Sensationelle Ergebnisse bei den Gesundheitspionieren

Wittenstein Pioniere

Zu Jahresbeginn startete die zweite Gruppe unseres innovativen Projektes „Gesundheitspioniere“ bei der Wittenstein AG. Über 40 Teilnehmer haben sich aufgemacht, Ihren Lebensstil in den vier Bereichen Schlaf, Ernährung, Bewegung und Entspannung umzustellen. Bereits nach nur wenigen Wochen können wir auf teilweise bahnbrechende Erfolge für einzelne Teilnehmer blicken.

Heute möchte ich Ihnen gerne drei der „Gesundheitspioniere“ vorstellen, deren tolle Ergebnisse schon jetzt eine absolute Lebensveränderung bedeuten.

So wurde bei einer Teilnehmerin bereits vor Jahren eine Unterfunktion der Schilddrüse diagnostiziert. Nachdem ihre Werte immer schlechter wurden, begann sie vor einigen Monaten damit, vollständig auf Gluten zu verzichten und sich in Grundzügen an unsere Ernährungsphilosophie zu halten. Vor wenigen Tagen hat sie nun ihre Schilddrüsenwerte erneut testen lassen. Ihr Arzt zeigte sich von den stark verbesserten Werten erstaunt und konnte die Medikation deutlich verringern.

Die genauen Wirkmechanismen des Glutens sind heute noch nicht endgültig geklärt. Was man aber weiß ist, dass in Getreide einige direkte und indirekte Entzündungsstoffe wie beispielsweise Gliadorphine, Weizenkeimlektine, Phytinsäure oder Amylase-Trypsin-Inhibitoren vorhanden sind. Diese können bei Menschen auf unterschiedlichen Wegen zu Entzündungen führen und die Wahrscheinlichkeit für eine Immunaktivierung erhöhen, was wiederum eine Beeinträchtigung der Schilddrüse zur Folge haben kann.

Ein weiterer Teilnehmer konnte nach mehr als 20 Jahren seine Blutdrucktabletten komplett absetzen – und das nach nur zwei Wochen der Umstellung! Auch wir waren überrascht, dass der Erfolg so schnell eintritt. Aber umso schöner ist das Ergebnis. Bereits in der ersten Runde der „Gesundheitspioniere“ konnten einige der Teilnehmer ihre Blutdrucktabletten absetzen oder reduzieren.

Einer der wichtigsten messbaren Faktoren bei den „Gesundheitspionieren“ sind die Blutwerte. Bei der Eingangsmessung wurde bei einer Teilnehmerin ein deutlich erhöhter Blutzuckerwert im nüchternen Zustand sowie ein erhöhter Wert der Triglyceride (Blutfettwerte, die im Körper Entzündungen auslösen können) festgestellt, was neben der Gefahr an Diabetes zu erkranken auch das Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz erhöht. Auch hier konnten die Werte innerhalb kürzester Zeit unter den Normalwert gesenkt werden.

Anhand dieser drei Beispiele wird deutlich, dass die Teilnehmer sowohl gesundheitlich als auch mental stark davon profitieren. Die Senkung der Risikofaktoren ist ein großes Ziel der „Gesundheitspioniere“.

 

Warum Spaß bei der Arbeit so wichtig ist

Wie können wir mit Spaß und Begeisterung an die Arbeit gehen? Und warum hemmen uns Entzündungen? Genau diesen Fragen gehen auch die Entwickler und Forscher an den beiden Max-Planck-Instituten für Intelligente Systeme und Festkörperforschung in Stuttgart auf den Grund. Hierzu laden sie viermal jährlich einen Top-Speaker ein, der neue Ansätze und Aspekte von Begeisterung vermitteln soll. Mit meinem Vortrag unter dem Titel „Biologie der Begeisterung: Von Dopamin, Entzündungen und Spaß“ hatte ich vergangene Woche die Ehre, vor rund 200 Gästen das Thema Begeisterung von der biologischen Seite aus zu betrachten.

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Lange Zeit sind Psychologen davon ausgegangen, dass es sich bei Freude, Begeisterung und Emotionen um geistige Zustände handelt. Inzwischen ist aber klar, dass diese auch einen biologischen Hintergrund haben und beispielsweise durch die Verstärkung bestimmter Botenstoffe veränderbar sind. So sorgen unter anderem Dopamin oder der als „Gehirndünger“ bekannte Stoff BDNF (brain derived neurotrophic factor) für eine Steigerung unserer Begeisterung. Dies stellt ein zentrales Ziel unserer Arbeit dar.

Der Botenstoff Dopamin, welcher beispielsweise für Neugierde sorgt, wird aus dem Eiweiß Tyrosin gebildet und benötigt zu seiner Herstellung B-Vitamine. Die schlechte Nachricht für alle Veganer: Hierbei sind vor allem tierische Produkte sehr hilfreich. Auch zwischen Kohlenhydraten und Begeisterung gibt es einen deutlichen Zusammenhang. Denn je mehr wir davon zu uns nehmen, desto schneller sinkt unser Dopaminspiegel.

BDNF hingegen ist weniger von Nahrung als von emotionalen Zuständen abhängig. Wie Dopamin sorgt auch dieser Stoff für eine bessere Verknüpfung der Nervenzellen im Gehirn. Mehrere soziologische wie auch psychologische Studien weisen darauf hin, dass wir schlauer, konzentrierter, leistungsfähiger und begeisterter werden, wenn wir regelmäßig spielen. Schließlich werden auch bei Dingen die uns Spaß bereiten Gehirnbotenstoffe ausgeschüttet. Wenn Sie also in der Berufswelt Ihr Potenzial optimal abrufen möchten, sollten Sie regelmäßig spielen – auch während der Arbeitszeit. Das hört sich erstmal befremdlich an. Dass sich dies allerdings mit der heutigen Arbeitswelt vereinbaren lässt, beweisen gerade Tech-Konzerne wie Google oder Microsoft. Arbeit sollte mit Anstrengung, aber auch mit viel Freude an der Tätigkeit verbunden sein.

Im letzten Abschnitt meines Vortrags wurde dann das Thema der anschließenden Diskussionsrunde behandelt – die Auswirkungen von Entzündungen im Körper auf die Begeisterung. Bei einer Entzündung geht jegliche Energie nicht ins Gehirn, sondern in Form von Glukose in unser Immunsystem. So sinken Freude, Neugierde und Begeisterung und jedes psychologische „Empowerment“ ist sinnlos. Bei einigen Unternehmen steht die Entzündungsreduzierung bereits als Begeisterungs- und Innovationsbringer auf dem Personalentwicklungsprogramm. Ein Beispiel hierfür ist unser Programm „Gesundheitspioniere“ bei Wittenstein.

Ich freue mich über die tolle Resonanz meiner Zuhörer in Stuttgart. Dies bestärkt mich darin, dass viele Zusammenhänge zwischen Biologie und Personalentwicklung bzw. -führung noch immer nicht bekannt sind und wir noch einen großen Beitrag leisten können.