Agiles Management – ein Trendthema

Immer schnellere Reaktionszeiten, zunehmende Komplexität, ein hohes Maß an Transparenz und selbstorganisierte Teams. Die Arbeitswelt vollzieht momentan mal wieder einen regelrechten Wandel.

Vergangene Woche durfte ich als Speaker beim Auftakt des „RoundTable“, einer neuen Veranstaltungsreihe des HR-Experten BERA, in den Räumlichkeiten der Cummins GmbH zu Gast sein und vor rund 40 Unternehmensentscheidern der Regionen Wertheim und Markheidenfeld zum momentanen Trendthema „Agiles Management“ sprechen. Was viele der Anwesenden überrascht haben dürfte war, dass ich meinen Schwerpunkt dabei nicht auf den eigentlichen Prozess der Veränderung hin zu einem agilen Arbeiten legte, sondern den Mensch selbst in den Vordergrund stellte. Aber schließlich ist er es, der diesen Wandel tragen und zu einem erfolgreichen Ergebnis führen muss.

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Wie also kann es gelingen, Mitarbeiter veränderungsbereiter werden zu lassen?

Eines der größten Lernziele für moderne Führungskräfte ist es loszulassen. Ihre Mitarbeiter sind in der Regel um ein Vielfaches näher am Kunden. Daher sollten sie auch mehr Verantwortung übernehmen und eigenständiger Handeln dürfen. Schließlich nützt der veränderungsbereiteste Angestellte nichts,  wenn er nichts entscheiden darf. Gute Vorgesetzte geben heute nur noch einen Rahmen vor, innerhalb dessen Grenzen die Mitarbeiter die gemeinsam gesteckten Ziele erreichen. Während des Bearbeitungsprozesses hingegen findet keine Einmischung oder gar Prüfung statt. Erst zum Abschluss eines Projektes bekommt der Mitarbeiter ein Feedback zu seiner Arbeit. Es Bedarf also einer Kultur des Vertrauens. Selbstständiges Handel und daraus generierte Erfolge geben eine Menge an Selbstvertrauen und neue Antriebskraft für kommende Projekte.

Um genau diese Ziele zu erreichen ist man in deutschen Chefetagen bis zum heutigen Tage der Meinung, Geld oder ausgeklügelte, gut dotierte Bonisysteme wären der Schlüssel zu Motivation oder Erfolg. Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus kann ich Ihnen sagen, dem ist nicht so. Geld mag bei allen physischen Aufgaben ein guter Antreiber sein. Ist jemand Tag ein Tag aus damit beschäftigt den immer gleichen Arbeitsschritt zu vollziehen, kann er Motivation daraus schöpfen, wenn er weiß, dass er beim hundertsten Schritt ein wenig mehr verdient. Müssen Menschen allerdings in einem dynamischen und kreativen Feld arbeiten, wirkt die Verknüpfung von Ideen an einen Bonus stark hemmend. Die Gedanken müssen frei sein, von Geld. Daher mein gut gemeinter Rat: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern ein faires Gehalt und nehmen Sie das Thema anschließend für einen fest definierten Zeitraum vom Tisch.

Neurobiologie bietet die Grundlage für agiles Management. Nur wer die Steigerung der Veränderungsbereitschaft als unternehmerische Verantwortung sieht, wird eine agile Organisation erhalten.

 

Warum langsames Laufen Sinn macht

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen – der Frühling ist da! Für die meisten von uns beginnt damit auch wieder die Zeit, die geplanten „guten Vorsätze“ endlich in die Tat umzusetzen. Etwas fitter werden, ein bisschen abspecken und etwas mehr für die eigene Gesundheit tun steht dabei oft im Vordergrund. Oft steht uns aber der innere Schweinehund im Weg, obwohl genau jetzt der perfekte Zeitpunkt wäre, um die Chips-Tüte beiseite zulegen, sich von der Couch abzuwenden und in das Sportoutfit zu werfen.

Anfangen, aber wie? War das gerade Ihr Gedanke? Dann kann ich Ihnen an dieser Stelle gerne weiterhelfen. Wichtig ist vor allem, sich nicht abschrecken zu lassen. Um die gerade genannten Ziele zu erreichen, bedarf es in den meisten Fällen nur einen minimalen Aufwand. Leider aber ist dies nur den wenigsten bewusst.

Eine der beliebtesten Ausdauersportarten ist das Joggen – und dies nicht ohne Grund. Es stärkt unser Herz-Kreislauf-System, lässt uns besser fühlen, steigert unsere Fitness und kann auch dazu beitragen, an Gewicht zu verlieren. Wussten Sie, dass es möglicherweise schon ausreichen kann, schnell spazieren zu gehen?

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Damit wir Sport betreiben können, benötigt unser Köper die erforderliche Energie. Er bevorzugt Zucker (Kohlenhydrate), weil dieser am schnellsten Energie bereitstellt. Erst wenn kein Zucker mehr vorhanden ist, greift er auf die Fettreserven zurück. Der Körper hat hierbei zwei Möglichkeiten die erforderliche Energie zu erzeugen. Entweder verbrennt die Zelle Zucker ohne Sauerstoff (anaerob) oder mittels Sauerstoff (aerob). Wenn wir also in kürzester Zeit mehr Energie benötigen wie z.B. beim Sprint, geschieht dies ohne den Verbrauch von Sauerstoff. Dies sorgt zwar dafür, dass uns sofort Energie zur Verfügung steht, man diese aber nicht lange aufrechterhalten kann. Das bemerken Sie recht deutlich, wenn Ihre Muskeln bereits nach kurzer Zeit anfangen zu brennen. Das Brennen entsteht, wenn uns der erforderliche Sauerstoff fehlt, den der Körper in diesem Moment eigentlich benötigen würde. Je nach Tempo entscheidet sich die Zelle also für einen bevorzugten Weg, um Energie zu produzieren.

Findet die Zuckerverbrennung über Sauerstoff statt, geschieht dies vor allem in den Mitochondrien, den „Fabriken der Zellen“ statt. Im Falle eines Sprints, also Energieproduktion ohne Sauerstoff, werden die Fabriken weniger benötigt. Das bedeutet, die Zelle baut Mitochondrien ab und hat weniger Ausdauer. Der Muskel wird auf schnelle Energiegewinnung trainiert. So bekommen wir zwar dickere Muskeln, aber weniger Fabriken. Daher sollten Sie bestenfalls so langsam laufen, dass die hauptsächliche Energiegewinnung in den Fabriken stattfindet, aber so schnell, dass der Muskel sich denkt: „Hoppla, ein paar zusätzliche Fabriken schaden nicht.“ Bei ca. 65-75 der max. Herzfrequenz erhalten wir die besten Trainingsergebnisse und können schwerwiegenden Zivilisationserkrankungen vorbeugen.

Ich habe schon oft von Menschen gehört, sie rennen wie bekloppt, verlieren aber einfach nicht an Gewicht. Deshalb hier mein Rat: Trainieren Sie immer mit einer Pulsuhr und messen Sie ihren optimalen Pulsbereich. Es kann durchaus sein, dass sie mit Walken beginnen müssen. Eine Anpassung der Fabriken findet nur dann statt, wenn Sie sich langsam und mit Sauerstoffüberschuss steigern.