Projekt Metabolic Lifestyle – Tag 2

Gruselwetter in den Alpen und Aufwachen mit Schrecken

Schnarcher, Gespenster, unheimliche Erscheinungen – all das blieb den Teilnehmern heute Nacht erspart. Wider Erwarten war die Nacht ganz gut. Obwohl man im Nebel wohl das eine oder andere Berggespenst hätte entdecken könne, wenn man hätte wollen …

Weit ist die Gruppe gestern noch nicht gekommen. Allerdings hat sie die Landesgrenze nach Österreich überquert – zum Glück gibt es den Maastrichtvertrag 😉
Nach etwa 15 Kilometern Wanderung schlugen die Wanderer ihr Lager in einem Wäldchen in Nachbarschaft einiger friedlich grasender Kühe auf. Die Teilnehmer schliefen ziemlich lang. Doch am Morgen stellte sich dann doch der große Regen ein. Schlafsäcke und Kleidung – alles durchnässt. Jeder Zeltprofi kann sich den Zustand der „Hobby-Steinzeitler“ gut vorstellen.

Miese Stimmung beim Aufwachen

Entsprechend war die Stimmung am Morgen: niedrig – Hunger, Nässe, aber auch die Lebenstilumstellung fordern ihren Tribut. Die Stressparameter sind leicht erhöht – das entspricht den Erwartungen nach der ersten Nacht im Freien. Mittlerweile hat sich das Morgentrauma wieder gelegt und die Durchnässten haben sich wieder auf den Weg gemacht. Wohin der sie führen wird, wird sich noch zeigen.

Hunger … und Fleisch!

Eine kleine Erfolgsmeldung gibt es noch zu vermelden: Bei der Suche nach Essen stießen die Sammler auf Beeren, die heißhungrig vertilgt wurden. Ergänzt wurde das Essen mit einer Lieferung Rehfleisch.

In der Steinzeit gab´s nur das Recht des Stärkeren. Heute ist das nicht mehr so: Das Jagen ist verboten. Die Lieferung von Fleisch trägt diesem Umstand Rechnung.  Für die Ernährungssituation ist das unerheblich: Die Versorgung mit Proteinen entspricht dem Ansatz der proteinreichen Steinzeit-Ernährung.

Wir drücken der Gruppe die Daumen, dass durch die Bewegung die Kleider trocknen und dass es Genießbares am Wegrand gibt. Die Lieferung von McDonalds-Tüten an die Hungernden ist übrigens ausdrücklich ausgeschlossen 😉 Wenn die Kleidung nass bleibt, nimmt die Gruppe heute Nacht vielleicht Zuflucht in einer Hütte. Wir werden sehen …

Aufenthalt Metabolic Lifestyle, Studie Burnout-Prävention
Hier irgendwo irrt die Gruppe momentan herum

Projekt Metabolic Lifestyle – Tag 1

Die Teilnehmer der Livestudie Metabolic Lifestyle

Leben wie vor 10.000 Jahren – das bedeutet natürlich den Verzicht auf vieles, an das man sich gewöhnt hat. Handy, Computer, Autos und vor allem der Alltag, wie wir ihn kennen. Frische Wäsche, Duschen, Toiletten sogar Essen – all das wird zum Luxus. Was bleibt? Bewegung, viel Bewegung, ein Schärfen der Sinne und ein neues Einnorden auf das, was die Natur hergibt sowie die Gruppe.

Acht Teilnehmer machen sich auf den Weg – dabei sind zwei Frauen. Die Erwartungshaltungen sind ganz unterschiedlich. Ein bisschen Abenteuer gehört auch dazu, Grenzerfahrungen machen, sich vom Alltag ablösen …

Was den Leiter der Studie umtreibt? „Wie wird das in der Gruppe funktionieren? Wie werden wir mit Wetter und Kälte zurecht kommen? Wie sehr wird unser Durchhaltevermögen geprüft werden?“

1.Station: Klinik Füssen – Blutabnahme

Nach einer letzten Nacht in der Zivilisation im Schloss zu Hopferau, der Heimatbasis des Zentrums für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention, geht es los zur ersten Station: Klinik Füssen. Im Krankenhaus wird dem einen oder anderen bewusst, dass es jetzt losgeht, nachdem alle wochenlang auf diesen Termin hingefiebert haben.

Blutabnahme – natürlich nüchtern. Ein Zustand, den  die Gruppe in den nächsten Tagen noch öfter erfahren wird. Alles klappt reibungslos. Blutstressparameter, Herzfrequenzvariabilität, Blutzucker – alles wird erfasst. Die Nullmessung ist essenziell für die Studie. Nach einer Woche wird verglichen, was sich verändert hat. Sebastian Spörer ist zuversichtlich: „Natürlich ist das Ergebnis des Feldversuches offen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir unsere Thesen zur Senkung des Stressniveaus auch wissenschaftlich beweisen werden. Die Teilnehmer sind hoch motiviert und ich denke, dass jeder von uns auch persönlich viele wichtige Erfahrungen machen wird.“

Essenziellles: Hunger … und ein Nachtquartier

Die Blutabnahme liegt noch keine zwei Stunden zurück – das erste Hungergefühl macht sich breit. Ablenkung verspricht allein die Wanderung nach Tannheim und das Kennenlernen der anderen Teilnehmer. Trotz des mäßigen Wetters herrscht Aufbruchstimmung vor.

Hinter dem Tannheimer Wald macht sich die Gruppe auf die Suche nach einem Quartier für die erste Nacht. Nachts im Wald? An Ruhe wird wohl kaum zu denken sein. Irgendwo raschelt immer etwas. Eine kalte und feuchte Nacht liegt vor der Gruppe …

Die Tour der Forschungsgruppe führt durch die Allgäuer Alpen (Deutschland und Österreich) und endet am kommenden Montag mit einem Empfang durch den Bürgermeister der Stadt Füssen.

Los geht´s: Leben wie vor 10.000 Jahren

Bei den Beteiligten steigt aktuell sicher die Spannung: Um 9:30 Uhr findet sich die Freiwilligengruppe um Sebastian Spörer in der Klinik Füssen ein, um einen Startcheck zu machen. Blutabnahme, Blutdruck etc.

Das Ganze wird dann in einer Woche wiederholt. Spannend wird die Frage sein, wie sich die Werte im Laufe der Woche verändern werden. Momentan beherrschen aber wahrscheinlich ganz andere Themen die Gedanken der Teilnehmer: Bei der momentanen Wetterlage wird schon der Start in die Alpen kein Zuckerschlecken sein. Und ein „Dann gehen wir halt mal ins Hotel“ wird es auch nicht geben. Die Suche nach Essen und einer regensicheren Unterkunft wird sich schnell auf Platz eins der Tagesagenda schieben.

Für alle Interessierten haben wir die Hintergründe des Projekts im Interview kurz dargestellt.

Im Podcast erläutert Sebastian Spörer die Zielsetzung des Projekts ebenfalls – und die generelle Marschroute des Zentrums für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention.