„Elf Freunde sollt Ihr sein“

Kommunikation hatten wir den dritten Pfeiler unseres ursprünglichen Ansatzes (neben Ernährung und Bewegung) genannt. Unter Kommunikation haben wir alle Aspekte gesammelt, die Ziele, Motivation und menschliche Interaktion (also auch Führung) adressieren. Ein wildes Potpourri also. Das wir neu sortiert mussten.

Diese Formulierungen sind sehr abstrakt und damit nicht sofort verständlich. Lassen Sie uns deswegen ein Bild nutzen, das die meisten von uns gut kennen, um das Themenfeld Kommunikation zu erläutern: den Fußball. Erfolgreiche Fußballmannschaften verfügen über eine stabile Defensive und eine druckvolle Offensive.

Die Defensive ist aus neuronaler Sicht eine Metapher für die Selbstorganisation, die Offensive für die Mitarbeitermotivation. Die Defensive fokussiert das Ich, die Offensive das Gegenüber. Aus Neuro-Leadership-Perspektive müssen gute Führungskräfte also an zwei Fronten arbeiten, die beide auf erfolgreiche Führung einzahlen. Wer beide Spielelemente beherrscht, der wird „in Führung gehen“, wenn Sie mir das Wortspiel erlauben J.Neuro_Skills

Wie im vorangegangenen Text (Ratio) beschrieben, fußt die Selbstorganisation darauf, den präfrontalen Cortex zu entlasten. Alle Arbeiten mit Sprache werden seriell abgearbeitet. Sie können nicht gleichzeitig telefonieren und einen Text schreiben.  Oder besser: Es geht natürlich doch, wie das Arbeitsleben zeigt, aber Sie werden eines zu Gunsten des anderen vernachlässigen und so höchstens mediokre Ergebnisse erzielen.

Stabile Abwehr aufstellen

Neben dem Monotasking („Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“) gehört die schriftliche Entlastung(„Ball und Gegner laufen lassen“) zur Selbstorganisation. Deswegen sollten Sie immer etwas zum Schreiben griffbereit haben. Ein weiteres Entlastungsprinzip sind Routinen („Unter Druck immer Rückpass“). Stabile Rahmenbedingungen und Wiederholungen entlasten Ihr Gehirn. Sie müssen nicht mehr nachdenken, wo das Meeting ist, wenn Ort und Zeit immer konstant sind. Das Denken in Bildern unterstützt nicht nur das gehirneigene Wissensmanagement, das „Merken“, sondern hilft auch beim Design von motivierenden Zielvorstellungen („Ball im Tor“). Letztes Element der Defensive ist das Moment der Kontrolle: Mitarbeiter brauchen einen eigenen Einflussbereich haben, in dem sie „schalten und walten“ können („Ich bin der Chef auf der linken Außenbahn“).

Auf in die Offensive

Wer diese defensiven Hausaufgaben gemacht hat, ist bereit, nach vorne zu spielen, d.h. Mitarbeiter mitzunehmen und für ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu motivieren.  Hier sind Führungskräfte gefragt, die Rahmenbedingungen für eine hohe Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter schaffen. Pausen gehören für Kreativarbeiter („Kurz mal durchschnaufen“) ebenso dazu wie das Erzeugen von Begeisterung, indem die Dopaminproduktion gefördert wird. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass der Sinn und der sinnvolle Beitrag der Mitarbeiter für fertige Ergebnisse („Ich habe den entscheidenden Pass gespielt“) gefördert wird. Wenn die Ergebnisse dann noch im Zusammenhang mit dem Unternehmenserfolg gebracht werden, hat die Führungskraft beste Voraussetzungen für die Motivation geschaffen. Oder Sie verwenden die Geheimwaffe des angemessenen Lobs.

Das Team gewinnt

Individuelle Klasse ist sicherlich gut auf dem Spielfeld, aber um ein erfolgreiches Spiel aufzubauen, ist ein ganzes Team notwendig („Elf Freunde …“). Führungskräfte müssen also auch immer das Team im Auge behalten: Sie müssen einen Sicherheitsrahmen für Mitarbeiter schaffen („Der Trainer zählt auf meine Zweikampfstärke“), sie müssen sich als Teil des Teams empfinden („Auf die Abwehr kann ich mich verlassen“) und fair behandelt werden („Bei uns gibt es keine Starallüren oder Extrawürste“).

Diese elf Freunde bezeichnen wir im Zentrum für Leistungsmanagement als Neuroskills.  Die Neuroskills helfen Führungskräften, um auch unter Arbeitslast ihre Mitarbeiter erfolgreich zu führen. Manche Führungskräfte verfügen durch genetische Veranlagung, aber auch Erfahrung über einige oder mehrere dieser Fähigkeiten. Aber sie fallen eben nicht vom Himmel, sondern sind erlernbar. Wie, das können wir Ihnen zeigen.

Die einzelnen Neuroskills werden in loser Folge in den nächsten Beiträgen detaillierter darstellen. Bleiben Sie dabei. Ich freue mich über Ihr Feedback.

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