30° Grad Plus – Tipps für die heißen Tage

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen in schweißtreibende Höhen steigen, es in der Nacht nicht mehr wirklich herunterkühlt, auf der Arbeit keine Klimaanlage gibt und wir uns an diese Temperaturen noch nicht gewöhnt haben, dann schauen wir neidisch auf die Spanier und Ihre Siesta.

Unsere Leistungsfähigkeit ist im Hochsommer eingeschränkt, wir können nur noch an das Freibad oder die kalte Dusche denken, die Konzentration geht uns verloren und wir fühlen uns im Allgemeinen viel schneller schlapp und müde.

Um dann den Tag zu überstehen und unserem Körper nicht zu schaden, hat das Zentrum für Leistungsmanagement einige Tipps für die heißen Tage für Sie gesammelt.

Glaskanne, Korkdeckel, kaltes Wasser mit Zitronenscheiben auf Tisch mit Tischdecke

Flüssigkeit

Das Wichtigste bei heißen Temperaturen ist natürlich ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Grund ist simpel: Unsere Körpertemperatur liegt in der Regel bei ca. 37,5 °C. Alle unsere Organe können somit optimal arbeiten und uns versorgen. Unsere äußere Temperatur liegt bei ca. 34 °C und ist somit kühler. Unsere Wärmeregulierung verläuft über das Blut und transportiert die innere Wärme nach außen ab. Ist unsere Umgebungstemperatur zu hoch, erwärmt sich auch unsere äußere Körperschale und unsere Wärmeregulierung kann nicht mehr einwandfrei funktionieren. Da der Körper stets bemüht ist unsere Kerntemperatur zu erhalten, steigt unser Blutdruck und der Körper beginnt zu schwitzen. Dabei verlieren wir Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe.

Im Sommer genießen wir am liebsten eisgekühlte Getränke. Allerdings führt die plötzliche Kälte im erhitzten Körper dazu, dass die Blutgefäße einen Kälteschock erfahren und sich viel zu schnell verengen. Empfindliche Menschen können dann Kopfschmerzen bekommen. Dieser Effekt kann durch lauwarme oder nur leicht gekühlte Getränke vermieden werden.

Als Faustregel gilt: Trinken Sie bei heißen Temperaturen mindestens 3 Liter Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Wasser gleicht den Flüssigkeitsverlust des Körpers aus, trinken Sie deshalb lieber zu viel als zu wenig. Überschüssige Flüssigkeit wird einfach ausgeschwemmt. Kräutertees führen zusätzlich wertvolle Minerale in den Körper zurück. Eine Smartphone-App die einen regelmäßig an das Trinken erinnert kann dabei helfen hydriert zu bleiben.

Südfrüchte, Obst, Papaya, Kokosnuss, Kiwi, Granatapfel, Blutorange, Messer

Ernährung

Für die Ernährung im Sommer empfehlen wir vermehrt zu Obst und Gemüse zu greifen. Beides enthält zusätzliche Flüssigkeit, Vitamine und Mineralstoffe, die uns über den Tag hinweg mit Energie versorgen und uns somit auch bei hohen Temperaturen leistungsfähig machen. Besonders empfehlenswert sind Südfrüchte wie Mango oder Papaya. Da diese Früchte im Süden auch bei hohen Temperaturen wachsen, ist es nicht verwunderlich, dass ihnen kühlende Eigenschaften nachgesagt werden. Noch dazu enthalten sie viele Vitamine.

Auch Gemüse wie Avocado, Zwiebeln, Lauch, Brokkoli, Blumenkohl, Spinat und Algen sind sehr zu empfehlen. Sie füllen unseren Körper mit den benötigten Vitaminen, Makro- und Mineralstoffen auf. Das ist nötig, um die mit dem Schweiß aus dem Körper gespülten Stoffe zu ersetzen.

Wenn Sie sich wundern, warum der schlanke Körper im Sommer immer noch auf sich warten lässt, empfehlen wir Ihnen eine hohe Zufuhr von einfachen Kohlenhydraten zu vermeiden. Durch die Aufnahme von einfachen Kohlenhydraten, wie z. B. Kekse, Kuchen, Weißmehl und Gebäck, steigt der Blutzuckerspiegel schnell an und der Körper nimmt mehr Energie als benötigt zu sich. Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin Insulin und der überschüssige Blutzucker wird in Form von Fett im Körper gespeichert. Setzen Sie deshalb lieber auf komplexe Kohlenhydrate wie Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte und ersetzen Sie einfache Kohlenhydrate durch Eiweiß.

Treppenstufen, Läufer, Mütze, Funktionskleidung, Sportschuhe, Sport, Rennen

Bewegung

Im Sommer hegen viele den Wunsch nach einer attraktiven Strandfigur. Viele Menschen machen sich dann nach der Arbeit oder am Abend, wenn die Temperaturen abkühlen, auf den Weg ins Fitnessstudio oder zum Sport. Für viele dient der Sport am Abend auch für den Stressabbau nach einem langen Arbeitstag. Allerdings wissen die wenigsten, dass später Sport für Ihre Ziele wenig förderlich ist.

Intensive Betätigung am Abend treibt den Puls in die Höhe. Über ein HRV-Diagramm (Herzfrequenzvariabilität z.B. mit einem EKG gemessen) lässt sich die Auswirkung von intensiven Trainingseinheiten auf die Erholung des Körpers ganz genau abbilden. Dabei ist zu beobachten, dass der erhöhte Pulsanstieg am Abend, den Schlaf bzw. die Erholung und somit den Stressabbau deutlich verzögern. Da der Wecker am nächsten Morgen trotzdem um die gewohnte Uhrzeit klingelt, verkürzt sich somit die Erholung und Regeneration des Körpers. Das Ergebnis: Wir sind weniger ausgeruht und haben nicht unser volles Energiepotenzial zur Verfügung. Im Sommer spüren wir den Energieverlust noch deutlicher, da unser Körper mit weiteren Einflussfaktoren zu kämpfen hat.

Unsere Empfehlung ist deshalb, das Training auf den Morgen zu verlegen und am besten mit nüchternem Magen zu absolvieren. Ein weiterer Vorteil des Morgensports: Die Temperaturen sind noch erträglich.

Frau im Bett, unter der Bettdecke, braune Haare, strahlende Augen

Schlafen bei Hitze

Kaum ein Mensch benötigt weniger als sieben bis acht Stunden Schlaf. Diese Zeit braucht der Körper zur Regeneration, ansonsten fühlen wir uns am nächsten Tag erschöpft.

Alle unsere Organe haben ihre Kernarbeitszeiten, so ist das Immunsystem bspw. nachts aktiv, die Leber entgiftet ebenfalls in der Nacht und stattet uns am nächsten Tag wieder mit Energie aus. Zu kurzer Schlaf behindert die Regenerationszeit des Körpers, was sich wiederum negativ auf unsere Gesundheit auswirkt.

Nach einer kurzen Nacht und wenig Erholung steht unserem Körper nicht unser volles Energiepotenzial zur Verfügung. Also entsteht das Bedürfnis nach schneller Energie in Form von Zucker und Kohlenhydraten, die wir unserem Körper dann zuführen. Auf lange Sicht nehmen wir an Gewicht zu. Schlafen wir länger, haben unsere Energie verbrauchende Organe auch die Zeit unsere Fettreserven in Kohlenhydrate umzuwandeln. So haben wir auch am Morgen genug Energie und der Heißhunger bleibt aus. Setzten Sie daher auf eine Schlafenszeit von mindestens sieben eher acht Stunden Schlaf pro Nacht.

Doch wie gelingt erholsamer Schlaf, wenn es heiß ist, das Bettlaken durchgeschwitzt, die Grillen durch das geöffnete Fenster zirpen und die Mücken im Zimmer uns den Schlaf rauben? Wer lärmunempfindlich ist kann über den Abend und die Nacht hinweg die Jalousien hoch und die Fenster aufmachen, nur am Morgen nicht vergessen die Sonnenstrahlen wieder auszusperren, sonst droht am Feierabend der Hitzeschock.

Wer nicht ohne Schlafanzug oder Decke schlafen kann, setzt hier am besten auf leichte Stoffe wie Leinen oder Seide, die sind nicht ganz so warm aber schützen vor kalter Zugluft. Was oft gar nicht bedacht wird: Elektrische Geräte wie Laptops oder Fernseher geben auch wenn sie im Stand-by sind einiges an Wärme ab, also Stecker ziehen!

Die erfrischende Dusche nach einem langen Tag, klingt verlockend bringt aber nur wenig. Das kalte Wasser kühlt unseren Körper schlagartig ab und sorgt so für die gegenteilige Reaktion unseres Körpers, die Muskeln fangen an zu zittern und wir wärmen uns wieder auf. Also lieber eine lauwarme Dusche und nicht allzu gründlich abtrocknen, das Wasser entzieht uns beim Verdunsten Wärme, so bleiben wir länger frisch.

Aber auch allgemeine Tipps für guten Schlaf helfen im Sommer: Einige Zeit vor dem Schlafen nichts mehr Essen (insbesondere Fettiges und Alkohol), vor dem Schlafen auf das blaue Bildschirmlicht verzichten und lieber etwas Lesen, Musik oder Podcasts hören.

Streit um die Milch – Gesund oder nicht

Anfang des Jahres sorgte ein Video des YouTubers Unge für den wohl größten Shitstorm im deutschsprachigen Teil der Videoplattform. Der überzeugte Veganer, der sonst hauptsächlich Videos über Computerspiele und Longboards macht veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Milch ist GIFT!“ (Mittlerweile wurde der Titel angepasst). Das polarisierende Video wurde bisher rund 1.5 Mio. mal geklickt, auf YouTube war es auf Platz 1 der Trends, auf Twitter befand sich das Hashtag #milchistgift in den Trends und auch die restlichen Massenmedien berichteten über das Phänomen. Es schien so, als ob ganz Deutschland über die gesundheitlichen Folgen des Milchkonsums diskutierte. Unge stellte in seinem Video die These auf, dass (Kuh-)Milch giftig und grundsätzlich schädlich für uns Menschen ist. Die Empfehlungen, zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, täglich Milchprodukte zu sich zu nehmen, sei eine von der Milch-Lobby gesteuerte Propaganda. Sein größtes Argument: Das Gesundheitsministerium in Kanada hat Milch aus der Ernährungspyramide gestrichen, stattdessen stehen nun Gemüse, Obst, Vollkorn und pflanzliches Protein ganz oben. Diese Behauptung wurde im März vom Tierschutzverein PETA veröffentlicht und wahrscheinlich von YouTuber Unge aufgegriffen.

Kanada hat tatsächlich für 2018 seine Ernährungsempfehlungen aktualisiert, Milch verschwindet dabei aber nicht aus der Ernährungspyramide, denn in den neuen Entwürfen heißt es: „Tierische Produkte wie Eier, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel, fettarmes rotes Fleisch, fettarme Milch, Joghurt und fettarme sowie salzarme Käsesorten sind nährstoffreiche Lebensmittel für jeden Tag.“ Tatsächlich wurde nur die empfohlene Menge der Milchprodukte reduziert.

Doch, wie viel Wahrheit steckt in dem Video?
In einem späteren Video geht Unge auf seine populistischen Aussagen ein, die er vor allem gewählt habe, um Aufmerksamkeit auf die Zustände in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Denn ein Leben als Milchmaschine bedeutet für den Großteil der Tiere wohl ein kurzes Leben unter psychischem und körperlichem Stress. Hinzu kommt die Belastung des Klimas und der Umwelt durch diese Form der Haltung.

Wenn es Unge wirklich um Aufmerksamkeit für Natur- und Umweltschutz ging, hat er mit seinem Video eher das Gegenteil bewirkt. In den nachfolgenden Diskussionen im Netz ging es hauptsächlich darum, sich über die Aussage Milch ist Gift oder über die Verschwörungstheorie der Milch-Lobby lustig zu machen.

Kuh, Euter, Melkmaschine, Stall

Ein polarisierendes Thema

Das Thema Milch, vor allem im Gewand der Laktose, ist mit dem zunehmenden Bewusstsein für Ernährung in den Fokus gerückt. Immer mehr Menschen entdecken vermeintliche Nahrungsunverträglichkeiten, ganz oben steht die Laktose-Intoleranz, an der wohl jeder 7. also rund 12 Millionen Deutsche leiden. Erst vor gut 7500 Jahren gewöhnten sich die ersten sesshaften Europäer an den Milchzucker. Einst besaßen nur Babys das Enzym Laktase, das es dem Dünndarm erlaubt, die Laktose aufzuspalten und zu verdauen. Dann mutierte das Gen, welches die Laktaseproduktion in jungen Jahren einstellt. Noch heute können z. B. nur wenige Asiaten den Milchzucker abbauen. Daher stehen dort und vermehrt jetzt auch im Westen laktosefreie Milchprodukte oder pflanzliche Milchersatzprodukte hoch im Kurs.

Calcium ist gut für die Knochen
Calcium gehört zu den wichtigsten Mineralien im Körper. Knochen und Zähne bestehen aus Calciumverbindungen und auch für die ordnungsgemäße Muskel- und Nervenfunktion ist es unerlässlich. Da kann die Milch mit ihrem hohen Gehalt nur gut sein. Wichtig für die Aufnahme von Calcium und anderen Stoffen in die Knochen und Zähne sind vor allem Magnesium als enzymatischer Kofaktor, sowie Vitamin K und D. Optimal ist dabei ein Verhältnis von 2:1. Wer doppelt so viel Calcium wie Magnesium aufnimmt, kann sich sicher sein, dass das meiste davon vom Körper aufgenommen wird. Leider weist die Kuhmilch ein Verhältnis von 10:1 auf, Emmentaler eines von 30:1. So kann kaum Calcium aufgenommen werden. Manche Forscher gehen sogar so weit, der Milch keinen Effekt auf Knochendichte, von zumindest erwachsenen Menschen, zuzuschreiben. Amerikanische Osteoporose Forscher keinen Unterschied in der Knochendichte von vegan-lebenden und Milch-trinkenden Menschen gefunden. Denn glücklicherweise findet sich im Kohlgemüse etwa genau so viel Calcium auf 100 Gramm wie in der Kuhmilch. Die Bioverfügbarkeit beträgt dabei sogar ca. 50 %, die Mineralstoffe in der Milch haben hingegen nur eine Bioverfügbarkeit von ca. 30 %.

Milch ist ein Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Wachstumsfaktoren, Vitamine und Mineralstoffe. Ideal für Säuglinge, die schnell und viel wachsen. Auch für Kleinkinder können Milchprodukte von Vorteil sein. Studien haben gezeigt, dass Kinder im Alter von drei Jahren, die Kuh-Milch zu sich nehmen, bis zu 1,5 cm größer sind im Gegensatz zu den Altersgenossen, die keine Kuh-Milch oder z. B. Soja-Milch zu sich nehmen.

Kaffee und Milch

Aber wie so oft im Leben, kommt es auf die Menge an. Die potente Milch birgt auch Risiken, eine Ernährung mit sehr viel Eiweiß und Kohlenhydraten in jungen Jahren kann zu einer Stoffwechselumstellung, im schlimmsten Fall auch zu Diabetes führen. So können lebenslang Probleme mit dem Gewicht entstehen, das Übergewicht-Risiko steigt an.

Die in der Milch enthaltene Galactose, ein Einfachzucker ähnlich der Laktose, ist ebenso wichtiger Energielieferant, der unter anderem die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung des Gehirns steigert. Doch genau dieser Zucker gilt als entzündungsfördernd. Blutanalysen von Milchtrinkern haben erhöhte Entzündungswerte und oxidative Stresspegel gezeigt. Entzündungen im Körper haben generell negative Wirkung und sind oft der Anfang aller möglichen Krankheiten, ähnlich einer Immunschwäche verstärken diese Krankheitsprozesse.

Es gibt zum Thema Milch genauso viele Befürworter wie auch Gegner. Daher haben wir einmal Tanja Vogt, Trainerin vom Zentrum für Leistungsmanagement zu Ihrer Meinung zum Thema Milch befragt.

Milch gehört für viele Menschen einfach dazu, ob ins Müsli, in den Kaffee oder pur. Was halten Sie so ganz allgemein davon, Milch zu trinken?

Tanja Vogt: Was ich hier gerne schon einmal zu bedenken geben möchte, ist der Fakt, dass die meisten Menschen die ursprüngliche Milch eigentlich gar nicht mögen. Das was wir im Supermarkt als Milch kaufen hat je nachdem, wie stark sie behandelt wurde, vom Geschmack und den Inhaltsstoffen wenig bis gar nichts mehr mit der Rohmilch direkt vom Bauern bzw. direkt von der Kuh zu tun. Die ursprüngliche Milch ist von der Konsistenz heterogener und um einiges fettiger und intensiver im Geschmack. H-Milch ist zwar billig und leicht verdaulich, verliert aber auch bis zu 20 % der Vitamine. Ob keine Milch, H-Milch oder Frischmilch. Ist ganz klar eine individuelle Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Da spielt neben dem Wohlbefinden und der Gesundheit auch der Geschmack hinein.

Wie steht das Zentrum für Leistungsmanagement bzw. das Programm Biologie der Begeisterung zum Thema Milch?

Tanja Vogt: Das ZfL spricht sich für einen umsichtigen Umgang mit Milch aus. Insbesondere hormonelle Rückstande in der industriell hergestellten Milch können stressbedingte Krankheiten befördern. Auch die entzündungsfördernde Wirkung der Milch kann Probleme verursachen. Viele Menschen haben eine Unverträglichkeit von Milch, damit meine ich nicht die Laktose-Intoleranz, Milch ist einfach schwer zu verdauen. Das lässt sich relativ einfach ausprobieren. Nehmen Sie einmal bewusst viele Milchprodukte zu sich oder verzichten Sie ganz auf Kuh-Milch, Sie werden ganz bestimmt eine Wirkung spüren. Je nach dem werden Sie sich wie immer oder schlechter bzw. müde fühlen. Dann können Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten dementsprechend anpassen.

Gibt es noch mehr Aspekte, die gegen die Milch sprechen?

Tanja Vogt: Ja natürlich ist da noch der moralische Aspekt, mit dem Tierwohl und den Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Das Ganze ist ja schon eine Weile weit weg von der oft suggerierten Bauernhofidylle und der naturnahen Haltung, das ist eine Industrie mit Milliardenumsatz, mit all den Problemstellungen, die das mit sich führt.

Milch ist beliebt. Werbung und Marketing scheinen hier eine starke Wirkung zu haben.

Tanja Vogt: Durch Agrarsubventionen hat die EU einen übersättigten Markt geschaffen. Milchpulver wird nach Afrika und China exportiert. Dementsprechend aggressiv wird auch auf dem heimischen Markt für Milch und Milchprodukte geworben. Es gibt unzählige Kampagnen, bei denen Prominente mit dem Glas Milch in der Hand posieren. Da werden natürlich die vermeintlichen Vorteile beschworen, Calcium, Proteine, Vitamine etc. Da ist es wichtig, sich selbst zu informieren. Stichwort aufgeklärter Konsument.

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Es gibt doch auch viele Alternativen zur Kuh-Milch. Die scheinen auch immer beliebter zu sein.

Tanja Vogt: Ja die pflanzlichen Alternativen funktionieren gut. Oft hängt es aber am Geschmack, dann heißt es „Sojamilch schmeckt mir nicht“, daher kann ich auf Kuh-Milch nicht verzichten. Deswegen geben einige Hersteller Ihren pflanzlichen Milchdrinks viel Zucker bei. Also Vorsicht, auch hier lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste – denn pflanzlich allein macht noch keine gesunde Milch. Das Problem mit dem Geschmack ist auch eine Sache der Kombination. Die Auswahl ist groß und geht weiter über die allseits bekannte Sojamilch hinaus. Nicht jeder Drink passt in den Kaffee, das Müsli oder in den Pfannkuchen. Aber für jeden Bedarf gibt es entsprechend individuell passende Drinks. Besonders toll ausprobieren lässt sich der Geschmack, wenn man den Drink selbst herstellt (dann weiß man auch ganz genau, was drin ist). Erst vor Kurzem habe ich hierzu ein interessantes Video gesehen. Das ist auch recht einfach, es braucht nur wenig Zutaten, wenig Zeit und einen hochwertigen Mixer.

Vielen Dank Frau Vogt für Ihre Tipps und Anstöße!

 Tanja Vogt ist Trainerin des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement, Coach und Trainerin für Führungskräfteentwicklung, Teamberatung, Kommunikation und Konfliktmanagement. International ausgebildete Yogalehrerin.

Neuroleadership – Als Führungskraft die Tücken des Gehirns erkennen

Aus dem ganzen Hype um Neuroleadership drängt sich mir die Frage auf: Müssen wir Neurowissenschaftler werden, um besser führen zu können?
Um es klar zu sagen. Nein, müssen wir nicht. Genauso wenig, wie wir Psychologie studieren müssen, um gut führen zu können. Man muss ja auch nicht sein Auto in und auswendig kennen, um gut Autofahren zu können. Besonders, wenn wir es nur für die Fahrt zu Supermarkt und zur Arbeit nutzen. Wollen wir aber mal auf die Rennstrecke und an die Leistungsgrenze gehen, sollten wir doch mal mit der Bedienungsanleitung unterhalten. Damit wir wissen, was wir beachten müssen, um alles herauskitzeln zu können.

Gehirngerechtes Führen
Genauso ist es mit dem Hirn. Neuroleadership ist wie eine Bedienungsanleitung, welche uns hilft unsere Führungsqualitäten zu verbessern. Die gibt es ja bei den vielen Management-Gurus schon zu Hauf, aber eben keine, die wissenschaftlich an die Sache herangehen. Und so kommt Unsinn wie „Carrot and stick“ (was sich im Deutschen mit „Zuckerbrot und Peitsche“ übersetzten lässt) oder die „burning platform“ (das heraufbeschwören einer imminenten Krise um Veränderung zu erreichen) in Umlauf und hält sich hartnäckig in den Köpfen unserer Führungskräfte. Ich weiß nicht, wie viel Führungsprobleme auf deren Konto gehen. Ich bin aber der Meinung, das gerade in einer Welt, die mehr und mehr populistischen Phrasen hinterherläuft, sollte eine seriöse wissenschaftlich fundierte Herangehensweise ans Management eine besondere Wichtigkeit haben. Für uns selbst und den Erfolg unserer Firma.

Die Tatsache, dass in Deutschland viele Mitarbeiter frustriert, demotiviert und unglücklich mit dem Chef sind, zeigt, dass die alten Ansätze häufig nicht greifen. Konsequenz: Es wird dringend ein neuer Managementstil gebraucht. Erstaunlich ist das ganz besonders deshalb, weil fast alle Führungskräfte mit denen man redet, behaupten extrem gut mit Menschen umgehen zu können.

Doch es geht nicht nur um den Umgang mit den Mitarbeitern. Auch in den Bereichen Strategie, Marketing, Entscheidungsfindung oder Innovation kann Neuroleadership entscheidende Impulse und praktische Lösungen bieten. Um nur mal ein Thema aufzugreifen: Wir nehmen unseren Kopf sehr gern als funktionierende Maschine war. Viele Wissenschaftler haben indes gezeigt, dass unser Kopf nicht so gut funktioniert, wie wir das von uns denken (oder er es uns vorspiegelt). Wie ein Auto, das zwar fährt, aber dessen Straßentauglichkeit durch kaputte Radlager, verrostete Bremsscheiben und hakelndes Getriebe eingeschränkt ist.

Büsten Skulpturen Köpfe Wanderer

Fehler im Management – vom Gehirn getäuscht
Es fasziniert mich gerade an mir selbst zu bemerken, dass fast alle unsere Lösungen und Entscheidungen von Neigungen und Vorlieben geprägt sind, die uns zu voreingenommenen Urteilen drängen. Zu allem Übel, sind uns diese Triebfedern der Entscheidung gar nicht bewusst. Wir rennen quasi blind in unser Glück oder Unglück. Die Fehlentscheidungen und Täuschungen hat Nobelpreisträger Daniel Kahneman in seinem Buch (Langsames Denken, schnelles Denken) ausführlich beschrieben.

Eine der typischen Täuschungen unserer Zeit entsteht in der Planung. Wir reduzieren die Komplexität auf ein paar Variablen und akzeptieren diese als Wahrheit. Wir unterschätzen dabei regelmäßig das in unserer komplexen Umwelt unsere Entscheidungsgrundlage nur eine schwache Abstraktion der Realität sein kann. Das wird besonders bei Gruppenentscheidungen ignoriert, weil man sich auf den anderen verlässt (Stichwort groupthink). Risiken und die Ressourcen in unseren Projekten werden so drastisch unterschätzt, Budgetüberschreitungen und Zeitverschiebungen sind vorprogrammiert.

Dieser erste Fehler zieht dann häufig den Trugschluss hinter sich her, das Projekt unbedingt, unabhängig von den schon entstandenen Kosten, fortzuführen (sunk cost fallacy). Man hat sich auf das Projekt geeinigt, deshalb muss es ein Erfolg werden. Auch wenn die Resultate eher dünn und die Prognosen nicht so rosig, wir verfolgen das Projekt weiter. Entscheidungen werden durchgezogen.

Gestützt wird das durch unser Vertrauen in uns selbst. Fehler werden ignoriert und klein geredet und Erfolge groß. Man bestätigt sich, richtig zu handeln, und beachtet die Fehler nicht. Besonders in einer Situation, in der die Bilanzen gar nicht so schlecht aussehen.

Unser Gehirn ist verantwortlich für diese Täuschungen. Wir brauchen Vertrauen in uns selbst, um nicht in Depressionen zu versinken. Wir müssen uns die Umwelt so erklären, dass wir nicht schlecht dastehen. Fehler geben wir nicht zu, weil es nicht zu unserem Selbstbild passt. Das ist im Prinzip gut und richtig, aber manchmal führt es in die Irre. Selbsterkenntnis ist hier der erste Weg zur Besserung.

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Aus Fehlern lernen
Viele wissen um die Limitierungen unseres Gehirns. Tut sich deshalb etwas an unserer Entscheidungskultur in Firmen? Ich habe bis jetzt wenig Veränderung festgestellt. Dabei wäre es doch im Sinne des Risikomanagements sinnvoll, für die wichtigsten Fehlerquellen entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Neuroleadership setzt hier an. Es hilft, unsere Prozesse, Kultur und Firma in einem anderen Licht zu sehen und hinter die Fassade zu schauen. Wir sind ehrlicher und direkter, aber am Ende auch gesünder. Erst die Erkenntnis über die Funktions- und Denkweisen unseres Gehirns lassen eine Analyse und Reflektion unseres Handels im Großen wie im Kleinen zu. Wir lernen mit den Limitierungen unseres Kopfes zu leben und diesen intensiver zu gebrauchen. Die Selbsterkenntnis führt zu einer positiven Veränderung. Deshalb sind Auszeiten, in denen wir unser Denken und Handeln mal aus einer anderen Perspektive betrachten so wertvoll. Für den Einzelnen kann das die Meditation, Tai-Chi, die Woche im Kloster oder das Gespräch mit einem Freund oder Mentor sein. Für die Firma sind es die Retreats, bei denen das eigene Denken und Handeln mal auf den Prüfstand kommt. Inspektion fürs Gehirn, sozusagen.

Gastbeitrag von Dr. Markus Ramming – Trainer des Ersten Deutschen Zentrum für Leistungsmanagment
Der promovierte Neurobiologe setzt sich mit Herz und Seele für das Thema Neuroleadership ein und hat selbst über 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft in der Pharmaindustrie. So kennt er die Probleme, Belange und auch Lösungen für und von Organisationen und Entscheidern in Unternehmen. Mit seinem Wissen und Erfahrung schafft er es Veränderungen voran zu treiben.

Neuroleadership – Motivation und Führung

Dem spannenden Vortrag des Neuroleadership-Experten und Trainer des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement Dr. Markus Ramming lauschten über 100 Unternehmensentscheider und Vertreter aus Wissenschaft und Politik beim Business-Forum in Tauberbischofsheim, über den dann auch Focus Online berichtet. Daher werfen wir mit Ihnen in unserem heutigen Blogbeitrag ebenfalls einen Blick auf die Themen Motivation und Führung.

Dr. Ramming Vortrag - Motivation aus der Sicht des Gehirns

Der promovierte Neurobiologe setzt sich mit Herz und Seele für das Thema Neuroleadership ein und hat selbst über 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft in der Pharmaindustrie. So kennt er die Probleme, Belange und auch Lösungen für und von Organisationen und Entscheidern in Unternehmen. Mit seinem Wissen und Erfahrung schafft er es Veränderungen voran zu treiben.

Der Vortrag
In seinem Impulsvortrag beschäftigt sich Dr. Markus Ramming nicht mit der kreativitätsfördernden „Hardware“, sondern mit unserer „Software“, dem Gehirn. Zum Einstieg erläuterte er die Grundfunktionen des Gehirns und des Lernens. Etwa 100. 000.000.000 Nervenzellen machen unser Gehirn aus, diese Nervenzellen verbinden sich wiederum mit etwa 10.000 anderen Nervenzellen so entsteht ein gigantisches Netzwerk aus durchschnittlich eine Billiarde (eine 1 mit 15 Nullen) Verbindungen. Dieses Geflecht ist verändert sich im Laufe unseres Lebens, zu aller erst nimmt es in den ersten Lebensjahren enorm zu und spiegelt später uns „Nutzungsverhalten“ wieder. Denn das Gehirn wird zu dem, für das wir es nutzen. Diese Eigenschaft wird Neuroplastizität genannt, es ist Eigenart von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich zwecks der Optimierung laufender Prozesse in ihrer Anatomie und Funktion zu verändern.

Ohne Fachchinesisch
Dr. Ramming ist stets bemüht seine Aussagen so verständlich wie möglich zu formulieren. Denn wenn Wissenschaftler vom Gehirn reden, tun sie das oft detailverliebt und langweilig, so hat sich das Bild vom Gehirn als kompliziertes und schwer begreifbares Organ gefestigt. Mit dem methodischen Ansatz des Neuroleadership legt er die Arbeitsweise des Gehirns dar und zeigt die daraus folgenden Konsequenzen für die Praxis auf.

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Geld ist ein schlechter Motivator
Eine in der Praxis weit verbreitete Methode, Mitarbeiter zu motivieren ist der Weg über das Geld, ein großzügiges Gehalt oder Bonuszahlungen bei Erreichen eines (Projekt-) Ziels. Solche Belohnungen sind nach Dr. Ramming für eine nachhaltige und langfristige Motivation der Mitarbeiter kaum geeignet. Im Gegenteil können finanzielle Anreize Qualität und Quantität eines Ergebnisses sogar negativ beeinflussen, so rückt zum Beispiel das bloße Erreichen des Ziels in den Vordergrund, Umwege, Lernen und kreative Lösungen abseits der etablierten Strukturen bleiben dann aus.

Der Blick auf den ausgeschütteten Bonus auf dem Kontoauszug oder das Glücksgefühl beim Kaufen eines neuen Schuhs, wirken nur für etwa 12 Sekunden auf dem Dopamin ausschüttenden Teil (Nucleus Accumbens) des Gehirns. Wir haben ein kurzes Hoch und unter Umständen entwickelt sich ein Gewöhnungseffekt, jede Belohnung muss ein wenig höher ausfallen. Nachhaltige Freude, Motivation und Lernen bleibt da aus.

Die Grundbedürfnisse für Motivation
Viel wichtiger für die Motivation sind nach Dr. Ramming ist die Befriedigung einiger Grundbedürfnisse, die er mit diesen Begriffen definiert: Kontrolle, Lust, Bindung und Selbstwerterhöhung.

Kontrolle meint den Mitarbeitern, Entscheidungsspielraum zu geben, über Aufgaben, Herangehensweisen, Lösungen und die eigene Arbeitszeit. Im Bereich der Lust kann ein Arbeitgeber wenig beisteuern, denn hier geht es um Bedürfnisse wie Schlaf, Unterkunft, Ernährung und Sex. Bindungen hingegen kann eine Führungskraft hingegen stark beeinflussen, ein Betriebsklima auf Augenhöhe, gegenseitiger Respekt aber auch Raum und Zeit für die Ausbildung von persönlichen Beziehung der Kollegen untereinander ist wichtig. Eine Selbstwerterhöhung kann von außen angestoßen werden geschieht aber schlussendlich im inneren unseres Selbst. Anstoß kann ein begründetes Lob sein, was Sie aber beim Lob beachten müssen können Sie auch in unserem Beitrag „Richtig Loben“ einmal nachlesen. Wirksamer wird es die richtigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Selbstwert zu geben, Wege und Lösungen andeuten, die Mitarbeiter den Weg aber selbst gehen lassen. Projekte und Aufgaben so zu definieren, dass sie eine Herausforderung sind, die zwar Anstrengung bedeutet aber zu meistern ist. Denn selbst erreichte Erfolgserlebnisse steigern nachhaltige den Selbstwert.

Neuroleadership erleben
Wie gut oder schlecht Belohnungen funktionieren und welche wichtigen Bedürfnisse der Motivation zu Grunde liegen waren nur die beiden wichtigsten Punkte aus dem Vortrag von Dr. Ramming, welcher mit einigen anschaulichen Beispielen aus Studien, Literatur und der eigenen Berufserfahrung, Dr. Rammings gefüllt war. Viele Inhalte aus dem Vortrag finden sich auch in seinem Büchlein „Hirn-Anschalter Neuroleadership 2.0“ welches über den tredition-Verlag zu erwerben ist.

Persönlich zu erleben ist Dr. Ramming auch über die offenen Neuroleadership-Seminare des Ersten Deutschen Zentrums für Leistungsmanagement.

Schlusswort
Dr. Markus Ramming: „Ich glaube, ich habe alle guten und schlechten Ratgeber gelesen. Die wichtigste Botschaft: Es gibt kein festgelegtes Muster, dem Sie folgen können. Sie können nur Ihre eigenen Stärken finden und entwickeln. Ich kann den Prozess begleiten, seinen Weg finden muss jeder allein. Aber es gibt eine Menge Tricks und Methoden, wie man das am besten macht.“

Was steckt drin – Wissenswertes zum (Oster-) Ei

Genau wie der Hase gehört auch das Ei zu Ostern. Daher wollen wir in diesem Blogbeitrag einmal im Rückblick auf die Osterzeit, auf einige Fragen zum Thema Ei beantworten, insbesondere im Kontext unserer Ernährung und Leistungsfähigkeit.

Gegenüber (Hühner-) Eiern werden viele Vorbehalte gepflegt. Schlagworte wie Fipronil, Cholesterin, Salmonellen und Tierwohl prägen die Diskussion zum Ei. Zu jedem der Themen gab und gibt es einen kleinen oder großen Skandal. Hinzu kommt, dass wir wohl mehr Eier zu uns nehmen als uns bewusst ist. Denn sie stecken nicht nur im Omelette oder Spiegelei, sondern auch in Gebäck, Saucen oder Nudeln. Daher verzehrte, laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, jeder Deutsche im Jahr 2016 auch rund 231 Eier – das macht vier bis fünf Eier pro Woche.

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Doch ist das noch gesund? JA! Die Inhaltsstoffe sprechen da für sich, besonders die des Eigelbs. Gesundes Fett in Form von Omega-3-Fettsäuren, sowie Mineralien und Vitamine sind im Eigelb zu finden. Darunter das Vitamin A, wichtig für Wachstum und Augenfunktion, alle B Vitamine und das Antioxidant Vitamin E. Rund 13% reines Protein stecket im gesamten Ei, der größte Teil im Eiklar. Das Protein, umgangssprachlich auch Eiweiß, ist besonders gut verwertbar da es aus allen neun essentiellen Aminosäuren aufgebaut ist. Das Ei ist auch eines der größten Quellen für Cholin, (auch als Vitamin B4 bezeichnet) einem Stoff den wir zwar in geringen Mengen selbst produzieren können, aber auch notwendigerweise durch die Nahrung aufnehmen müssen. Viele Menschen leiden an einem Mangel dieses Nährstoffs, obwohl er für wichtige Schlüsselfunktionen in Zellen, Herz, Gehirn und Leber zuständigen ist. Vitamin D brauchen wir für die Aufnahme von Mineralstoffen und Eier gehören zu den wenigen Lebensmitteln die natürliches Vitamin D enthalten. Wer also einige Eier in der Woche zu sich nimmt, kann sich die Multivitamintablette sparen!

Eine Tabelle aller wichtigen Inhaltsstoffe finden Sie hier: http://www.eier.de/Seiten/Ei/ei_nahr.htm

Eiqualität
Die Frage wie es dem Huhn ergangen ist lässt sich auf den ersten Blick aufs Ei nicht erkennen. Der Aufdruck gibt da schon mehr her. Die erste Zahl des Aufdrucks gibt Auskunft über die Haltung der Hühner:

  • 0 steht für Bio
  • 1 steht für Freilandhaltung
  • 2 steht für Bodenhaltung
  • 3 für Käfighaltung

Danach folgt das EU Herkunftsland in einem Länderkürzel, wie z.B. DE, AT, CZ oder NL. Anschließend eine zweistellige Zahl zum Bundesland, Baden-Württemberg und Bayern haben z.B. die 08 bzw. 09. Zuletzt eine fünfstellige Nummer für den Betrieb und den Stall im Betrieb. Bequem lässt sich der Code auch auf https://www.was-steht-auf-dem-ei.de/ entschlüsseln.

Beim Preis-/Leistungsverhältnis sind Eier kaum zu schlagen, das gilt auch für die teureren Bio-Eier. Denn ein Vergleich der Eier von in Käfig- und Bodenhaltung lebenden Hühner und Freilandeiern zeigt große Unterschiede im Nährwertgehalt. Hühner die statt ausschließlich Kraftfutter wie Körnern und Soja-Schrot auch frische Pflanzen, Würmer, Insekten und Schnecken fressen, legen Eier die ⅔ mehr Vitamin A, 2× mehr Omega-3-Fettsäuren, 3× mehr Vitamin E, 4 bis 6× mehr Vitamin D, 7× mehr Beta-Carotin, ⅓ weniger Cholesterin sowie ¼ weniger gesättigte Fettsäuren enthalten.

Doch Freilandhaltung sagt erst einmal nichts über die Fütterung der Tiere aus, sondern nur über die Haltung. Die Regeln für Eier mit Bio Siegel gehen da schon weiter: Freilandhaltung ist verpflichtend und die Hühner bekommen ökologisches Futter ohne Antibiotikazusatz und Gentechnik.

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Das Problem der Ostereier
Zur Osterzeit werden sie einem beim Bäcker oder an der Tankstelle geschenkt, sie sind hartgekocht, und knallbunt marmoriert. Wir möchten hier niemandem etwas unterstellen, aber diesen bunten Ostereiern fehlt der Kennzeichnungscode, wie alt sie sind, woher sie stammen und wie sie produziert wurden können wir nicht wissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um billige Eier aus Massentierhaltung mit vielleicht sogar schädlichen Farben handelt, ist hoch.

Eine bessere Variante ist selbst färben. Man verbringt nicht nur Zeit mit den Liebsten und hat gemeinsam Spaß, sondern weiß woher die Eier stammen. Einfach Bio-Freiland Eier kaufen und für ca. 10 Minuten kochen, nicht abschrecken und dann bemalen oder in einem Bad bunt färben. Wenn die Schale keine Risse hat sind die Eier im Kühlschrank etwa ein bis zwei Wochen haltbar.

Streitfall Cholesterin
Das Fettmolekül Cholesterin ist ein für den Organismus unverzichtbarer Baustein, weil er für den Zellstoffwechsel, den Aufbau der Zellwände und als Grundsubstanz für Hormone benötigt wird. Befeuert durch das 2002 erschienene Buch „Die Cholesterin-Lüge: Das Märchen vom bösen Cholesterin“ streiten sich Experten, Ärzte und Wissenschaftler. In seinem Buch behauptet der Autor Walter Hartenbach, dass die Cholesterinsenkung für Pharmafirmen, Ärzte und Margarineindustrie ein Milliardengeschäft ist. Auf Cholesterinhaltige Lebensmittel zu verzichten und den Cholesterinspiegel durch Tabletten zu senken ist schädlich und schwächt den Organismus. Ärztliche Verbände und die Herzstiftung sehen hingegen das Cholesterin als einen großen Risikofaktor für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, einer Arterienverengung die zum Herzinfarkt führen kann. Menschen mit Arterienverhärtungen am Herzen müssen daher besonders aufpassen und Ihre Ernährung umstellen. Der Streit um die Auswirkungen des Cholesterins ist aber mittlerweile zu einer Glaubensfrage geworden.

Cholesterin im Ei
Ein mittelgroßes Ei enthält 200 bis 230 mg Cholesterin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehl im Jahr 2010 noch, nicht mehr als etwa 300 mg Cholesterin pro Tag zu sich zu nehmen. In tierischen Lebensmittel wie Milcherzeugnissen und Fleischwaren befindet sich ebenso Cholesterin, da ist das Maximum schnell erreicht. In aktuelleren Empfehlungen der DGE wird das durch die Nahrung aufgenommene Cholesterin nicht mehr so kritisch gesehen, da sich die Zufuhr über die Nahrung bei den meisten Menschen nur geringfügig auf die Werte im Blut auswirkt. Da der Körper das Cholesterin ansonsten selbst bildet, wird bei erhöhter Aufnahme durch die Nahrung die körpereigene Produktion heruntergefahren und überschüssiges Cholesterin über die Leber entsorgt. Funktioniert dieses System jedoch nicht, etwa durch Krankheit oder Veranlagung, zirkuliert das Cholesterin lange im Blut und kann dort Schäden an den Gefäßen verursachen.

Eierkarton

Doch wieviel Eier sind Ok?
Ernährungsexperten sind der Meinung „Selbst 15 bis 20 Eier pro Woche sind kein Problem, sofern man keine rheumatischen Erkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen hat, die zu chronisch erhöhtem Cholesterinspiegel führen. Vegetarier können sogar noch mehr Eier zu sich nehmen. Es gilt also auf die eigene körperliche Verfassung und Ernährung zu schauen, zum Beispiel mittels eines regelmäßigen ärztlichen Check-Ups.

Fazit
Eier sind wahre Protein-, Mineralien- und Vitaminbomben, sie unterstützen, speziell nach dem Sport, den Muskelaufbau und sättigen langanhaltend und können so einen effektiven Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten. Die gesättigten Fettsäuren des Eis steigern das Erinnerungsvermögen und verbessern die Leistungsfähigkeit des Gehirns. In erster Linie sind das im Eigelb enthaltene Cholin und Lecithin dafür verantwortlich. Sie sind wesentlicher Bestandteil unserer Neurotransmitter, Gehirn- und Nervenzellen. Cholesterin wirkt ebenso positiv auf das Gehirn und trägt zum Beispiel zur Bildung von Sexualhormonen bei. Unbegründete Angst vor dem Cholesterin im Ei ist nicht angebracht, viel kritischer sind hingegen die Wirkungen von Getreide, Milch und Bewegungsmangel auf unsere Leistungsfähigkeit zu betrachten.