sie sich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Wenn Sie Ihre Mails lesen, während Ihr Freund von einem spannenden Projekt erzählt, muss Ihr Gehirn ständig zwischen beiden Tätigkeiten wechseln. Multitasking verbraucht sehr viel Energie und sorgt eventuell auch für Diskussionen, weshalb Sie gar nicht richtig zuhören.

Wie Stress unsere Abwehr schwächt

Im Büro stapeln sich die Akten, der Terminkalender quillt über und an einen entspannten Abend ist schon gar nicht mehr zu denken. Jetzt ist genau der perfekte Zeitpunkt für den wohlverdienten Urlaub. Doch schon am zweiten Tag fühlt man sich schlapp und liegt mit einer Infektion im Bett. Häufig betrifft das vor allem diejenigen, die im Job einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind und auch in ihrer Freizeit kaum abschalten können. Aber warum kommt die Infektion erst wenn der Körper entspannt und nicht dann, wenn man in einer stressigen Situation ist? Das liegt unter anderem daran, dass unser Immunsystem, durch den täglichen Stress, abgeschwächt wird. Während anstrengenden Phasen kann es den Erregern, gelingen, die für unsere Infektion verantwortlich sind, unseren Körper zu befallen. Eine Aufgabe des Cortisols ist es, die typischen Symptome einer Infektion zu unterdrücken. Erst wenn Sie es schaffen, sich zu entspannen und Ihr Körper, kein Cortisol bzw. weniger produziert, kann die Infektion zum Vorschein kommen.

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Doch nicht nur wenn Sie während Ihres Urlaubs krank werden ist dies ein Warnsignal für ein angeschlagenes Immunsystem, sondern auch, wenn Sie mehr als drei Infektionen pro Jahr haben. Hierfür sind nicht selten Lebensmittelunverträglichkeiten der Grund. Wer darunter leidet, muss auf bestimmte Lebensmittel, was zu einem Vitamin- oder Mineralmangel führen kann, der die eigene Abwehr schwächt.

Häufig sind auch Hautprobleme ein Warnsignal für ein geschwächtes Immunsystem. So lässt sich z.B. an Menschen, die an Neurodermitis leiden, oftmals erkennen, wann ihre körpereigene Abwehr abgeschwächt ist. Aber auch bei Fieberbläschen sollten Sie aufmerksam werden.

Falls Sie ein verstärktes Kälteempfinden, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten plagen, sollten Sie es vielleicht auch erstmals langsam angehen lassen.

Nehmen Sie diese Warnsignale unbedingt zur Kenntnis uns gönnen Sie Ihrem Körper etwas Ruhe. Versuchen Sie, Ihren Stress zu minimieren und überlegen Sie, was Sie an Ihrem Alltag oder vielleicht sogar an der eigenen Einstellung ändern können.